(hoga-presse) Trutzige Stadttore, eine mächtige, fast zwei Kilometer lange Stadtmauer und die von der Hanse geprägten Bauten verleihen Tangermünde einen eigentümlichen Reiz. Dann ist da die Burg, die Bischof Thietmar von Merseburg bereits 1009 erwähnte. Im 10. und 11. Jahrhundert avancierte die Anlage zur Reichsburg. 1373 kam Kaiser Karl IV. erstmals dorthin und ließ alles nach dem Beispiel des Prager Hradschin umgestalten. Von altehrwürdigen Fachwerkhäusern geprägte Gassen machen den Eindruck von einer mittelalterlichen Stadt komplett. Top gepflegt können sie sich mit ihren vielen Schnitzereien sehen lassen. Längst haben  Touristen den Ort in ihr Herz geschlossen. Sie kommen auf dem Wasserweg, mit dem Rad, dem Bus, der Bahn oder dem Auto. Neben den Sachsen-Anhaltern sind es vor allem Niedersachsen, Berliner und Brandenburger, die die Altmark zunehmend gerade für einen Kurzurlaub für sich entdecken.

Am Eulenturm mitten in der Stadt findet sich der einst größte Bauern- und Brauereihof Tangermündes. Seit Anfang der 1990er Jahre hat das Grundstück eine regelrechte Schönheitskur hinter sich. Hotel und Restaurant “Alte Brauerei” laden Gäste ein. “Wir wollen ihnen mehr bieten, als nur eine kurze Rast oder eine Übernachtung”, versichert Christian Schulz, der das Haus im Gespann mit seinem Vater Armin betreibt. Beide ermöglichen spannende Touren auf den Spuren des Reichskanzlers Otto von Bismarck oder Theodor Fontanes Grete Minde. Beide historische Persönlichkeiten haben in der Altmark ihre Wurzeln. Ein Renner ist auch der Rundgang durch die alte Hansestadt mit dem Nachtwächter.

Wie durch einen Zeittunnel gelangen Besucher in der Scheune in die Vergangenheit. “Zeitzeug am Eulenturm” zeigt anschaulich, mit welchen Alltagsgegenständen sich unsere Altvorderen umgaben. Über 50.000 Devotionalien hat Familie Schulz in den vergangenen fast 25 Jahren zusammengetragen. Nur ein Zehntel davon kann bestaunt werden. Die komplette Reihe der Simson-Mopeds vom Spatz bis zum Sperber gehört dazu, Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Riesenschuhe der Größe 56 und ein Radio mit einem Einschussloch, das ihm ein Soldat der Roten Armee verpasst hatte. Einige der alten Waschmaschinen kommen dann und wann zu neuen Ehren, wenn Damen und Herren gleichermaßen nach einer ordentlichen Prüfung das “Waschweibdiplom” erwerben. Möglicherweise macht mancher der Gegenstände irgendwann eine Filmkarriere, denn die umtriebigen Tangermünder Gastronomen wollen Teile aus ihrer Sammlung als Requisiten für Film und Fernsehen etablieren.

Zu ihren neuen Plänen zählt eine Brauerei, die es ja bis 1917 bereits gab. Mit eigenen Bieraktien sammelten Vater und Sohn das nötige Kapital ein, wollen spätestens Anfang kommenden Jahres eigenen Gerstensaft offerieren. Echter Hopfen prägte einst die Altmark. 200 Orte waren so genannte Hopfendörfer. Erst in den 1930er Jahren stockte der Absatz und mit einer Ermüdung des Bodens schlug schließlich das letzte Stündlein für den Altmärker Hopfen. Wer sich über dessen Geschichte informieren möchte, kann das tun. Der “Altmärkische Bier- und Hopfenpfad” führt beispielsweise zur Schaubrauerei Neuendorf. Auch ein Bierdiplom kann erworben werden.

Weitere Informationen und Reisetipps hat die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) unter www.sachsen-anhalt-tourismus.de zusammengestellt.

„Alte Brauerei“
Hotel & Restaurant am Eulenturm
C. & A. Schulz GbR
Christian Schulz
Armin Schulz
Lange Straße 34
39590 Tangermünde
Telefon: 039322-44145
www.hotel-alte-brauerei.de
info@hotel-alte-brauerei.de

Spendenkonto der Landesregierung Sachsen-Anhalt für die Betroffenen des Hochwassers:

Stichwort: “Hochwasserhilfe Sachsen-Anhalt”
Empfänger: Landeshauptkasse Sachsen-Anhalt
Konto: 8100 8100
BLZ: 810 000 00

Ansprechpartnerin Reisetipp Sachsen-Anhalt:
Annika Jeschek
Telefon: 0391 5689982
E-Mail: annika.jeschek@img-sachsen-anhalt.de