Die Personalfluktuation in der Hotellerie und Gastronomie liegt seit Jahren über dem Durchschnitt der meisten anderen Wirtschaftszweige. Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit verlassen jährlich rund 30 Prozent der Beschäftigten ihren Betrieb, in manchen Regionen liegt dieser Wert noch höher. Neben Schichtdiensten, körperlicher Belastung und Saisonschwankungen geben Beschäftigte in Umfragen vor allem ein Motiv für den Wechsel an: mangelnde Wertschätzung und schwaches Zugehörigkeitsgefühl im Team. Betriebe, die mehr aktiv in ihre interne Kultur investieren, verzeichnen messbar geringere Kündigungsquoten.
Warum Teambuilding in der Branche eine wirtschaftliche Größe ist
Personalwechsel kosten Geld. Die durchschnittlichen Kosten für die Nachbesetzung einer Stelle in der Gastronomie werden je nach Position auf 4.000 bis 12.000 Euro geschätzt. Darin enthalten sind Ausschreibung, Einarbeitung, Produktivitätsverluste und Überstunden der verbleibenden Kollegen. Werden mehrere Positionen im Jahr neu besetzt, sind es schnell mehrstellige Zusatzkosten. Teambuilding wirkt an verschiedenen Stellschrauben: Es verbessert die Kommunikation zwischen Küche und Service, es baut Hierarchien ab und es schafft persönliche Bindungen, die uns den Arbeitsalltag erleichtern helfen.
Für Betriebe in der Stadt bieten sich professionelle Teamevents in Hamburg oder vergleichbaren Städten an. Externe Anbieter liefern auch hier jedes gewünschte Format, das zum Personalstand, Budget und Zeitrahmen passt. Die Zielgruppe muss nur stimmen: Ein Barkeeper-Kurs wirkt anders als ein sportlicher Wettkampf oder ein kreativer Workshop.
Formate, die in der Praxis funktionieren
Nicht jedes Format passt zu jedem Betrieb. Kleinere Häuser mit zehn bis zwanzig Beschäftigten sind häufig gut beraten mit Aktivitäten, die den ganzen Tagesablauf abbilden lassen: Gemeinsame Kochabende, Weinseminare oder Stadtführungen mit anschließendem Essen eignen sich hierfür bestens. Größere Unternehmen mit hundert und mehr Beschäftigten setzen meist auf modulare Konzepte, in denen sie ihre Abteilungen in Gruppen unterteilen.
Zu den bewährten Formaten gehören:
- Kreativworkshops wie Barista-Ausbildung, Sushi-Rollen, Cocktail-Mixing oder ähnliches, die berufliche Qualifikation mit Spaß verbinden
- Outdoor-Aktivitäten wie Segeltörns, Kanutouren oder Stadtrallyes, deren Anziehungskraft insbesondere in Hafenstädten groß ist
- Kulturformate wie geführte Museumsbesuche, Escape Rooms oder Theaterbesuche, die selbst die introvertierten Schwimmer im Team mit einbinden
- Soziale Projekte wie Aktionstage bei Wohltätigkeitsorganisationen, die nebenbei auch noch das Image des Unternehmens nach außen hin aufpolieren
Die Auswahl sollte nicht nur von der Geschäftsführung alleine getroffen werden. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter im Vorfeld befragen, erzielen eine höhere Bereitschaft zur Teilnahme und eine nachhaltigere Wirkung. Auch eine Wiederholung in einem gewissen Rhythmus, etwa halbjährlich, erzielt eine größere Wirkung als einmal jährlich stattfindende Großereignisse.
Rahmenbedingungen für ein gelungenes Event
Damit ein Teamevent den gewünschten Effekt erzielt, sind einige Rahmenbedingungen zu beachten. Die Teilnahme sollte innerhalb von Arbeitszeiten sein oder als Freizeit bezahlt werden. Und Freiwilligkeit ist ein Muss. Wo die Teilnahme befohlen wird, wird der Sinn des Events ins Gegenteil gewendet. Beschäftigte mit Kleinkindern oder pflegebedürftigen Angehörigen brauchen einen Vorlauf von mindestens vier bis sechs Wochen.
Die Wahl der Location hat Einfluss darauf, wie gut das Ergebnis ist. Vor allem Räume mit klarer Trennlinie zum Arbeitsort werden von Beschäftigten besser akzeptiert als Aktionen im eigenen Betrieb. Ein Restaurant, das sein Teamevent im eigenen Gastraum abhält, muss damit rechnen, dass seine Gäste gedanklich immer noch im Arbeitsmodus sind.
Und bei der Nachbereitung zeigen sich die Unterschiede zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Formaten. Unternehmen, die nach dem Event ein kurzes Feedbackgespräch anbieten, die Fotos oder Andenken im Personalraum auslegen, verlängern den Effekt spürbar. Wer das Event einmalig veranstaltet und anschließend im Tagesgeschäft nicht mehr aufgreift, verschenkt einen Teil der Wirkung.
Quelle: Gastbeitrag
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