Erfurt ist weit mehr als Domplatz, Krämerbrücke und mittelalterliche Fachwerkhäuser. In den vergangenen drei Jahren haben wir die Thüringer Landeshauptstadt immer wieder besucht – und jedes Mal neue Seiten entdeckt. Genau das macht für uns ihren Reiz aus: Selbst wer schon einmal hier war, findet noch eine kleine Gasse, ein ungewöhnliches Detail, einen neuen Lieblingsplatz oder ein Restaurant, das beim letzten Besuch unentdeckt geblieben ist.
- Spaziergang mit Altstadtgefühl: das Andreasviertel
- Ein Museum im Renaissancejuwel: Haus zum Stockfisch
- Zwischen Ruine und Kunst: die Barfüßerkirche
- Erfurt von seiner grünen Seite: entlang der Gera
- Ein Blick hinter die Kulissen der DDR: Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße
- Industriekultur mit Haltung: Erinnerungsort Topf & Söhne
- Ein Stück Gartenstadt: der egapark
- Druckerschwärze und Handwerk: der Benary-Speicher
- Kleine Gassen, große Geschichte: das jüdische Erbe Erfurts
- Ein stiller Klassiker: das Augustinerkloster
- Mittelalterliche Stadtarchitektur erleben: die Waagegasse
- Alte Universität Erfurt: das Collegium Maius
- Besonderer Fotospot: die vier Fensterbilder am Collegium Maius
- Kunst mitten in der Stadt: das Angermuseum
- Tierisch abwechslungsreich: der Thüringer Zoopark Erfurt
- Ein Klassiker mit vielen Details: die Krämerbrücke
- Auf den Spuren der Kindheit: die KiKA-Figuren
- Ein Wahrzeichen der Stadt: der Erfurter Dom
- Hoch über den Dächern: der Blick vom Petersberg
- Unter der Festung: die Kasematten
- Kunst aus der DDR: das Mosaik von Josep Renau
- Süße Pause auf der Krämerbrücke: Goldhelm
- Genuss mit Aussicht: Glashütte Petersberg
- Wein genießen: Weinladen L’escargot
- Eiskrämer NaturEis: Eis mit echten Zutaten
- DAS KEHRS Hotel Petersberg: über den Dächern der Stadt
- Hotel Krämerbrücke: wohnen mitten in der Altstadt
- Hotel Am Kaisersaal: zentral und familienfreundlich
- Welches Hotel passt zu welchem Erfurt-Trip?
Wer sich Zeit nimmt und nicht nur den klassischen Sehenswürdigkeiten folgt, erlebt eine Stadt mit vielen Facetten. Historische Orte erzählen vom Mittelalter, der Reformation und der deutschen Teilung. Kleine Viertel überraschen mit individuellem Flair, und entlang der Gera zeigt sich Erfurt von seiner grünen Seite. Dazu kommt eine Gastronomieszene, die Thüringer Tradition mit moderner Küche verbindet.
Unsere Auswahl ist bewusst persönlich. Es sind Orte, die uns bei unseren Besuchen besonders aufgefallen sind oder einem Aufenthalt eine zusätzliche Facette geben. Manche davon sind längst keine Geheimtipps mehr, haben aber ihren Charakter bewahrt. Andere liegen etwas abseits der üblichen Wege und sind gerade deshalb interessant. Es geht nicht darum, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sondern Erfurt jenseits der bekannten Postkartenmotive kennenzulernen.
Spaziergang mit Altstadtgefühl: das Andreasviertel
Nur wenige Schritte vom Domplatz entfernt beginnt eine der charmantesten Ecken Erfurts. Das Andreasviertel wirkt stellenweise wie ein kleines Dorf mitten in der Stadt: schmale Straßen, historische Fachwerkhäuser, kleine Geschäfte und gemütliche Lokale prägen das Bild.
