(hoga-presse) Was mit der Forelle schon vor 100 Jahren erfolgreich geschah, wollen Forscher und Fischer in Mecklenburg-Vorpommern nun auch mit dem einheimischen Ostseeschnäpel erreichen. Der Wildfisch aus der Familie der Lachsartigen soll in Aquakulturanlagen gezüchtet werden. Für dieses Ziel engagieren sich das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf und die Landesforschungsanstalt des Landes Mecklenburg-Vorpommern sich gemeinsam mit einheimischen Fischereibetrieben.
„Angesichts des zurückgehenden Fischbestandes in den Weltmeeren und den Binnenseen einerseits sowie der Notwendigkeit von bestandsschonenden Maßnahmen andererseits steigt die Bedeutung der Aquakultur“, so Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Deshalb unterstützt das Land Mecklenburg-Vorpommern diese Entwicklung. Inzwischen werden in M-V jährlich 1000 Tonnen Fisch in Aquakultur produziert, vor allem Forelle, Lachs und Wels. Mit dem auch als Große Maräne bezeichneten Ostseeschnäpel haben wir im Land ein Alleinstellungsmerkmal“, unterstreicht er. „Das Vorhaben ist nicht nur interessant für Liebhaber dieses wohlschmeckenden Edelfisches, sondern auch ein Beitrag zur langfristigen Sicherung der Existenzgrundlagen für Fischereiunternehmen in den inneren Küstengewässern und Binnenseen.“

Der Ostseeschnäpel stand durch die Verschmutzung der Ostsee in den 70er und 80er Jahren kurz vor dem Aussterben und konnte sich durch Nachzuchtprogramme des Landes und des Bundes wieder erholen. Für die Haltung in einer Aquakultur müssen die Fische vital und robust sein. Deshalb erfasst das FBN Dummerstorf die phänotypischen, molekularbiologischen und immunologischen Parameter, mit denen sich die Stressreaktionen von Fischen messen und beschreiben lassen. Die Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt sich seit einiger Zeit erfolgreich mit der technologischen Entwicklung der Aquakultur des Ostseeschnäpels von der Laichhaltung bis zur Speisefischproduktion.

„Am Ende soll ein stabiler und reproduzierbarer Produktionszyklus stehen, der eine wirtschaftliche Schnäpelaufzucht ermöglicht“, betont der Minister. Die Landesregierung finanziert das Projekt der FBN Dummerstorf mit mehr als 650.000 Euro und das Projekt der Landesforschungsanstalt M-V mit mehr als 480.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fischereifonds und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Erste Ergebnisse lassen hoffen: Fünf Tonnen des Ostseeschnäpels kommen in diesem Jahr aus der Teichwirtschaft Frauenmark, wo der Fisch in Zusammenarbeit mit der BIMES Schwerin GmbH aufgezogen wird. Wer den wohlschmeckenden Fisch zum Osterfest auf den Tisch bringen möchte, kann ihn direkt in Frauenmark frisch erwerben. Auch in Wismar und Rostock wird frischer Ostseeschnäpel verkauft. In Krakow gibt es ihn geräuchert.

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