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Fotospot Berlin: Lost Place Kontrollpunkt Dreilinden

von Redaktion 22. Dezember 2025
22. Dezember 2025
Fotospot Berlin: Lost Place Kontrollpunkt Dreilinden
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2,9K

Der Kontrollpunkt Dreilinden zählt zu den eindrucksvollsten historischen Fotospots im Raum Berlin und Brandenburg. Als verlassener Ort der deutsch-deutschen Teilung vereint er Geschichte, architektonischen Verfall und Natur auf einzigartige Weise. Für Fotografen, Urban Explorer und geschichtsinteressierte Besucher ist dieser Lost Place ein Ort voller Atmosphäre, an dem Vergangenheit noch heute spürbar ist. Zwischen überwucherten Asphaltflächen, stillgelegten Brücken und verfallenen Gebäuden erzählt Dreilinden von Kontrolle, Bewegung, Stillstand und dem Wunsch nach Freiheit.

Historischer Ursprung und Grenzentstehung

Die Geschichte des Kontrollpunkts Dreilinden reicht bis in das Jahr 1920 zurück. Mit dem Gesetz zur Bildung von Groß-Berlin wurden die Stadtgrenzen festgelegt, die bis heute Bestand haben. Zunächst hatte diese Grenzziehung jedoch nur verwaltungstechnische Bedeutung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, mit der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen, entwickelte sich die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg zu einer politischen Trennlinie. Bestehende Verkehrswege wurden übernommen, darunter die Reichsautobahn 51, die 1940 fertiggestellt worden war und später eine zentrale Rolle im Transitverkehr spielte.

Der erste Kontrollpunkt Dreilinden

An der damaligen Autobahnraststätte Dreilinden entstand der erste Grenzkontrollpunkt. Die Autobahn wechselte in diesem Bereich mehrfach zwischen Ost und West, was umfangreiche Kontrollen erforderlich machte. Für Reisende bedeutete dies Ausweiskontrollen, Wartezeiten und das ständige Bewusstsein, eine streng überwachte Grenze zu passieren. Bereits in dieser frühen Phase wurde Dreilinden zu einem Symbol der beginnenden deutschen Teilung. Noch heute finden sich vor Ort Relikte wie alte Fahrbahnmarkierungen, Fundamente ehemaliger Kontrollanlagen und Reste von Sperreinrichtungen.

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Erinnerungen an vergangene Zeiten: die deutsch-deutsche Geschichte hautnah erleben

Ausbau der Grenze und Bau der Berliner Mauer

Zwischen 1946 und 1956 begann die DDR mit dem systematischen Ausbau der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland und nach West-Berlin. Zunächst schrittweise, später immer rigoroser, entstand ein komplexes Grenzsystem aus Zäunen, Gräben, Kontrollstreifen und Wachtürmen. Mit dem Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 wurde die Grenze endgültig abgeriegelt. Der Bereich Dreilinden war dabei von besonderer Bedeutung, da er eine der wichtigsten Transitstrecken zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik darstellte. Zahlreiche Fluchtversuche fanden hier statt, viele davon endeten tragisch.

Verlegung der Autobahn und neue Grenzanlagen

Um die Grenzsicherung weiter zu optimieren, entschied sich die DDR in den 1960er-Jahren für eine Verlegung der Autobahntrasse. Teile der Strecke wurden nach West-Berliner Gebiet verschoben, um eine klarere Grenzführung zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang entstand eine neue Autobahnbrücke über den Teltowkanal sowie eine großflächige Grenzübergangsstelle bei Kleinmachnow, die unter dem Namen Drewitz bekannt wurde. Diese entwickelte sich zu einem der wichtigsten Transitpunkte für den Verkehr nach West-Berlin.

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Außenansicht Checkpoint Bravo: Erinnerungsstätte der Alliierten
Checkpoint Bravo, Erinnerungs- und Begegnungsstätte Grenzkontrollpunkt Drewitz-Dreilinden

Checkpoint Bravo und Bedeutung für die Alliierten

Auf westlicher Seite wurde zeitgleich der neue Grenzkontrollpunkt Drewitz-Dreilinden errichtet, besser bekannt als Checkpoint Bravo. Er war einer der drei alliierten Kontrollpunkte für den Transitverkehr nach West-Berlin und hatte eine enorme strategische Bedeutung. Noch heute sind Teile der damaligen Gebäude erhalten, darunter das markante Brückengebäude über die Autobahn A 115. Sie dienen als Erinnerungsstätte und dokumentieren die Rolle der West-Alliierten während der Zeit der Teilung.

