(hoga-presse) Wirtschaftsminister Harry Glawe sieht die Ernährungsbranche weiter im Aufwind. „Die Branche treibt die Wirtschaft im Land voran. Sie hat sich insgesamt gut in diesem Jahr entwickelt. Das Erfolgsrezept liegt auch in der gesunden Mischung aus traditionellen Unternehmen, Global Playern und auch Neuansiedlungen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe am Mittwoch in Schwerin. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung.

Internationale Konzerne und Unternehmensansiedlungen

Im Land sind wichtige Tochterunternehmen von internationalen Konzernen ansässig, z. B. die Dr. Oetker Tiefkühlprodukte GmbH in Wittenburg und die Pfanni GmbH & Co. KG in Stavenhagen. Die Vielzahl der Betriebe zählt zu den mittelständischen Unternehmen. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé baut im Gewerbegebiet Göhrener Tannen in Schwerin ein Kaffeewerk. Dort sollen unter der Marke Nescafé Dolce Gusto Kaffeekapseln für Deutschland, Skandinavien und Osteuropa produziert werden. Im kommenden Jahr ist Produktionsstart. In Grimmen wurde in diesem Jahr die Betriebsstätte der ProLupin GmbH in Betrieb genommen. Im September 2013 erfolgte im Gewerbegebiet Pommerndreieck der Produktionsstart für das neue Nahrungsmittelunternehmen biosanica. Die Firma Anklam Extrakt hat Ende November mit der Erweiterung der Betriebsstätte in Anklam begonnen. Das Unternehmen stellt Kräuterextrakte her. Am Freitag besucht Wirtschaftsminister Harry Glawe die Firma Sweet Tec GmbH in Boizenburg. Das Unternehmen will weiter wachsen. Oetker plant, ein Innovationszentrum zur Produktforschung in Wittenburg zu errichten.

Mehr Forschung und Entwicklung nötig – Ernährung als Zukunftsfeld

Der Wirtschaftsminister regt an, künftig verstärkt die Möglichkeiten im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) zu nutzen. „Insbesondere im Bereich der Verbundforschung können Unternehmen der Ernährungswirtschaft und Hochschulen aus MV verstärkt zusammenarbeiten. Wir brauchen mehr wirtschaftsnahe Forschungsprojekte mit Produkten, die auch in Unternehmen hergestellt, vermarktet und weiter entwickelt werden. Hier ist noch Luft nach oben. Ziel ist es, dass am Ende marktfähige Produkte entstehen. Dies schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern“, so Glawe weiter. Ernährung ist darüber hinaus ein Zukunftsfeld, welches die künftige Ausrichtung der Technologieschwerpunkte darstellt.

Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) in Mecklenburg-Vorpommern stehen in der EU-Förderperiode 2007 bis 2013 insgesamt 155 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Davon wurden bis Dezember 2013 bereits 150 Millionen Euro bewilligt. Mit diesen Mitteln wurden bisher 800 Projekte im Bereich von FEuI gefördert.

Erweiterungen und Ansiedlungen unterstützen

„Wir werden auch künftig Unternehmen der Ernährungswirtschaft bei Ansiedlungen oder Erweiterungen weiter unterstützen“, betonte Glawe weiter. Das Wirtschaftsministerium hat seit 1990 427 Vorhaben der gewerblichen Wirtschaft im Bereich Ernährung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit rd. 425 Millionen Euro unterstützt. Damit wurden Gesamtinvestitionen von 2,45 Milliarden Euro ausgelöst. Eine Kofinanzierung oder alleinige Unterstützung der Vorhaben erfolgte zudem aus Mitteln des EFRE.

Ernährungswirtschaft im Überblick

Die Ernährungswirtschaft hat nach Angaben des Statistischen Amtes in 2012 (aktuellste vorliegenden Zahlen). in den 88 Betrieben der Ernährungswirtschaft mit mehr als 50 Beschäftigten rund 14.300 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete einen Jahresumsatz von mehr als 4,3 Milliarden Euro. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes beträgt 38 Prozent.

Quelle: regierung-mv.de