Ein neues Kapitel für zwei Kultobjekte aus Thüringen
In Thüringen treffen seit jeher kulinarische und kulturelle Traditionen aufeinander. Mit dem Umzug des berühmten Trabi-Paradieses aus Kölleda in das Bratwurstmuseum in Mühlhausen beginnt nun ein Kapitel, das die Herzen von Nostalgikern, Familien und Reisenden gleichermaßen höherschlagen lässt. Ab März 2025 beherbergt die Ausstellungshalle des Museums 19 einzigartige Trabi-Sondermodelle, die vom Papa-Mobil bis zum Polizei-Trabi reichen. Damit wird das Bratwurstmuseum nicht nur zum Mekka für Wurstliebhaber, sondern auch zum neuen Treffpunkt für Freunde der automobilen Ost-Kultur.
Vom Hainich nach Kölleda und nun nach Mühlhausen
Die Sammlung der außergewöhnlichen Fahrzeuge blickt selbst auf eine bewegte Reise zurück. Neun Jahre lang standen die Trabis zunächst in Weberstedt im Hainich, ehe sie 2015 nach Kölleda umzogen. Inzwischen haben die Fahrzeuge im Bratwurstmuseum eine dauerhafte Heimat gefunden. Vereinschef André Thon vom Trabant Club Mühlhausen erklärte, dass keines der Fahrzeuge mehr eine Straßenzulassung besitzt, weshalb sie mit Transportern nach Mühlhausen gebracht werden. Am 8. März soll der Umzug abgeschlossen sein, sodass Besucher die Sondermodelle bald im neuen Ambiente bestaunen können.
Einzigartige Trabi-Sammlung in der Bratwursthalle
Die Exponate sind alles andere als gewöhnlich. Neben einem Trabi mit integrierter Rutsche findet sich eine Feuerwehr-Variante, ein Modell mit Badewanne, das berühmte Papa-Mobil und ein Polizei-Trabi. Auch eine Stretch-Limousine gehört zur Sammlung. Diese Fahrzeuge sind Meisterwerke der Kreativität und gleichzeitig Zeitzeugen der Geschichte. Der liebevoll als Rennpappe bezeichnete Trabant wurde von 1957 bis 1991 mehr als drei Millionen Mal produziert und gilt heute als Kultauto. Seine skurrilen Sondermodelle fügen dem Ganzen eine Portion Humor hinzu, die perfekt zum Konzept des Bratwurstmuseums passt.
Thüringer Bratwurst trifft auf Trabi-Kult
Die Entscheidung, die Sammlung im Bratwurstmuseum unterzubringen, ist ein Glücksfall für beide Seiten. Das Museum versteht sich als Erlebniswelt, die kulinarische Tradition mit spielerischen und humorvollen Elementen verbindet. Mit der Trabi-Ausstellung wird das Angebot um eine weitere Attraktion erweitert, die den Besuch noch vielseitiger macht. Besucher können nun nicht nur die Thüringer Rostbratwurst in all ihren Facetten erleben, sondern auch die Kultfahrzeuge aus dem Osten entdecken.

Ein Erlebnisland für die ganze Familie
Seit seiner Wiedereröffnung im August 2023 hat sich das Bratwurstmuseum am Mühlhäuser Stadtwald zu einem wahren Besuchermagneten entwickelt. Rund 80.000 Gäste kamen bereits im ersten Jahr. Auf dem vier Hektar großen Gelände erwarten die Besucher nicht nur eine Dauerausstellung zur Geschichte der Bratwurst, sondern auch ein rustikales Wursthaus mit Gastronomie, ein Bratwursttheater und ein Streichelzoo. Familien schätzen besonders die großzügige Außenanlage mit Spielplatz, Hüpfburgen und Minigolf. Für Kinder gibt es viel zu entdecken, während Erwachsene im Bratwurstgarten kulinarische Spezialitäten genießen.
Veranstaltungen mit Humor und Tradition
Das Museum versteht sich nicht nur als Ausstellung, sondern als lebendiger Ort mit zahlreichen Veranstaltungen. Der Bratwurstgipfel, Songcontests und Theateraufführungen sind nur einige der Events, die regelmäßig stattfinden. Auch die Bratwurstiade, ein Wettbewerb rund um das beliebte Grillgut, begeistert Besucher. Mit der neuen Arena hat das Bratwurstmuseum nun die Möglichkeit, diese Veranstaltungen noch größer und professioneller zu gestalten.