Verfall, Rückbau und Vergessen

Der ursprüngliche Kontrollpunkt Dreilinden bei Albrechts Teerofen verlor ab Ende der 1960er-Jahre seine Funktion. Die alte Autobahnbrücke über den Teltowkanal wurde mit massiven Beton-Elementen blockiert, um eine Nutzung zu verhindern. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands begann in den 1990er-Jahren der Rückbau vieler Grenzanlagen. Zahlreiche Bauwerke verschwanden, Flächen wurden renaturiert. Einige Relikte blieben jedoch erhalten – darunter die alte Autobahnbrücke, Teile der stillgelegten Trasse und die verfallene Raststätte Dreilinden.

Der Fotospot Dreilinden heute

Heute ist der Kontrollpunkt Dreilinden ein außergewöhnlicher Lost Place und ein beliebter Fotospot. Die überwucherte Autobahntrasse, alte Fahrbahnbeschriftungen wie „PKW“ und „LKW“, die verfallene Raststätte und eine stillgelegte, mit Graffiti bedeckte Eisenbahnbrücke bieten unzählige Motive. Der Ort lebt vom Kontrast zwischen Natur und Beton, von der Stille und der spürbaren Geschichte. Besonders in den frühen Morgenstunden oder bei Nebel entfaltet Dreilinden eine eindrucksvolle, fast melancholische Atmosphäre.

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Aufgelassen Autobahntrasse mit der teils überwucherten Autobahnbrücke über den Teltowkanal.
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Impressionen rund um den Fotospot “Autobahnbrücke Teltowkanal” (September 2021)

Geschichte sichtbar erleben

Der Lost Place Kontrollpunkt Dreilinden ist weit mehr als ein verlassenes Bauwerk. Er ist ein authentisches Zeugnis der deutschen Teilung und ein Ort, an dem Geschichte unmittelbar erlebbar wird. Für Fotografen bietet er eine außergewöhnliche Kulisse, für Besucher einen stillen Raum der Erinnerung. Dreilinden verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise und gehört zu den spannendsten historischen Fotospots im Raum Berlin.

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Die stillgelegte Eisenbahnbrücke, nahezu vollständig mit Graffiti bedeckt, ein weiteres Foto-Highlight.

Anfahrt und Tipps Kontrollpunkt Dreilinden

Die Anfahrt zum Kontrollpunkt Dreilinden ist auf unterschiedlichen Wegen gut möglich. Mit dem Auto erreicht man den Ort von der Berliner Innenstadt aus über die A 115 in Richtung Potsdam. An der Ausfahrt Kleinmachnow/Dreilinden verlässt man die Autobahn und gelangt von dort in den Bereich des ehemaligen Grenzgeländes. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, fährt mit der S-Bahn-Linie S1 bis Wannsee und setzt die Fahrt anschließend mit dem Bus in Richtung Kleinmachnow fort. Besonders reizvoll ist die Anreise mit dem Fahrrad, denn der Berliner Mauerweg führt direkt über die alte Autobahnbrücke am Kontrollpunkt Dreilinden und eignet sich hervorragend für eine historische Fahrradtour entlang der ehemaligen Grenzanlagen.

Empfehlung für Fotografen rund um den Lost Place Kontrollpunkt Dreilinden

Ein Weitwinkelobjektiv ist am Lost Place Dreilinden ideal, um die alten Brücken, die stillgelegte Autobahntrasse und die Weite des Geländes gut abzubilden. Detailaufnahmen, die Graffiti, verwitterten Beton und die zurückerobernde Natur zeigen, sind ebenfalls besonders reizvoll und heben den Charakter des Ortes hervor. In den frühen Morgenstunden oder bei Nebel entstehen die schönsten Lichtstimmungen, wenn Dreilinden eine ruhige, fast mystische Atmosphäre hat. Es ist immer wichtig, diesen historischen Ort respektvoll zu behandeln. Nichts sollte beschädigt, verändert oder mitgenommen werden, damit der Kontrollpunkt Dreilinden als authentisches Zeugnis der Geschichte erhalten bleibt.

Quelle und Bilder: Redaktion, aktualisiert am 22.12.2025

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