Auf Museums- und Burgentour in der Heimat der Brüder Grimm

Ausgewählte und ausgefallene Museen in Nordhessen

Die außergewöhnlich vielfältige Museumslandschaft in der Heimat der Brüder Grimm überrascht selbst viele Kenner. Liebhaber des Klassizismus kommen dabei genauso auf ihre Kosten wie alle, die sich mit Tod und Totenkultur beschäftigen wollen oder Alte Meister bewundern möchten.

Grenzmuseum Schifflersgrund: 30 Jahre Deutsche Einheit

Am 03. Oktober 1991 wurde das Grenzmuseum Schifflersgrund in der Nähe von Bad Sooden-Allendorf im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis als eines der ältesten Grenzmuseen Deutschlands eröffnet. Das Museum stellt sich der Herausforderung, seinen vielen Gästen aus dem Inland und dem Ausland einen umfassenden Überblick über das menschenverachtende System der Grenzsicherung der DDR zu geben. Zahlreiche Ausstellungsstücke wie Original-Grenzhäuschen, Fahrzeuge und Hubschrauber lassen einen realistischen Eindruck der umfangreichen Grenzsicherungsmaßnahmen entstehen. Weitere Exponate belegen die gleichwohl findigen wie verzweifelten Versuche vieler, mit selbst gebauten Hilfsmitteln die Grenzanlagen zu überwinden.

Doch nicht nur der Grenzzaun mitsamt seinen Selbstschussanlagen, deren originalgetreuer Nachbau ebenfalls zu sehen ist, sollte eine Flucht verhindern. In der Ausstellung findet sich auch der Text des offiziell stets dementierten Schießbefehls, der unter der militärischen Bezeichnung Vergatterung (= Verpflichtung) die wachhabenden Grenzsoldaten der DDR darauf verpflichtete, Republikflüchtlinge „zu vernichten“. Aufbereitete individuelle Schicksale von Flüchtenden machen das inhumane System lebendig.

Anschrift: Grenzmuseum Schifflersgrund, Platz der Wiedervereinigung 1, 37318 Asbach – Sickenberg, Telefon: 036087 / 98409, info@grenzmuseum.de. Das Museum hat ganzjährig von Monatg bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Heiligabend und Silvester geschlossen! Das Mitführen von Hunden ist mit Leine erlaubt. Der reguläre Eintrittspreis beträgt 5,00 EUR, der ermäßigte Eintrittspreis 4,50 EUR.

Das Christian Daniel-Bauch Museum in Bad Arolsen

Für Liebhaber des Klassizismus

Der in der schmucken Barockstadt Arolsen geborene Bildhauer Christian Daniel Rauch (1777 bis 1857) hinterließ ein umfangreiches und facettenreiches Lebenswerk und wird als einer der Hauptmeister des deutschen Klassizismus eingeschätzt. Durch das vielfigurige Denkmal Friedrichs des Großen Unter den Linden in Berlin und durch seine Darstellung der Königin Luise von Preußen ist der Künstler stets im allgemeinen Bewusstsein gegenwärtig geblieben.

In seiner Geburtsstadt Bad Arolsen werden weitere Werke dieses großen Künstlers gezeigt, die die Entwicklung der deutschen und internationalen Skulptur im 19. Jahrhundert erhellen. Da das Museum in unmittelbarer Nähe zum prächtigen Barockschloss liegt, empfiehlt sich eine anschließende Schlossbesichtigung.

Überraschend vielfältige Museumslandschaft in Kassel

Zu einem der zehn besten Museen weltweit wurde die 2015 eröffnete GRIMMWELT vom britischen „Guardian“ gekürt. Hier kann man nicht nur in das märchenhafte Schaffen von Jacob und Wilhelm Grimm eintauchen, sondern auch in die bedeutende sprachwissenschaftliche Arbeit der gelehrten Brüder.

Ein weiteres spannendes Erlebnis für die ganze Familie ist ein Besuch des Naturkundemuseums im Ottoneum, wo die Wunder der Welt auf lebendige Weise erkundet werden können. Das Schloss Wilhelmshöhe im gleichnamigen Bergpark beherbergt die Gemäldegalerie Alte Meister mit Werken von Rubens, Dürer und Rembrandt.

Das deutschlandweit einzigartige Museum für Sepulkralkultur widmet sich der Beerdigungs- und Totenkultur in allen ihren Facetten. Durchweg komisch geht es in der Caricatura zu, während die Neue Galerie herausragende Werke der documenta präsentiert und zu einer Reise durch die Geschichte der Weltkunstausstellung einlädt.

Kostenloser Eintritt in Kassel mit MeineCardPlus

Selbst profunde Kenner der deutschen Museumslandschaft sind über die Vielfalt der Kasseler Museen überrascht. Gäste, die bei einem MeineCardPlus-Gastgeber übernachten, erhalten in zahlreichen Museen freien Eintritt.

Weiteres Highlight: Die Burgruine Hohenburg bei Homberg/Efze

Hoch hinaus und tief hinab: Die Burgruine Hohenburg bei Homberg/Efze bietet weite Ausblicke ins Land und einen der tiefsten Burgbrunnen Europas. Auf einer Höhe von 222 Meter über Normalnull genießen die Besucher einen weiten Ausblick über den Habichtswald und den Knüll bis hin zu den Wäldern des Nationalparks Kellerwald-Edersee.

Und gleichzeitig geht es auf der Hohenburg tief hinab: 150 Meter wurde der Burgbrunnen einst in den Basaltstein gegraben. Er ist damit einer der tiefsten in Deutschland. Eine Beleuchtungsanlage und eine automatische Wasserschütte demonstrieren seine atemberaubende Tiefe. Im „Haus der Geschichte“ mitten in der romantischen Fachwerk-Altstadt von Homberg/Efze zeigt das Hohenbergmuseum weitere Details zur wechselvollen Geschichte der Burgruine.

Quelle und Bildquelle: Regionalmanagement Nordhessen GmbH vom 28.10.2020