Das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss Siegen

Das Siegerlandmuseum, 1905 gegründet, befindet sich im Oberen Schloss in der Siegener Oberstadt. Es ist ein Regionalmuseum für Kunst und Kulturgeschichte.  Auf 1.500 qm Ausstellungsfläche wird die Geschichte des Siegerlandes dargestellt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der dynastischen Geschichte der Fürstenhäuser Nassau-Oranien und Nassau-Siegen, der wirtschaftlichen und industriellen Entwicklung der Region, der städtischen Wohnkultur und der Siegener Stadtgeschichte.

Im Jahr 2004 standen aufwändige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen an. Klimatechnik, Brandschutz und Sicherheitssysteme wurden auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Zwischen 2012 und 2014 musste der Grafentrakt wegen gravierender Mängel fast komplett entkernt und rekonstruiert werden. Die Veränderungen seit der Jahrtausendwende waren aber nicht nur baulicher Natur. In den vergangenen Jahren wurden alle Sammlungsbereiche des Museums neu ausgerichtet und die neue Abteilung Wohnkultur mit Möbeln aus dem 19. Jahrhundert, vor allem aus der Zeit des Biedermeier (etwa 1815-1848), geschaffen. Im April 2017 folgte die Eröffnung der neu konzipierten stadtgeschichtlichen Abteilung zur Entwicklung der Stadt Siegen.

Geschichte der Fürstenhäuser Nassau-Oranien und Nassau-Siegen

Das Obere Schloss war lange Jahre eine Nebenresidenz der Nassauer. So zählen die Fürstenhäuser Nassau-Oranien und Nassau-Siegen zu den Erinnerungsorten, die eng mit dem Siegerlandmuseum verbunden sind. Die Erinnerungen an die Nassau-Oranier bündeln sich im Oraniersaal, wo Portraits von Fürst Wilhelm I. (1533-1584), genannt der Schweiger, und seiner Familie zu sehen sind. Wilhelm I. ist heute vor allem als Symbolfigur für den Freiheitskampf der Niederlande gegen die spanische Krone bekannt. Daher findet die Ausstellung bei Besucherinnen und Besucher aus den Niederlanden einen großen Zuspruch. Dem Haus Nassau-Siegen und insbesondere Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604-1679) ist eine eigene Abteilung der Dauerausstellung des Museums gewidmet. Fürst Johann Moritz ist den Siegenern insbesondere als Stifter des Krönchens auf der Nikolaikirche (1658) in Erinnerung geblieben. Fürst Johann Moritz wurde nach seinem Tod in Kleve in der Fürstengruft des Unteren Schlosses in Siegen bestattet.

Rubenssaal mit Gemälden des Barockmalers Peter Paul Rubens

Gleich nach dem Schaubergwerk gehört Peter Paul Rubens (1577-1640) zu den Erinnerungsorten, die am häufigsten mit dem Siegerlandmuseum assoziiert werden. Die Bedeutung des berühmten Malers für das Museum ist schon daran zu erkennen, dass sein Selbstportrait die Eintrittskarten ziert. Seit der Gründung des Museums wurde Rubens Verbindung zu Siegen immer wieder durch Sonderausstellungen und Werbemaßnahmen betont.

Wirtschaftsgeschichte des Siegerlandes

Vor- und frühgeschichtliche Bodenfunde, darunter als zentrales Schaustück ein eisenzeitlicher Windofen aus der Latène-Zeit (etwa 150 vor Christus), bezeugen die Besiedlung des Siegerlandes und die Verwertung von Erzen. Bergbau und Eisengewinnung prägten das Siegerland über mehrere Jahrhunderte hinweg. So gab es viele hundert Gruben, die teils noch bis 1962 im Siegerland förderten. Darunter die tiefste europäische Eisenerzgrube. Seit dem 14. Jahrhundert benutzte man zur Winderzeugung in den Öfen wasserradbetriebene Hütten- und Hammerwerke. Die Entwicklung vom Hammerwerk über den Puddelofen bis zum Dampfhammer wird anhand von Modellen im Maßstab 1:10 verdeutlicht. Zweite Vorindustrielle Energiekraft war die Holzkohle. Im Siegerland betrieb man dazu eine besondere Waldwirtschaft, den Hauberg. Dargestellt werden auch die vorindustriellen Wirtschaftszweige mit ihren gegenseitigen Verflechtungen und Abhängigkeiten (Siegerländer Haubergswirtschaft, Eisenhütten- und Hammerwerke, Gerberei, Textilgewerbe). Zentrales Schaustück ist die um 1840 erbaute wasserradgetriebene Gebläsemaschine der ehemaligen Rothenbacher Hütte.

Schaubergwerk im Siegerlandmuseum

Zur Demonstration der bergmännischen Arbeit im Siegerland wurde 1938 etwa 15 m unter dem Schlosshof ein gut hundert m langer Schaustollen angelegt. “Unter Tage” können Besucher des Siegerlandmuseums die typischen Einrichtungen von der 800 Meter Sohle einer Siegerländer Grube bestaunen. Ebenso können Besucher Teile der Mineraliensammlung der ehemaligen Siegener Bergschule bestaunt werden. Gezähe (Abbaugeräte), Fördergeräte und Wettertrommel verweisen auf die Arbeit des Bergmanns unter Tage vor Beginn der Industrialisierung.

Geschichte und Entwicklung der Stadt Siegen

Im Dachgeschoss des Schlosses werden anhand einiger Exponate ein Eindruck von der Wohnkultur des 19. Jahrhunderts vermittelt. Nachgestellte Wohnräume mit historischen Möbeln sowie Gemälde vermitteln einen realistischen Eindruck vom früheren Leben im Siegerland. In fünf weiteren Räumen des Dachgeschosses wird die Geschichte der Stadt Siegen dargestellt. So wird ein Kurzüberblick über die Anfänge der Stadt, beispielsweise mit der ersten urkundlichen Erwähnung “Siegena” (1079-1089), dem ältesten Siegel der Stadt (1309) und Ende der Doppelherrschaft von Graf und Erzbischof (1414), gegeben. Ebenso wird die Entwicklung der Stadt in der Zeit vom Ersten Weltkrieg bis zur Zerstörung am 16.12.1944 und der Wideraufbau bis hin zur Universitätsstadt nachgezeichnet. So werden die wesentliche Meilensteine, wie Bau der Autobahn A4 und der Hüttental-Straße (HTS) oder etwa Abriss der Siegplatte, vorwiegend bildlich dokumentiert.

Öffnungszeiten Siegerlandmuseum

Montag geschlossen
Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00

Anschrift Siegerlandmuseum

Siegerlandmuseum im Oberen Schloss
Oberes Schloss 2
57072 Siegen
Telefon 0271 / 230410
Fax 0271 / 2304120
siegerlandmuseum@siegen.de

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