Ein Zuhause für den Verein der Freunde der Thüringer Bratwurst
Auch der Verein der Freunde der Thüringer Bratwurst hat in Mühlhausen eine neue Heimat gefunden. Mit über 300 Mitgliedern setzt er sich dafür ein, die Tradition der Bratwurst lebendig zu halten. Vereinschef Uwe Veith betont, dass das Museum eine enorme Strahlkraft habe und neue Mitglieder anziehe. Die Kombination aus kulinarischer Tradition, Humor und Erlebniswelt mache den Standort einzigartig in Deutschland.
Geschichte und Bedeutung der Thüringer Bratwurst
Die Thüringer Bratwurst ist weit mehr als nur ein Grillgut. Ihre Tradition reicht über 600 Jahre zurück. Bereits 1404 wird sie in einem Rechnungsbuch des Arnstädter Jungfrauenklosters erwähnt. Seit 2003 ist sie von der EU als regionale Spezialität geschützt. Damit steht sie in einer Reihe mit Delikatessen wie Parmaschinken und Champagner. Jährlich werden in Thüringen rund 42.000 Tonnen Bratwurst produziert, was ihre enorme Bedeutung für die Region verdeutlicht. Etwa 90 Hersteller sind heute zertifiziert und sorgen dafür, dass die Tradition in höchster Qualität fortgeführt wird.
Humorvolle Ausstellung mit Augenzwinkern
Das Museum inszeniert die Bratwurst nicht nur historisch, sondern auch mit einer großen Portion Humor. Besucher können sich auf Exponate freuen, die kuriose Anekdoten erzählen, historische Metzgereien nachbilden oder eine gläserne Manufaktur zeigen, in der Bratwurst wie vor 200 Jahren hergestellt wird. Auch Kunstwerke, Installationen und ein Bratwurstsaurier namens Theo sorgen für Schmunzeln. Dieses Konzept, das Wissen und Spaß verbindet, macht das Bratwurstmuseum zu einem beliebten Ausflugsziel für Jung und Alt.
Ein Ausflugsziel mit Genussgarantie
Kein Besuch wäre vollständig ohne den kulinarischen Abschluss im Wursthaus oder im Bratwurstgarten. Hier können Besucher verschiedene Bratwurstvarianten probieren und in geselliger Runde verweilen. Mit regionalen Spezialitäten, frischen Beilagen und einer Atmosphäre, die von Tradition und Herzlichkeit geprägt ist, wird der Aufenthalt zum Erlebnis für alle Sinne.
Eintrittspreise und Öffnungszeiten
Das Bratwurstmuseum ist ganzjährig geöffnet. Von Mai bis Oktober täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr, in den Wintermonaten von 10:00 bis 17:00 Uhr. Erwachsene zahlen für die Ausstellung 6 Euro, Kinder bis 14 Jahre 4,50 Euro. Familienkarten und Gruppentarife machen den Besuch auch für größere Runden erschwinglich. Besonders beliebt ist das Kombiticket, das Zugang zum Bratwurstmuseum und zur Trabi-Ausstellung bietet. Das Außengelände mit Spielplatz, Streichelzoo und Erlebniswelt ist frei zugänglich und lockt daher viele Familien auch zu spontanen Ausflügen.
Mühlhausen als kulturelles Zentrum
Mit der Eröffnung des Bratwurstmuseums am Stadtwald hat Mühlhausen einen weiteren kulturellen Anziehungspunkt hinzugewonnen. Die Stadt, die bereits für ihre mittelalterlichen Bauwerke und ihre Bedeutung in der Reformationsgeschichte bekannt ist, profitiert von der neuen Attraktion. Das Museum zieht nicht nur Einheimische, sondern auch Touristen aus ganz Deutschland und darüber hinaus an. Damit stärkt es die Region als touristisches Ziel und sorgt für eine lebendige Mischung aus Tradition, Kultur und Unterhaltung.
Zwei Legenden unter einem Dach
Mit dem Einzug der Trabi-Sondermodelle in das Bratwurstmuseum wird Mühlhausen um eine Attraktion reicher. Hier treffen zwei Kultobjekte aufeinander, die beide tief in der deutschen Geschichte verankert sind. Die Thüringer Bratwurst als kulinarisches Wahrzeichen und der Trabant als Symbol ostdeutscher Alltagskultur ergänzen sich auf charmante Weise. Besucher dürfen sich auf eine Reise durch Tradition, Humor und Nostalgie freuen, die es so nur in Thüringen gibt. Das Bratwurstmuseum wird damit endgültig zu einem der spannendsten Ausflugsziele für Familien, Kulturinteressierte und Genussmenschen.
Quelle und Bilder: Redaktion, 28.09.2025