Händel trifft auf Luther

(hoga-presse) Halle ist vom 5. bis 15. Juni 2014 traditionell Gastgeber der Händel-Festspiele. 47 Veranstaltungen und ein umfangreiches Rahmenprogramm sind im Geburtsort des Komponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759) zu erleben. Internationale Künstler und Ensembles bieten in der Saalestadt und an anderen Plätzen Musik der Spitzenklasse. In diesem Jahr stehen die Festspiele unter dem Thema „Georg & Georg“. Das Programm stellt Bezüge zum 300. Jahrestag der Krönung Georgs I. zum englischen König her. Bei ihm war Händel vor seinem Wechsel nach London als Kapellmeister angestellt. Als Kurfürst Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg residierte er in Hannover bis 1714 seine Berufung auf den britischen Thron erfolgte. So wurde die Königsdynastie des Hauses Hannover als Träger der britischen Krone begründet.

Zum dritten Mal richten die Händel-Festspiele den Blick auf Martin Luther und verstehen dies als einen Beitrag zum Themenjahr „Reformation und Politik“ der Luther-Dekade. Musikalische Angebote gibt es dazu in der Eisleber St. Andreaskirche und in der Kirche St. Georg von Mansfeld. Beide sind authentische Orte der Reformationsgeschichte.

Am 13. Juni um 19 Uhr heißt es in der St. Andreaskirche „Georgs Musik II: Himmels-Lieder“. Franz Vitzthum und das Capricornus Consort Basel gelten als die idealen Interpreten für die faszinierende deutsche Musik des 17. Jahrhunderts. Der Countertenor singt protestantische Lieder und Kantaten aus dem mitteldeutschen Raum. Sie entstanden zu Lebenszeit des Vaters von Georg Friedrich Händel. Werke aus dem Weißenfelser Umfeld gehören dazu, die auf eine Wiederentdeckung hoffen. Mit den Eintrittskarten kann am Konzerttag Luthers Sterbehaus kostenlos besucht werden.

Die St.-Andreas-Kirche ist die Pfarrkirche der Eisleber Altstadt. Vom romanischen Vorgängerbau existieren noch die Untergeschosse des doppeltürmigen Westbaus. Der spätgotische Innenraum beherbergt wertvolle Ausstattungsstücke wie einen vierflügligen Altar aus Mitteldeutschland. In der Kirche hielt Martin Luther 1546 seine vier letzten Predigten. Am 19. Februar war der gerade verstorbene Reformator vor seiner Überführung nach Wittenberg dort aufgebahrt.

Lieder und Motetten von Martin Luther, Johann Walter und Caspar Othmayr bringt die „Himlische Cantorey“, ECHO Klassik-Preisträger des Jahres 2006, am 14. Juni um 16 Uhr in der in der Mansfelder Kirche St. Georg zu Gehör. Das Konzert „Ein feste Burg ist unser Gott“ des solistischen Vokalensembles, das an den Ablauf einer deutschen Messe nach Martin Luther angelehnt ist, will die Musik der Reformationszeit zum Leben erwecken.

Das spätgotische Gotteshaus selbst, es wird auch als Luthers Heimatkirche bezeichnet, wurde zwischen 1497 bis 1518 errichtet. Ihren Namen erhielt es nach dem Schutzpatron der Mansfelder Grafen „St. Georg“. Der Bau verfügt über eine sehenswerte Ausstattung wie eine hölzerne Hufeisenempore mit Brüstungsmalereien. Dort stellen 49 Tafeln vom Anfang des 17. Jahrhunderts biblische Geschichten dar. Ein ganzfiguriges Porträt Martin Luthers wird der Schule von Lucas Cranach zugeschrieben. Am Tag des Konzertes findet von 10 bis 18 Uhr das Fest zur Eröffnung des neuen Museums „Luthers Elternhaus“ statt. Die Exposition dort trägt den Titel „Ich bin ein Mansfeldisch Kind“. Sie erzählt vom Alltag der Familie Luther in Mansfeld.

Autor: Klaus-Peter Voigt

Karten für die Händel-Festspiele 2014 sind erhältlich:
–       Hotline 0345 5652706 (Montag bis Freitag: 7 bis 19 Uhr, Samstag: 7 bis 14 Uhr)
–       www.haendelhaus.de
–       bundesweit in allen CTS-Eventim-Vorverkaufsstellen
www.luther-erleben.de

Ansprechpartnerin Reisetipp Sachsen-Anhalt:
Annika Jeschek
Telefon: 0391 5689982
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