Wir landen bei unseren Besuchen immer wieder gern hier, weil man den Stadtplan einfach in der Tasche lassen und ohne festes Ziel loslaufen kann. Rund um die Andreasstraße warten liebevoll restaurierte Fassaden, kleine Innenhöfe und Details, die beim schnellen Vorbeigehen leicht übersehen werden. Historische Bausubstanz trifft hier auf junges Stadtleben.
Unser Tipp: Am späten Nachmittag kommen, wenn der größte Trubel langsam nachlässt.
Ein Museum im Renaissancejuwel: Haus zum Stockfisch
Wer Erfurt besser verstehen möchte, sollte nicht nur durch die Straßen laufen, sondern auch einmal hinter historische Fassaden schauen. Eine gute Gelegenheit bietet das Stadtmuseum im Haus zum Stockfisch. Schon das Renaissancegebäude selbst ist sehenswert.
Im Inneren wird die Geschichte Erfurts von den frühen Anfängen bis in die jüngere Vergangenheit erzählt. Handel, Handwerk, Universität, Religion und das Leben der Stadtgesellschaft werden miteinander verknüpft. Gerade nach mehreren Besuchen ist es spannend, bekannte Straßen und Plätze mit diesem Hintergrund noch einmal neu zu betrachten. Auch die Reformationsgeschichte und Martin Luthers Zeit in Erfurt werden in einen größeren Zusammenhang eingeordnet.
Unser Tipp: Nicht nur auf die großen Ausstellungsstücke achten. Gerade Alltagsgegenstände machen vergangenes Stadtleben greifbar.
Zwischen Ruine und Kunst: die Barfüßerkirche
Mitten in der Innenstadt steht ein Ort, der auf den ersten Blick fast wie ein romantisches Baufragment wirkt: die Barfüßerkirche. Die ehemalige Franziskanerkirche wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Erhalten geblieben sind unter anderem mittelalterliche Glasfenster und der historische Flügelaltar.
Mittelalterliche Architektur, Kriegszerstörung und Erinnerungskultur treffen hier unmittelbar aufeinander.
Unser Tipp: Den Besuch mit einem Bummel über den Anger und durch die südliche Altstadt verbinden.
Erfurt von seiner grünen Seite: entlang der Gera
Wenn von Erfurt die Rede ist, stehen meist die historischen Bauwerke im Mittelpunkt. Dabei gibt es selbst im Zentrum viele ruhige Wasser- und Grünräume, die eine willkommene Pause vom Stadttrubel bieten. Bäume, kleine Brücken, Uferwege und das Wasser bilden einen schönen Kontrast zur lebendigen Altstadt. Für eine Pause empfehlen wir einen Stopp im Restaurant Pier 37, direkt an der Gera.
Unser Fototipp: Früh am Morgen oder am Abend am Wasser entlanggehen. Dann ist das Licht weich und die Stadt wirkt ruhiger.
Ein Blick hinter die Kulissen der DDR: Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße
In der Andreasstraße befand sich zu DDR-Zeiten ein Gefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit. Heute erinnert die Gedenk- und Bildungsstätte an politische Haft, Überwachung, Widerstand und die Friedliche Revolution.
Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung von persönlichen Schicksalen und politischer Geschichte. Besucher erfahren nicht nur, wie die Strukturen der DDR funktionierten, sondern auch, was sie für einzelne Menschen bedeuteten. Der Besuch ist intensiver als ein klassischer Museumsrundgang und sollte nicht zwischen zwei Programmpunkte geschoben werden.
Unser Tipp: Anschließend einen ruhigen Spaziergang durch die Umgebung einplanen, damit die Eindrücke nachwirken können.
Industriekultur mit Haltung: Erinnerungsort Topf & Söhne
Auf dem ehemaligen Firmengelände von J. A. Topf & Söhne beschäftigt sich eine Ausstellung mit der Rolle des Unternehmens im Holocaust. Die Firma produzierte unter anderem Verbrennungsöfen für Konzentrationslager und unterstützte die SS mit technischen Lösungen für den Massenmord.
