(hoga-presse) Jedes Jahr zeichnet der Wirtshausführer Österreich 1.200 Lokale und 300 Weingüter aus. „Wissen, wo man gut isst und trinkt“ lautet seit über 15 Jahren das kulinarische Motto. Der Wirtshausführer Österreich gilt als Leitfaden und einer der zuverlässigsten Wegweiser der kulinarischen Hochgenüsse des Landes. Eine Auszeichnung gilt deshalb als besondere Ehre. Dieses Jahr darf sich das Weingut J. Heinrich über eine dieser begehrten Auszeichnungen freuen – genauer gesagt, Inhaberin Silvia Heinrich – sie ist Winzerin des Jahres 2014 und hat somit den Durchbruch geschafft.

Silvia Heinrich gehört zu Burgenlands größten Winzerinnen. Ihr Beruf ist ihre Berufung. Ihre Leidenschaft das Terroir. Obwohl das Weingut im Urbarinum von Maria Theresia bereits 1767 erstmals urkundlich erwähnt wurde, begannen Silvias Eltern, Johann und Gerti Heinrich, erst im Jahr 1992 mit einer professionellen Flaschenabfüllung – legten dann aber einen Schnellstart in Top-Qualität hin. Die Stärke des Weinguts Heinrich war von Anfang an die Leitsorte Mittelburgenlands – Blaufränkisch. 80% der Rebfläche sind mit dieser Rebsorte bepflanzt. 2002 stieg Tochter Silvia voll in das elterliche Weingut ein. 2010 übernahm Sie das Weingut offiziell und leitet es seitdem zusammen mit Ihrem Vater. Silvia Heinrich brachte nicht nur viel Leidenschaft für den Weinbau mit, sondern auch viele neue Ideen zur Vinifizierung. Praktika im Ausland waren ihr sehr wichtig. Sie arbeitete auf deutschen und italienischen Weingütern um neue Einblicke und Erfahrungen zu sammeln. Viele Weinreisen führten Sie rund um den Globus und bestärkten ihre Leidenschaft für Wein.

Gemeinsam mit ihren Eltern setzte sie sich zum Ziel, ein offenes Weingut zu schaffen, in dem Wein nicht nur getrunken, sondern auch für Kultur, Kunst und Kommunikation steht. Es entstanden ein neuer Keller mit spektakulärem Turm-Presshaus, eine Wein-Lounge und Gästezimmer. Mittelpunkt aber blieb immer der Wein. Das Weingut wird sehr persönlich geführt. Silvia Heinrich ist nah beim Kunden. Sie will mit ihren Weinen Emotionen wecken und das gelingt ihr perfekt, mit feiner und zurückhaltender Art. Silvia Heinrich hat von ihrem Vater das simple Motto: „Weniger ist mehr“ übernommen.

Das heißt in der Praxis: Konzentration auf die Leitsorte Blaufränkisch, nur wenige, ausgewählte Rebsorten, naturnaher Anbau, spontane Vergärung und Lese von Hand. Kompromisslose Qualität, die national und international anerkannt wird.

1947 legten Silvias Großeltern einen 3 Hektar großen Weingarten mit Blaufränkisch-Rieden an – die Lage Goldberg. Der älteste Blaufränkisch und das Herzstück des Weinguts. Mittlerweile wurde der Weingarten auf 40 Hektar Rebfläche erweitert und jedes Jahr stammen die besten Blaufränkisch-Weine des Weinguts von dieser Lage. Goldberg und Goldberg Reserve gehören zu den besten Blaufränkisch Mittelburgenlands und gingen beim DAC Test 2009 und 2013 als absolute Gewinner hervor.

Mit Weinen wie „terra o.“ – ein Blaufränkisch-Cuvée; „elegy“ – ein Cuvée aus internationalen Sorten (Sieger der Vinaria Trophy 2013) und „Cupido“ (zweifacher Falstaff-Gesamtsieger) hat Silvia Heinrich die Herzen der Rotweinwelt erobert. Cupido, der großartige Blaufränkisch, lagert drei Jahre im kleinen Eichenfass und wird nur in herausragenden Jahren gekeltert. Übersetzt heißt Cupido „Der Gott der Begierde“. Terra o. steht für „terra oppidorum“, der lateinische Name Burgenlands. Der Wein „terra o.“ stammt vom österreichischen Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer, dem Paten des Weines und wurde vom Wine Spectator bereits zweimal zum besten Rotwein Österreichs gekürt.

Wie sehr Silvia Heinrich für ihre Leidenschaft Wein lebt, zeigt sich am besten an ihren Aussagen über ihre Weingärten: „Weingärten sind für mich wie Kinder und wie Kinder möchte ich sie begleiten, unterstützen und mein bestmöglichstes tun. Nur so können sie sich entfalten, ihre Persönlichkeit entwickeln und ihr volles Potential ausschöpfen.“

Silvia Heinrich besitzt einen offenen und innovativen Charakter. So ist es nicht verwunderlich, dass während ihrer Arbeit im Weingarten eine neue Idee entstand. Silvia Heinrich hat sich Gedanken gemacht, wie man die gesunde Kraft der Blaufränkisch-Traubenkerne optimal nutzen kann. Bereits vor Jahren unterstützte Silvia Heinrich ein Forschungsprojekt über die positive Wirkung von Traubentrestern.

Nun hat sich eine neue Verwertungsmöglichkeit für Traubenkerne gefunden. 2012, mitten in der Lesezeit, siebte man die Blaufränkisch-Traubenkerne vom Trester aus – mit tatkräftiger Unterstützung ihrer beiden Töchter, Anna und Julia. Die Kerne wurden anschließend in der Sonne getrocknet, mit Meersalz und Kräutern vermischt und in Gewürzmühlen abgefüllt. Erhältlich in drei Varianten – Thymian, Rosmarin und Dill-Senfkörner.

Silvia Heinrich ist nicht nur eine leidenschaftliche und innovative Winzerin, sondern besitzt auch eine große Portion Lebensweisheit. „Alle Stationen, die mich vom elterlichen Weingut in andere Gebiete geführt haben, waren allesamt notwendige Halte, um schließlich die richtige Entscheidung zu treffen. Die Entscheidung, den Wein zu meinem Leben zu machen“. Was für ein Glück für die Weinwelt. Silvia Heinrich ist zu recht Winzerin des Jahres 2014.

Andrea Di Scala, Geschäftsführerin Kommunikation
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