(hoga-presse) Autobahnrastanlagen in Bayern und Thüringen vor Arbeitskampf. Ostern bleibt die Küche kalt.

Nach fünf erfolglosen Verhandlungsrunden mit der Autogrill Deutschland GmbH – begleitet von zehn Warnstreiks – sieht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Tarifrunde für den erstmaligen Abschluss eines Lohn- und Manteltarifvertrages in Bayern und Thüringen als gescheitert an. In einer Urabstimmung sprachen sich mehr als 98 Prozent der beteiligten NGG-Mitglieder für einen unbefristeten Arbeitskampf aus. Nun droht Ostern ein unbefristeter Streik an den Autobahnraststätten in Bayern und Thüringen.

Verhandlungsführer Wilfried Maxim: „Für die Beschäftigten gab es seit zehn Jahren keine Lohnerhöhungen. Neueingestellte erhalten lediglich acht Euro im Westen und 7,50 Euro pro Stunde im Osten. Zuschläge für Mehr-, Sonntags- und Feiertagsarbeit werden eben so wenig gezahlt wie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Für ihre gute Arbeit erwarten die Beschäftigten eine angemessene Vergütung und einen Tarifvertrag. Sie sind bereit, für einen anständigen Lohn zu kämpfen und zu streiken. Ihre Arbeit verdient mehr Respekt als das Magerangebot des Mailänder Geschäftsführers von Autogrill Europa, Marco Gatti, von 8,50 Euro für alle.

Die Autogrill Deutschland GmbH mit rund 1.500 Beschäftigten ist derzeit Pächterin an 36 Bundesautobahnraststätten, Flughäfen und Autohöfen. Für die zehn Niederlassungen in Bayern (Frankenhöhe Nord/Süd, Donautal Ost/West, Rhön Ost/West, Greding West/Ost, Illertal West und AGIP München Airport) und Thüringen (Eisenach und Hörselgau) führt die Gewerkschaft NGG erstmalig Verhandlungen über einen Lohn- und Manteltarifvertrag.

Der Autogrill Konzern mit Sitz in Mailand ist der weltweit größte Anbieter von Gastronomie- und Einzelhandelsdienstleistungen für Reisende. An 1.200 Standorten in 43 Ländern beschäftigt er rund 75.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mehr als 90 Prozent des Jahresumsatzes von mehr als zwei Milliarden Euro erwirtschaftet der Konzern an Autobahnen, Flughäfen und Bahnhöfen. Die Edizione Holding der Familie Benetton ist mit knapp 60 Prozent der Mehrheitseigner am Konzern Autogrill.

Dr. Karin Vladimirov
Pressesprecherin
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