Der Erinnerungsort stellt die schwierige Frage, wie Menschen im beruflichen Alltag zu Beteiligten an Verbrechen werden konnten. Die Ausstellung verbindet Unternehmensgeschichte, Technik und individuelle Verantwortung. Damit erhält ein Erfurt-Besuch eine historische Dimension, die weit über Mittelalter und Reformation hinausgeht.
Unser Tipp: Genügend Zeit einplanen und den Besuch nicht als schnellen Programmpunkt behandeln.
Ein Stück Gartenstadt: der egapark
Nach mehreren historischen Stationen tut etwas Grün gut. Der egapark bildet einen reizvollen Kontrast zur Altstadt und verbindet Gartenkunst, Architektur und Freizeit. Themengärten, Blumenbeete, große Rasenflächen und saisonale Bepflanzungen laden dazu ein, den Städtetrip für ein paar Stunden langsamer anzugehen.
Auch die Geschichte des Parks ist interessant: Er wurde stark von der Garten- und Ausstellungskultur der DDR geprägt und verbindet dieses Erbe heute mit modernen Freizeitangeboten. Wer mehrere Tage in Erfurt verbringt, kann hier problemlos einen halben Tag verbringen.
Unser Tipp: Nicht alles auf einmal ansehen, sondern einen Bereich auswählen und die Atmosphäre genießen.
Druckerschwärze und Handwerk: der Benary-Speicher
Ein Spezialtipp für Freunde von Büchern, Papier und historischem Handwerk ist der ehemalige Benary-Speicher. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde im 19. Jahrhundert als Samenspeicher errichtet. Erhalten sind historische Elemente der Holzkonstruktion sowie ein alter Sackaufzug.
Das Druckereimuseum vermittelt, wie Buchdruck und künstlerische Handdrucktechniken früher funktionierten. Solche Orte mögen wir besonders, weil sie Geschichten erzählen, die bei einem normalen Stadtrundgang kaum sichtbar werden.
Unser Tipp: Vor dem Besuch die aktuellen Führungs- und Veranstaltungstermine prüfen. Das Museum ist nicht jederzeit wie ein klassisches Ausstellungshaus geöffnet.
Kleine Gassen, große Geschichte: das jüdische Erbe Erfurts
Erfurt besitzt ein jüdisches Kulturerbe von außergewöhnlicher Bedeutung. Die Alte Synagoge, die mittelalterliche Mikwe und das Steinerne Haus gehören seit 2023 zum UNESCO-Welterbe „Jüdisch-Mittelalterliches Erbe in Erfurt“.
Die drei Orte erzählen von der jüdischen Gemeinde im mittelalterlichen Erfurt und ihrer Einbindung in das städtische Leben. Die Alte Synagoge ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen und soll nach aktueller Planung Ende Februar 2027 wieder öffnen. Auch der Erfurter Schatz ist in dieser Zeit nicht zu besichtigen.
Das jüdische Erbe bleibt dennoch erlebbar – unter anderem durch die mittelalterliche Mikwe, das Steinerne Haus und die Kleine Synagoge.
Unser Tipp: Eine Führung durch das Jüdische Quartier buchen, um die historischen Zusammenhänge besser zu verstehen.
Ein stiller Klassiker: das Augustinerkloster
Etwas abseits des größten Trubels liegt das Augustinerkloster. Die Anlage entstand um 1300 und ist eng mit Martin Luthers Zeit in Erfurt verbunden. Luther trat 1505 in das Kloster ein und verbrachte hier prägende Jahre.
Heute erinnert die Anlage an diese Zeit und vermittelt zugleich einen Eindruck vom mittelalterlichen Klosterleben. Kreuzgänge, Innenhöfe und die schlichte Architektur bilden einen starken Kontrast zum lebhaften Stadtzentrum.
Unser Tipp: Den Besuch mit einem Spaziergang durch die östliche Altstadt verbinden und bewusst etwas Zeit ohne festes Programm lassen.
