(hoga-presse) Im Bayerischen Golf- und Thermenland reisen die Besucher bei Bayerns größtem Römerfest zurück in die Geschichte. Die Römer kommen. In Scharen. Schon bald. Das steht fest. „Salve Abusina“ heißt es vom 13. bis zum 15. August bei Bayerns größtem Römerfest in Bad Gögging. Normalerweise blickt das Bayerische Golf- und Thermenland als führende Kur-, Wellness- und Gesundheitsregion in Europa in die Zukunft. Beim Römerfest aber reisen die Besucher gedanklich zurück und mitten hinein ins Leben der Römer vor 2.000 Jahren. Auch sonst erfährt man im Städtedreieck zwischen Regensburg, Passau und Landshut viel Interessantes über die Römer. Denn die Geschichte der Römer ist auch die Geschichte der Region. Und die kann man noch heute in Ausgrabungsstätten, Museen und vielen anderen Orten entdecken.

Kunst und Kultur, Handel und Handwerk, Badeanlagen, Schwitzkuren und modernes Denken – all das brachten die Römer im 1. Jahrhundert nach Christus mit auf ihrem Weg zur Donau. Aus der Metropole Rom in die Provinz. Aber auch ins Golf- und Thermenland und damit in die Region, die damals die nördlichste Grenze des römischen Reichs war. Der Obergermanisch-Raetische-Limes ist UNESCO-Welterbe und gilt mit seinen damals 550 Kilometern langen Wällen, Palisaden und Mauern als längstes Bodendenkmal Europas. Aber auch als eine der bekanntesten Befestigungen, mit denen die Römer die Grenzen ihres Reichs absteckten, über die sie Nachrichten von Turm zu Turm übermittelten oder Handel betrieben. An der Donau brauchte es keine Mauern: Der Fluss markierte die Grenze und wird von Historikern nicht ohne Grund „Nasser Limes“ genannt.

In Bad Gögging stiegen schon die Römer ins schwefelhaltige Heilwasser
Erst vor einigen Jahren wurde bei Neustadt a.d. Donau ein Wachturm nachgebaut, in Stahlskelettbauweise samt moderner Holzhülle. Zeitfenster „erzählen“ wie die Römer damals in und um den Limesturm Hienheim lebten. „Geschichte zum Anfassen“ heißt das Motto bei den Römertagen in Kastell Abusina bei Bad Gögging, einem der kleinen, stark befestigten Kastelle, von denen aus die Legionäre in der Vergangenheit die Grenzen Roms sicherten. Unter der Kirche St. Andreas in Bad Gögging erinnern Überreste an eines der ältesten und größten römischen Heilbäder nördlich der Alpen. Und im römischen Museum staunen die Besucher über Teile des ältesten römischen Heilbades in Bayern: Badewannen findet man hier ebenso wie Badeuntensilien von anno dazumal oder den Baderaum mit dem großen Becken, in dem die Römer im schwefelhaltigen Wasser früher ihr Rheuma linderten. Auch in Bad Abbach schworen schon die Römer auf das heilende Wasser, wie Münzen aus der Zeit der Römer beweisen, die Archäologen bei den Quellen fanden.

In Regensburg wird die Römermauer durch Beleuchtung in Szene gesetzt
In Regensburg muss man kein Archäologe sein, um zu erkennen, wie sehr die Römer die Geschichte der Stadt prägten: Immer wieder sieht man in der Altstadt Teile der einstigen Mauer des römischen Lagers. Besonders bekannt sind die freigelegten und sanierten Abschnitte am Ernst-Reuter-Platz, am Hunnenplatz oder am Dachauplatz, die auch als „document Legionslagermauer“ bekannt sind. Mal werden die Mauerteile hier durch eine außergewöhnliche Beleuchtung in Szene gesetzt, mal flimmern Filme über den Bildschirm, mal informieren Tafeln über die Bedeutung der Römer fürs heutige Regensburg. Und wer tiefer in die Geschichte einsteigen will, sollte sich im Historischen Museum im ehemaligen Minoritenkloster die größte Dauerausstellung Bayerns über die Römer anschauen – oder mit seinen Kindern und  „echten“ Römern eine besonders aufregende Stadtführung durchs „Castra Regina“ machen.

In Straubing gibt´s den größten bekannten Fund an Paraderüstungen zu sehen
Auch in Straubing, oder besser gesagt in „Sorviodurum“, wie der Kastellort bei den Römern hieß, haben schon die Jüngsten die Möglichkeit, auf spielerische Art ein Stück Stadtgeschichte zu entdecken: Im Gäubodenmuseum gibt es in den Ferien eine „römische Schreibwerkstatt“ und weitere spannende Angebote. Auch ein Abstecher ins Museum selbst lohnt sich. Hier erfährt man manch Überraschendes über das Leben, die Landwirtschaft oder die Lager der Römer. Außerdem gibt es viele Exponate aus der Römerzeit zu sehen. Besonders stolz sind die Straubinger auf den größten bekannten Fund römischer Paraderüstungen samt Gesichtshelmen, Beinschienen oder Rossstirnen, die einst die Köpfe der Rösser im Kampf schützten oder bei Paraden schmückten. Straubing war schon früh ein bedeutendes Kastell für die römischen Streitkräfte, vorübergehende Heimat für mehrere tausend Mann und ein zentraler Marktort, von dem aus kräftig gehandelt wurde.

In Passau klickt man sich per Touchscreen zurück in die Geschichte
Feines „Terra Sigillata“, also Tafelgeschirr der Römer, können Geschichtsliebhaber im Archäologiemuseum Quintana in Künzing bestaunen, genau wie Spielsteine, Schmuck, Speere und Schreibgriffel – oder Militärdiplome, in denen beispielsweise geschrieben steht, wie einem nichtrömischem Soldaten nach einem Vierteljahrhundert im Dienst Roms das römische Bürgerrecht verliehen wurde. Außergewöhnlich sind auch Schätze wie das Modell eines Kastells oder die Reste eines Amphitheaters, mit dem im kleinen Künzing niemand gerechnet hätte. Beleuchtete Teile des echten Kastells sind im Passauer Römermuseum Kastell Boiotro der Höhepunkt für die Besucher. Die Römer und ihre Geschichte faszinieren. Auch im Jahr 2016. Das merkt man auch in dem neugestalteten Passauer Römermuseum, wenn Kinder wie Erwachsene schon nach wenigen Minuten ganz vertieft die über 600 Fund- und Ausstellungsstücke aus der Römerzeit bestaunen, an den Hörstationen lauschen, den Film über das römische Passau in über vier Jahrhunderten anschauen oder sich an den modernen Touchscreens durch die römische Historie klicken.

Internet:
www.bayerisches-thermenland.de
www.abusina.com; www.bad-goegging.de
www.tourismus.regensburg.de; www.stadtmaus.de
www.straubing.de; www.museum-quintana.de; www.passau.de

Tipps:
Römertage “Salve Abusina” in Eining bei Bad Gögging vom 13.-15. August 2016, www.abusina.com
Sonderausstellung “7000 Jahre Bier und Wein” bis 25.09.2016, www.museum-quintana.de

Informationen und Prospekte:
Tourismusverband Ostbayern, Im Gewerbepark D 04, 93059 Regensburg, Tel. 0941 58539-0, Fax 0941 58539-39, www.ostbayern-tourismus.de, www.bayerisches-thermenland.de.

Quelle: Pressemitteilung Tourismusverband Ostbayern vom 24.04.2016.