Bundeslandwirtschaftsministerin besucht Weinbaumesse INTERVITIS

(hoga-presse) Im Rahmen der Eröffnung der weltweit wichtigsten Technologiemesse für Wein, Obst, Fruchtsaft und Spirituosen, INTERVITIS INTERFUCTA, und des 61. Deutschen Weinbaukongresses hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner den Winzern in Deutschland die Unterstützung der Bundesregierung zugesichert.

Mit Blick auf die laufenden Brüsseler Verhandlungen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa sagte Aigner: „Der Weinbau in Deutschland ist geprägt von kleinteiligen Produktionsstrukturen mit zahlreichen Familienbetrieben. In einer jahrhundertealten Weinbautradition wird in den besten Anbauregionen im Land, darunter viele schwer zu bewirtschaftende Steil- und Hanglagen, höchste Qualität produziert. Ich setze mich dafür ein, dass diese nachhaltige regionale Produktion und auch die besondere Kulturlandschaft in Deutschland erhalten bleiben.“ Dabei spielt die geltende Anbaubeschränkung in Europa eine entscheidende Rolle. Sie verhindert, dass auf jeder beliebigen Fläche Wein angebaut werden darf. „Der Anbau muss auch künftig begrenzt bleiben.

Unsere Winzerfamilien brauchen Planungssicherheit und eine wirtschaftliche Perspektive, damit sie weiterhin Weine in hoher Qualität und Vielfalt erzeugen können. Dafür sind unsere heimischen Produkte auf der ganzen Welt berühmt. Die Bundesregierung vertritt hier in Brüssel eine klare Position, und wir sind bei den Gesprächen auf einem guten Weg“, sagte Aigneram Dienstag in Stuttgart. So habe die irische EU-Ratspräsidentschaft in Brüssel ein Papier auf den Tisch gelegt, dass ein modifiziertes Anpflanzungsregime für alle Weinkategorien bis Ende 2024 vorsieht. „Inhaltlich sind die meisten unserer Erwartungen darin berücksichtigt“, sagte Aigner.

Mit dem Beschluss der EU-Agrarminister vom 19. März 2013 über die neue Allgemeine Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik  (GAP) nach 2013 ist noch keine endgültige Entscheidung über die Details im Weinbereich gefallen. In den nächsten Monaten wird sich das Europäische Parlament mit dem irischen Kompromissvorschlag befassen. Eine politische Einigung zwischen Rat, Europäischem Parlament und Europäischer Kommission soll Ende Juni erzielt werden.

Zahlen und Fakten zum Wein und Weinbau in Deutschland

Deutschland beheimatet die nördlichsten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt. Sie liegen vorwiegend an den Ufern des Rheins und seiner Nebenflüsse. Die gesamte Rebfläche beträgt 102.000 Hektar. Rund zwei Drittel davon befinden sich in Rheinland-Pfalz. Mit 9,1 Millionen Hektoliter (9,5 Mio. hl im Zehnjahresdurchschnitt) liegt Deutschland auf Platz vier der größten Weinproduzenten in der EU – nach Frankreich, Italien und Spanien. Weltweit gesehen ist Deutschland der achtgrößte Weinerzeuger und erzielte 2011 einen Umsatz von etwa 2,8 Milliarden Euro im Inland und 0,4 Milliarden Euro im Export. Die meisten der etwa 20.000 Winzer – viele davon im Nebenerwerb – sind in 230 Winzergenossenschaften zusammengeschlossen.

Deutscher Wein zeichnet sich aus durch seine Leichtigkeit, Spritzigkeit und Frucht. Diese Eigenschaften deutscher Weine sind auf die mäßig warmen Klimaverhältnisse zurückzuführen. Die Rebsorte Riesling ist die edelste in Deutschland angebaute Weißweinsorte. Sie ist mit einer Anbaufläche von rund 21.000 Hektar auch die in Deutschland am häufigsten angebaute Rebsorte. Deutschland ist der weltweit größte Riesling-Erzeuger.

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