Mittelalterliche Stadtarchitektur erleben: die Waagegasse
Die Waagegasse zeigt, dass Erfurter Geschichte nicht hinter Museumstüren endet. Die schmale Gasse liegt mitten im historischen Zentrum – in einem Bereich, in dem Handel und jüdisches Leben im mittelalterlichen Erfurt eng verbunden waren.
Interessant ist vor allem das Zusammenspiel aus Straßenverlauf, Hausfassaden und historischen Bauformen. Wer langsam durch die Gasse geht, entdeckt zahlreiche Details an den Gebäuden. Wir bleiben hier gern stehen und schauen nach oben.
Unser Fototipp: Früh am Morgen ist die Waagegasse besonders ruhig und entfaltet eine intensive historische Atmosphäre.
Alte Universität Erfurt: das Collegium Maius
In der Michaelisstraße, gegenüber der Michaeliskirche, steht das Collegium Maius, das Hauptgebäude der alten Universität Erfurt. Nach aktuellem Forschungsstand wurde die Universität bereits 1379 gegründet und gilt damit als älteste Universität Deutschlands.
Martin Luther nahm hier 1501 im Alter von 17 Jahren sein Studium auf und absolvierte zunächst das Grundstudium der Sieben Freien Künste. Die Universität vereinte damals die vier mittelalterlichen Fakultäten Philosophie, Theologie, Medizin und Recht.
Das Gebäude wurde 1945 durch amerikanische Fliegerbomben bis auf die Erdgeschossmauern zerstört und später originalgetreu rekonstruiert. Besonders sehenswert ist das spätgotische Portal, das die Geschichte der alten Hochschule sichtbar macht.
Unser Tipp: Das Collegium Maius mit einem Rundgang durch das sogenannte Lateinische Viertel verbinden.
Besonderer Fotospot: die vier Fensterbilder am Collegium Maius
Oberhalb des Hauptportals des Collegium Maius befinden sich vier Fensterbilder aus Glas, die viele Besucher übersehen. Auch wir sind bei unserem ersten Besuch daran vorbeigelaufen und wurden erst bei einer Stadtführung darauf aufmerksam.
Die Symbole stehen für die vier klassischen Fakultäten der alten Universität. Auge und Buch verweisen auf die Philosophische Fakultät und stehen für Erkenntnis, Weisheit und die Freien Künste. Schlange und Stab, der Äskulapstab, symbolisieren die Medizinische Fakultät. Kreuz und Fisch beziehungsweise Kreuz und Buch oder Kelch stehen für die Theologie. Schwert und Waage repräsentieren die Juristische Fakultät.
Unser Tipp: Nicht nur das gesamte Portal fotografieren, sondern auch die vier Symbole gezielt festhalten.
Kunst mitten in der Stadt: das Angermuseum
Erfurt ist nicht nur eine Stadt der mittelalterlichen Architektur. Kunstfreunde sollten dem Angermuseum deshalb Zeit widmen. Es gehört zu den bedeutenden Kunstsammlungen Thüringens und bietet einen spannenden Kontrast zur historischen Stadtlandschaft.
Unterschiedliche Epochen und künstlerische Positionen eröffnen eine andere Perspektive auf die kulturelle Entwicklung der Region. Nach mehreren Stunden zwischen Fachwerk, Kirchen und Gassen ist der Museumsbesuch eine angenehme Abwechslung.
Unser Tipp: Einen Schwerpunkt auswählen, statt zu versuchen, jede Ausstellung vollständig zu sehen.
Tierisch abwechslungsreich: der Thüringer Zoopark Erfurt
Für Familien und alle, die einen halben oder ganzen Tag außerhalb der Innenstadt verbringen möchten, ist der Thüringer Zoopark Erfurt eine schöne Abwechslung. Auf dem weitläufigen Gelände leben zahlreiche Tierarten, darunter Afrikanische Elefanten, Nashörner und Giraffen.
