(hoga-presse) Prignitzer „Nationalgericht“ auf der Grünen Woche. Der Knieperkohl – regionale Delikatesse der Prignitz – kann auf der Berliner Messe verkostet werden.

Es ist das Lieblingsgericht vieler Prignitzer: der Knieperkohl. Die schmackhafte und zugleich gesunde Delikatesse aus Grünkohl, Markstammkohl (blau) und Weißkohl kommt in der brandenburgischen Region Prignitz hauptsächlich im Herbst und im Winter auf den Tisch. Jedes Jahr wird das regionale Gericht sehnsüchtig von Einheimischen wie auch Touristen erwartet. Das Sauerge müse, auch bekannt als „Knieper“ oder „Sur’n Hansen“, ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen, insbesondere Vitamin C.

Knieperkohlproduzentin Jeannine Groth beliefert seit zwei Jahren viele Prignitzer Gaststätten und Supermärkte mit der regionalen Delikatesse. „2015 haben wir rund zehn Tonnen Knieperkohl sowohl in Fässern als auch in Gläsern ausgeliefert“, so die Expertin. Auf über zwei Hektar Landfläche baut sie den Kohl im Kümmernitztal an, um den Bedarf der Prignitzer an ihrem „Nationalgericht“ zu decken. Zum ersten Mal präsentiert sich Jeannine Groth in diesem Jahr mit frisch zubereiteten Knieperkohl-Spezialitäten auch auf der Internationalen Grünen Woche, die vom 15. bis zum 24. Januar 2016 auf dem Messegelände in Berlin stattfindet. Die Grüne Woche präsentiert landwirtschaftliche Erzeugnisse von Herstellern aus aller Welt, unter anderem auch aus der Region Prignitz. Besucher können sich am Prignitz-Stand (Nummer 157) in der Brandenburghalle (21a) von den Spezialitäten überzeugen und sie direkt vor Ort verkosten.

„Unser Stand ist mit einem Herd ausgestattet, auf dem die Leckereien direkt vor den Augen des Publikums zubereitet werden“, erläutert Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz e.V. „Wir wollen damit zeigen, dass sich ein Urlaub in der Prignitz auch aus kulinarischen Gründen mehr als lohnt.“ Unter der Schirmherrschaft des Tourismusverbandes Prignitz stellen sich zehn regionale gastronomische Einrichtungen am Prignitzstand sowie im Kochstudio von „pro agro“ vor. Am Eröffnungstag präsentiert sich Björn Hildebrandt vom Hirschhof Hildebrandt in Freyenstein mit Mufflonbraten, Hirschbratwurst sowie Wurstprodukten wie Wildsalami, Wildleberwurst und Wildsülze aus eigener Schlachtung und Herstellung. Nicht fehlen darf dabei natürlich der berühmte Knieperkohl, der übrigens an allen zehn Messetagen in unterschiedlicher Form und Rezeptur zur Verkostung bereitsteht. Zum Prignitztag am 17. Januar serviert Jean Duwe vom Pritzwalker Gasthaus und Hotel Zum Torwächter klassischen Knieperkohl mit Kohlwurst, Knieperbrot und Knieperrahmsuppe.

Das Catering für die Besucher der Brandenburghalle wird während der gesamten Messe vom Wittenberger Hotel und Restaurant „Zur Alten Ölmühle“ übernommen. Mit ihren hausgebrauten Bieren Herzbräu Spezial und Dunkel, einem süßen und herzhaften Brotaufstrich aus Dunkelbier und natürlich wieder dem Knieperkohl nach Art des Hauses mit Kohlwurst repräsentiert die „Alte Ölmühle“ die kulinarischen Besonderheiten der Brandenburger Prignitz.

