Die Sababurg im Reinhardswald – Dornröschenschloss mit Wildtierpark

Das einstige Dornröschenschloss im Weserbergland, welches ihren Namen durch die Gebrüder Grimm erhielt, ist nun eine Ruine einer Höhenburg im sagenumwobenen Reinhardswald des nordhessischen Landkreises Kassel. Die Burganlage gehört zu den drei bekanntesten Burgen der Reinhardswaldregion und hat ganz in ihrer Nähe sogar den Tierpark Sababurg.

Vom Jagdschloss zum Hotel

Bevor die Burganlage seit 1959 ein Hotel beherbergt, diente sie ab 1334 als Zappenburg zum Schutz der Pilger des Wallfahrtorts Gottsbüren. Ab 1490 galt die Burganlage als Jagdschloss Zapfenburg. Daraufhin erfolgte seit 1957 durch das Land Hessen Stück für Stück die Restaurierung der Sababurg, sodass sie irgendwann auch für die Öffentlichkeit zugänglich wurde. Aus der Ruine machte man eine für seine Zeit schickes und hochwertiges Hotel, in dem auch ein Café und das SabaBurgTheater gelegen sind. Trotz Umbaus sind viele ursprüngliche Teile erhalten geblieben, beispielsweise Teile der Ringmauer mit Flankentor und Wallgräben. Doch auch ein kleiner Treppenturm und zwei Ecktürme sind erhalten, was der Architektur der Renaissance gerecht bleibt.

Der Tierpark Sababurg

Westlich grenzt der Urwald Sababurg an den Park, der auch vom Aussterben bedrohte Wildtierarten hält.
Bildquelle: Redaktion, Frank Baranowski

Der seit 1973 unter Tierpark Sababurg bekannte Wildpark weist eine Fläche von 130 Hektar auf und zählt zu den größten und ältesten Wildparks Europas. Westlich grenzt der Urwald Sababurg an den Park, der auch vom Aussterben bedrohte Wildtierarten hält. Durch die großen Freigehege erleben die Tiere einen artgerechten Umgang. Eine Aufteilung des recht großen wird durch Alleen ersichtlich. Durch sie wirkt es so, als sei der Park symmetrisch in acht Bereiche aufgeteilt , davon sind sechs teils bewaldete Wildwiesen.

Für die Tiere ist bestens gesorgt, denn es befinden sich Volieren, also große Vogelkäfige, im Park. Zudem zwei große Teiche, eine kleinere Teichanlage für Fischotter sowie Becken für Pinguine und Waschbären.

Tiere aller Art

Das Konzept des Tierparks lässt sich in drei Schwerpunkte unterteilen:

1. Urwildpark

Unter dieser Kategorie versteht man die Haltung der vom Aussterben bedrohten, heimischen Tierarten sowie die der Nutztierrassen. Folgende Rassen gehören zum Urwildpark:
Eurasischer Fischotter
Europäische Sumpfschildkröte
Europäischer Damhirsch
Dybowski-Hirsch
Europäischer Rothirsch
Maralhirsch
Wapiti
Exmoor-Pony
Przewaslki-Pferd
Heckpferd
Heckrind
Mufflon
Eurasischer Luchs
Rentier
Vielfraß
Westkaukasischer Steinbock
Wisent
Widlschwein
Wolf

2. Archepark

In dieser Kategorie werden Haus- und Nutztiere, die für die Landwirtschaft immer unbedeutender werden und drohen, auszusterben, aufgezogen.

3. Kinderzoo

Hierzu gehören unter anderem Streicheltieranlagen, die kinderfreundlich sind. Einige exotische Tierarten wie Humboldt-Pinguine und Erdmännchen passen zwar nicht in das Konzept, sind jedoch äußerst populär.

Das Tierparkmuseum

Neben den vielen Tieren gibt es auch andere Dinge zu sehen wie z. B. das Tierparkmuseum, welches die Geschichte des Wildparksan  der Sababurg zeigt. Dort wird vor allen Dingen über die  Pferdezucht und die im Gebiet lebenden Menschen berichtet. Selbst über die Brüder Grimm, die zwischen 1806 und 1811 dort ihre Zeit verbrachten, wird im Museum erzählt.

Aktionen und Attraktionen

Der Tierpark wird ständig ausgeweitet. 1999 kam die Greifvogelstation hinzu, 2006 folgte der Schulbauernhof, 2007 dann die Kulturscheune, 2009 der Museumsausbau und vieles mehr. Zuletzt im Jahre 2013, als der neue Stall für die Erdmännchen und Zwergziegen eingeweiht wurde. Ebenfalls ein schönes Highlight: der Mittelaltermarkt, der im Spätsommer und in der  Vorweihnachtszeit stattfindet. Dieser wird jährlich von mehr als 20.000 Menschen besucht.

Weitere Infos finden Sie unter www.tierpark-sababurg.de

Autor: Ranja Assalhi
Bildquelle: Redaktion, Frank Baranowski