Die großzügigen Anlagen und vielen Grünflächen machen den Zoopark zu einem Ziel, das sich deutlich vom klassischen Sightseeing unterscheidet. Gerade mit Kindern lassen sich Bewegung, Natur und Tierbeobachtung gut verbinden.
Unser Tipp: Einen eigenen halben oder ganzen Tag dafür reservieren. Für einen kurzen Zwischenstopp ist das Gelände zu groß.
Ein Klassiker mit vielen Details: die Krämerbrücke
Die Krämerbrücke gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Erfurts und darf trotz ihres Bekanntheitsgrades in keinem persönlichen Erfurt-Guide fehlen. Die historische Brücke überspannt die Gera und ist zugleich eine bewohnte Häuserzeile mit kleinen Geschäften, Manufakturen und besonderen Läden.
Gerade deshalb lohnt es sich, die Brücke nicht nur vom Wenigemarkt aus zu fotografieren, sondern wirklich durch die Häuserzeile zu schlendern. Kleine Schaufenster, Innenhöfe und andere Details gehen bei einem schnellen Besuch leicht unter.
Unser Tipp: Zeit für die kleinen Geschäfte einplanen und anschließend durch die angrenzenden Gassen weitergehen. Besonders schön ist die Atmosphäre am frühen Morgen oder am späten Abend.
Auf den Spuren der Kindheit: die KiKA-Figuren
Erfurt ist die Heimat des Kinderkanals KiKA. Deshalb begegnet man in der Innenstadt immer wieder bekannten Figuren aus beliebten Kinderprogrammen. Bernd das Brot steht am Fischmarkt, Maus und Elefant am Anger. Weitere Figuren sind an verschiedenen Stellen der Stadt zu entdecken.
Auch Pittiplatsch, Käpt’n Blaubär, Hein Blöd, Schnatterinchen und Moppi gehören zum ungewöhnlichen Stadtbild. Für Familien ist das eine schöne Möglichkeit, Sightseeing spielerisch zu gestalten. Aber auch Erwachsene bleiben oft stehen und entdecken dabei ungewöhnliche Fotomotive.
Unser Tipp: Die Figuren in einen normalen Stadtspaziergang einbauen, statt sie alle auf einmal abzuarbeiten.
Ein Wahrzeichen der Stadt: der Erfurter Dom
Der Erfurter Dom St. Marien gehört gemeinsam mit der Severikirche zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Vom Domplatz führt die große Freitreppe mit genau 70 Stufen hinauf zum Domberg – ein besonderer Auftakt für den Besuch.
Die Domstufen sind kaskadenförmig angelegt, durch vier Absätze in fünf Abschnitte gegliedert und führen zum Triangelportal von Dom und Severikirche. Im Dom selbst sind unter anderem der hochgotische Chor, mittelalterliche Kunstwerke und die berühmte Gloriosa sehenswert. Im Sommer dienen die 70 Stufen außerdem als Kulisse für die DomStufen-Festspiele.
Unser Tipp: Den Dom als eigenes Ziel einplanen und ausreichend Zeit für Domplatz, Domstufen und das Ensemble mit der Severikirche mitbringen.
Hoch über den Dächern: der Blick vom Petersberg
Der Petersberg gehört nicht mehr zu den völlig unbekannten Orten Erfurts. Trotzdem ist der Blick von oben für uns immer wieder einer der schönsten Momente eines Stadtbesuchs. Von der Festung aus liegt die historische Altstadt förmlich zu Füßen.
Dom, Severikirche, Krämerbrücke und die Dächer der Innenstadt ergeben je nach Wetter und Tageszeit immer neue Motive. Besonders am späten Nachmittag und frühen Abend verändert das Licht die gesamte Szenerie.
Unser Tipp: Nicht nur tagsüber hinaufgehen, sondern den Petersberg auch zum Sonnenuntergang besuchen.