„Der Knieperkohl entstand im Dreißigjährigen Krieg. In der Not begannen die Prignitzer damals, den blauen Stangenkohl zu säuern. Über die Jahre wurde er zur regionalen Spezialität“, erläutert Uwe Neumann. „Der Kohl wird kleingeschnitten und in Wasser aufgekocht, anschließend ausgedrückt, eingesalzen und schichtweise mit Wein- und Kirschblättern in Steintöpfe gepresst und beschwert, so dass die Blätter unter der sich bildenden Flüssigkeit verbleiben und für vier bis zehn Wochen milchsauer vergären.“ Einige Familien stellen noch heute ihren Knieper selbst her, andere kaufen Knieperkohl im Fass oder als Konserve. Nachdem der Knieperkohl schon fast in Vergessenheit geraten war, wird die traditionelle Zubereitung nun glücklicherweise wieder von Generation zu Generation weitergereicht. Heute experimentieren die Prignitzer Köche mit dem Gericht – es wird sowohl traditionell als auch in vielen kreativen Variationen zubereitet.

Kulinarisches Programm am Messestand des Tourismusverbandes Prignitz:
An jedem Tag präsentiert ein anderer Prignitzer Gastronom nicht nur Variationen des Knieperkohls, sondern auch die hauseigenen Spezialitäten aus regionalen Produkten am Stand in der Brandenburghalle.

Fr, 15.01.16: Hirschhof Hildebrandt – Mufflonbraten, Hirschbratwurst, Knieperkohl, eigene Wurstprodukte wie Wildsalami, Wildleberwurst, Wildsülze

Sa, 16.01.16: Biohotel Burg Lenzen – Klassischer Knieperkohl nach Art des Hauses, Gemüseröllchen in Sesamkleid mit Carpaccio von der blauen Trüffelkartoffel und Schaum vom Feldsalat, Zopf vom Lammlachs mit Fenchel-Paprikagemüse in Kürbissegel mit Püree von der blauen Trüffelkartoffel, Rote-Bete-Apfelsuppe

So, 17.01.16: Gasthaus und Hotel Zum Torwächter – Klassischer Knieperkohl mit Kohlwurst, Knieperbrot, Knieperrahmsuppe

Mo, 18.01.16: Die Plattenburg mit dem Burgkeller „Taverna Obscura“ – Bierbraten vom Wildschwein aus den Plattenburger Wäldern mit klassischem Knieperkohl nach Art des Hauses

Di, 19.01.16: Landidyllhotel „Alter Hof am Elbdeich“ – Knieperkohl (klassisch, vegan, ayurvedisch), Knieper-Nudel-Pesto, Ragout-Knieper-Brot

Mi, 20.01.16: Schloss Grube – Deftiger Knieperkohl mit hausgemachten Wildwürstchen und Knieper-Quiche (kleine Portionen zum Verkauf), Würzige Geflügelleber-Terrine auf hausgemachtem Früchtebrot (als Schloss-Kostproben) und Kekse

Do, 21.01.16: Ringhotel Vitalhotel ambiente – Rollbraten vom Prignitzer Landschwein gefüllt mit Esskastanien und Wildkräutern an Spitzkohl-Trauben-Gemüse, Hagebuttensoße und Pastinaken-Püree

Fr, 22.01.16: Knieperproduzentin Jeannine Groth – Klassischer Knieperkohl aus der Gulaschkanone mit Kohlwurst, Knieperschmalz

Sa, 23.01.16: Hotel und Restaurant Deutscher Kaiser – Kaisers Knieperknödel unter einem Apfel/ Avocado/ Senf/ Curry-Dip, mit Räucherlachs an Parmesankäse und Pfefferminzblatt, Kniepernussnougatschokolade

So, 24.01.16: Dahses Gasthaus und der Kuhstall – Lammbraten auf klassischem Knieperkohl und Blaubeeren, Käsevariationen

Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.dieprignitz.de/index.php?id=kulinarische-Prignitz

Quelle: Pressemitteilung Tourismusverband Prignitz e. V. vom 13. Januar 2016.