(hoga-presse) Erlebniswanderung im Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Umweltministerium und Saarwald-Verein laden zum 1. Geburtstag ein. Vor genau einem Jahr wurde mit einem großen Fest der 16. Nationalpark in Deutschland eröffnet, der sich von Rheinland-Pfalz bis ins Saarland erstreckt. Aus diesem Anlass laden der Saarwald-Verein und das Umweltministerium zur Geburtstagsfeier am 14. Mai in den noch jungen Nationalpark Hunsrück-Hochwald ein. Mit vier versierten Wanderführern wird Umweltminister Reinhold Jost gemeinsam mit allen Wanderbegeisterten um zehn Uhr zur Erlebniswanderung durch das einzigartige Naturschutzgebiet aufbrechen. Start und Ziel ist auf dem Vorplatz der „Trattoria Keltica“ am Sportlerheim in Nonnweiler-Otzenhausen gegenüber dem keltischen Dorf.

Während der Wanderung informieren die Wanderführer über die Kulturgeschichte der Region und die Besonderheiten der Natur. Bei einem Rundgang durch das jüngst eröffnete Keltendorf wird den Besuchern ein Einblick in das Leben vor 2.000 Jahren gewährt. Auch an dieser Stelle ist der Eintritt frei. Für warme Speisen und kühle Getränke sowie für Kaffee und Kuchen ist vor Ort bestens gesorgt. Bezahlt wird ganz traditionell mit „Keltengeld“, dass es vor Ort im Gegenwert von 5,00 Euro für jeden Wanderer geben wird. Neben dem Saarwald-Verein unterstützen das Nationalparkamt und die Gemeinde Nonnweiler die Geburtstagswanderung. Sie fällt passender Weise auf den Tag des Wanderns, der am 14. Mai 2016 bundesweite Premiere feiert.

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Quelle: Pressemitteilung Landesregierung Saarland vom 11.05.2016.

Über den Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Biologischer Hotspot zwischen Kelten und Römern

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald liegt verborgen, in einer ländlich geprägten Region, je ca. eine Autostunde von Trier, Saarbrücken und Mainz entfernt. Er erstreckt sich in einer Fläche von 10.000 ha über die Hochlagen des Hunsrücks. Wanderer finden hier ein Refugium der Erholung und Naturschützer ein wichtiges Großschutzgebiet, in dem Natur wieder Natur sein darf.

Das Bundesamt für Naturschutz zählt den Hunsrück schon heute zu einer “Hotspot-Region für biologische Vielfalt”. Urige Wälder und eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt prägen das Bild. Ein Mittelgebirge mit schier endlosen Waldarealen kennzeichnet die Landschaft und grenzt sie von den umliegenden, bekannten Weinanbaugebieten, der Mosel, dem Rhein, der Nahe und der Saar ab.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein Entwicklungsnationalpark. Schritt für Schritt überlässt man hier der Natur die Regie. Seltene und störungsempfindliche Tier- und Pflanzenarten finden beste Lebensbedingungen. Neben Schwarzstorch und Schwarzspecht gibt es im Nationalpark Hunsrück-Hochwald eine hohe Anzahl an Wildkatzen. Der Hunsrück ist einer der deutschlandweiten Hauptverbreitungsgebiete dieser bedrohten Wildtierart.

Dank seiner Abgeschiedenheit kann der Nationalpark aber auch wie kaum eine andere Landschaft die Geschichte der Menschen aus längst vergangenen Zeiten preisgeben. Die historischen Zeugnisse, wie beispielsweise der beeindruckende Ringwall von Otzenhausen, liegen oft tief in den Wäldern verborgen und sind so bis heute erhalten. Daher hat der Nationalpark Hunsrück-Hochwald neben seinem Wappentier Wildkatze auch einen Slogan der lautet: Natürlich, mit Geschichte!
Wilde Natur – ein Sehnsuchtsort

Wilder Wald im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Deutsche Nationalparke stehen für großflächige, naturnahe Landschaften. Deshalb sind sie für die natürliche Entwicklung – für das Entstehen von Wildnis – besonders gut geeignet. Die Arbeitsgemeinschaft „Nationalparke in Deutschland“ sieht Wildnis als Pendant zu Kultur und Zivilisation. Sie beschreibt Wildnis als „kulturelles Phänomen, das sich nicht naturwissenschaftlich definieren lässt“.

Wildnis steht in Nationalparken für die natürliche Entwicklung, eine Dynamik, die der Natur freien Lauf lässt. Der Leitgedanke „Natur Natur sein lassen“ beschreibt das Zulassen natürlicher Prozesse, in die wir Menschen bewusst nicht gestaltend eingreifen. Die große Fläche eines Nationalparkes gewährleistet diese Entwicklung. Ein Nationalpark dient somit der Umsetzung der Wildnisziele der Biodiversitätsstrategie. In einem Nationalpark können wir Menschen Wildnis mit allen Sinnen erfahren: Wildnis kann man sehen, riechen, berühren und erleben. Wildnis kann faszinierend und bezaubernd sein, und Wildnisgefühle beeindrucken nachhaltig. Ein wenig Sehnsucht nach Wildnis schlummert in uns allen, sie muss nur geweckt werden.