Unter der Festung: die Kasematten
Unterhalb der Zitadelle Petersberg wartet ein spannender Perspektivwechsel. Die historischen Kasematten und Horchgänge führen in die verborgene Seite der Festungsanlage. Die engen, teilweise dunklen Gänge vermitteln unmittelbar, wie komplex die Verteidigungsarchitektur früher war.
Weil man sich hier unterhalb des bekannten Aussichtspunkts bewegt, bekommt der Petersberg eine ganz andere Dimension. Die historischen Details lassen sich bei einer Führung besonders gut verstehen.
Unser Tipp: Eine Führung buchen, wenn ihr mehr über die Funktion der einzelnen Bereiche erfahren möchtet.
Kunst aus der DDR: das Mosaik von Josep Renau
Ein ungewöhnlicher Fotospot befindet sich am Moskauer Platz. Dort steht das großformatige Mosaik „Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik“ des spanischen Künstlers Josep Renau. Das rund 30 Meter breite und sieben Meter hohe Werk entstand in den 1980er-Jahren.
Zwei große Hände, Natur, Technik, Wissenschaft und Architektur verbinden sich zu einem monumentalen Bild. Renau kam 1958 aus Spanien in die DDR und schuf mehrere Arbeiten im öffentlichen Raum. Das Mosaik wurde später restauriert und wieder aufgestellt.
Unser Tipp: Nicht nur fotografieren, sondern sich auch kurz mit der Entstehung und Geschichte des Werks beschäftigen.
Erfurt schmecken: unsere Gastrotipps für Genießer
Zu einem gelungenen Erfurt-Besuch gehört für uns auch eine kulinarische Entdeckungstour. Die Stadt bietet weit mehr als Thüringer Bratwurst und Klöße. Kleine Manufakturen, moderne Gastronomie, Eis und Wein ergänzen die traditionellen Angebote.
Gerade bei einem mehrtägigen Aufenthalt lässt sich daraus eine abwechslungsreiche Genussroute zusammenstellen. Dabei müssen es nicht immer große Restaurants sein. Manchmal ist ein kleiner Zwischenstopp an der richtigen Stelle das schönste Erlebnis. Unsere Auswahl konzentriert sich auf Adressen, die sich gut mit einem Stadtrundgang verbinden lassen.
Süße Pause auf der Krämerbrücke: Goldhelm
Goldhelm ist längst mehr als ein Geheimtipp. Die Schokoladenmanufaktur auf der Krämerbrücke gehört für viele Besucher fest zu einem Erfurt-Aufenthalt. Handgefertigte Schokoladen, Pralinen und hausgemachtes Eis bieten die passende Gelegenheit für eine süße Pause.
Wir nehmen bei unseren Besuchen gern eine Kleinigkeit mit und genießen sie später beim Spaziergang. Auch als kulinarisches Souvenir eignet sich Goldhelm hervorragend.
Unser Tipp: Eine Spezialität mitnehmen und sie bei einem weiteren Rundgang durch die Altstadt genießen.
Genuss mit Aussicht: Glashütte Petersberg
Wer Essen und Aussicht verbinden möchte, sollte den Petersberg einplanen. Die Glashütte Petersberg verbindet moderne Architektur mit dem historischen Festungsensemble. Von hier bietet sich ein eindrucksvoller Blick über die Dächer der Stadt.
Besonders am Abend entsteht eine stimmungsvolle Atmosphäre. Die Küche setzt auf regionale Produkte und moderne Interpretationen.
Unser Tipp: Den Restaurantbesuch mit einem Rundgang über die Zitadelle verbinden und möglichst den Sonnenuntergang einplanen.
Wein genießen: Weinladen L’escargot
Mitten auf der Krämerbrücke, in der Krämerbrücke 32, befindet sich der Weinladen L’escargot. Hier treffen regionale Weine aus Thüringen auf internationale Tropfen aus Frankreich, Italien, Spanien und weiteren Anbaugebieten.
Besonders angenehm ist der unkomplizierte Charakter des Ladens. Neben dem Verkauf gibt es offenen Ausschank und kleine Snacks. Stühle laden dazu ein, sich ohne großes Zeremoniell niederzulassen. So ist L’escargot ein lokaler Treffpunkt, an dem Einheimische und Besucher zusammenkommen.
Unser Tipp: Nach dem Bummel über die Krämerbrücke ein Glas Wein genießen und den Aufenthalt ohne Zeitdruck ausklingen lassen.
Weinladen L’escargot
Krämerbrücke 32
99084 Erfurt
Tel. +49 361 64209619
Eiskrämer NaturEis: Eis mit echten Zutaten
Wer in Erfurt besonderes Eis sucht, sollte Eiskrämer NaturEis auf dem Zettel haben. Das Konzept setzt nach eigener Beschreibung auf Eis aus echten Früchten und echter Milch – ohne Milchpulver, künstliche Aromen, Farbstoffe und Konservierungsstoffe. Dazu kommen selbstgemachte Schokolade, Karamell und Nougat.
Das Sortiment reicht von „Brückentrüffel Deluxe“ und „Mango Tango“ bis zu ausgefalleneren Sorten wie „Herr Nougat & Frau Sauerkirsch“, „Die 3 Gärten Japans“ oder „Edelkakao Dattel“. Besonders praktisch ist die Lage direkt an der Krämerbrücke.
Unser Tipp: Nicht nur klassische Sorten wählen, sondern eine der ungewöhnlicheren Kreationen probieren.
Eiskrämer-Eisdiele und Eiskrämer Kiosk
Krämerbrücke 15
Parkmöglichkeiten in Erfurt
Wer mit dem Auto nach Erfurt reist, findet verschiedene Parkhäuser und Parkmöglichkeiten rund um die Innenstadt. Für die Reiseplanung lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Angebote der Stadt.
Besonders praktisch ist es, das Auto zentral abzustellen und die historische Innenstadt anschließend zu Fuß zu erkunden. So lassen sich Domplatz, Dom, Krämerbrücke, Andreasviertel und viele weitere Ziele gut miteinander verbinden.
Unser persönlicher Tipp ist das Parkhaus am Domplatz. Es liegt sehr zentral, bietet große Parkboxen und eine unkomplizierte Einfahrt. Von dort sind es nur wenige Schritte bis in die Innenstadt und zu zahlreichen wichtigen Sehenswürdigkeiten – ein guter Ausgangspunkt für einen ganzen Stadttag.
Die besten Hotels für eine Städtereise in Erfurt
Nach einem langen Tag zwischen Museen, Fachwerkhäusern und historischen Gassen stellt sich die Frage nach der passenden Unterkunft. Die Lage des Hotels prägt das Reisegefühl deutlich.
Wer mitten in der Altstadt wohnt, kann viele Ziele zu Fuß erreichen und abends spontan noch einmal losziehen. Wer auf dem Petersberg übernachtet, erlebt dagegen Ruhe und Aussicht. Deshalb lohnt es sich, die Unterkunft nach dem eigenen Reisestil auszuwählen. Für einen klassischen ersten Besuch bietet sich die Innenstadt an, während der Petersberg besonders für einen ruhigeren Aufenthalt interessant ist.
DAS KEHRS Hotel Petersberg: über den Dächern der Stadt
Das DAS KEHRS Hotel auf dem Petersberg verbindet modernes Design mit einer außergewöhnlichen historischen Lage. Hoch über der Altstadt bietet das Haus Ruhe, Natur und einen weiten Blick über Erfurt. Gleichzeitig sind Domplatz, Krämerbrücke und die historische Innenstadt zu Fuß erreichbar.
Die Zimmer reichen von kompakten Einzelzimmern bis zu großzügigen Suiten. Ergänzt wird das Angebot durch Wellness- und Fitnessmöglichkeiten. Direkt neben dem Hotel befindet sich das Restaurant Peberg mit regionaler Küche, Terrasse und Blick über die Stadt.
Unser Tipp: Wer Erfurt schon kennt und diesmal etwas Besonderes sucht, sollte den Petersberg als Übernachtungsort ausprobieren.
DAS KEHRS Hotel
Petersberg 3
99084 Erfurt
Telefon: +49 361 660 15 660
E-Mail: info@daskehrshotel.de
Hotel Krämerbrücke: wohnen mitten in der Altstadt
Das Hotel Krämerbrücke liegt unmittelbar im historischen Zentrum. Krämerbrücke, Wenigemarkt, Rathaus und zahlreiche Restaurants sind bequem zu Fuß erreichbar.
Besonders reizvoll ist die Verbindung aus historischem Umfeld und modernem Hotelkomfort. Einige Zimmer liegen direkt auf der Krämerbrücke – damit wird das historische Ambiente tatsächlich Teil des Aufenthalts. Das Hotel eignet sich vor allem für Erstbesucher, Paare und Familien, die kurze Wege schätzen.
Unser Tipp: Wer morgens früh durch die noch ruhige Altstadt gehen möchte, hat hier einen idealen Ausgangspunkt.
Hotel Krämerbrücke
Gotthardtstraße 27
99084 Erfurt
Telefon: +49 361 67400
Hotel Am Kaisersaal: zentral und familienfreundlich
Das Hotel Am Kaisersaal liegt in der Futterstraße, mitten im historischen Zentrum. Die kurzen Wege zur Krämerbrücke, zum Wenigemarkt und zu zahlreichen Restaurants machen es zu einer praktischen Wahl für einen Kurzurlaub.
Familien profitieren von einer auf Kinder ausgerichteten Ausstattung. Autofahrer können die hoteleigene Tiefgarage nutzen. Das Hotel eignet sich besonders für Reisende, die Komfort und eine unkomplizierte Organisation schätzen.
Geeignet für: Familien, Paare und Städtereisende mit Auto.
Hotel Am Kaisersaal
Futterstraße 8
99084 Erfurt
Telefon: +49 361 658560
E-Mail: info@hotel-am-kaisersaal.de
Welches Hotel passt zu welchem Erfurt-Trip?
Wer zum ersten Mal nach Erfurt kommt und zentral wohnen möchte, findet im Hotel Krämerbrücke oder im Hotel Am Kaisersaal praktische Optionen. Wer kleinere Häuser und eine persönlichere Atmosphäre bevorzugt, kann sich das Hotel Domizil oder die Villa Altstadtperle ansehen.
Für Ruhe, Aussicht und ein außergewöhnliches Umfeld ist das DAS KEHRS Hotel auf dem Petersberg eine passende Wahl. Die Innenstadt eignet sich besonders für Reisende, die viele Ziele zu Fuß erreichen möchten. Der Petersberg passt dagegen zu einem Aufenthalt, bei dem Ruhe und Aussicht im Vordergrund stehen.
Erfurt erleben, entdecken, genießen und wiederkommen
Nach drei Jahren mit wiederholten Besuchen würden wir Erfurt nicht als Stadt beschreiben, die man an einem Wochenende einfach „abarbeitet“. Natürlich gehören Domplatz, Krämerbrücke und Petersberg zu einem ersten Besuch dazu. Wirklich interessant wird die Stadt aber dort, wo man die bekannten Wege verlässt. Andreasviertel, Collegium Maius, Waagegasse, Gera-Ufer, jüdisches Erbe sowie die verschiedenen Kunst- und Erinnerungsorte zeigen ganz unterschiedliche Seiten Erfurts.
Dazu kommen kleine Genussmomente bei Wein, Schokolade oder NaturEis. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt zwischen den bekannten Sehenswürdigkeiten immer wieder neue Details. Genau deshalb lohnt es sich, Erfurt mehr als einmal zu besuchen: Die Stadt wirkt vertraut und überrascht trotzdem jedes Mal aufs Neue.
Quelle: Redaktion, 27.08.2026
Bilder: Redaktion
