(hoga-presse) Mal so richtig in der Disco abtanzen, sich mit Kolleginnen und Kollegen außerhalb des Büros zum Feiern treffen oder einfach mit Freunden ausgehen – das klingt nach harmlosen Vergnügungen. Die können aber böse enden. Ein unbeobachteter Moment und aus der Cola im Glas wird ein gefährlicher Drogencocktail. Der Einsatz von K.O.-Tropfen ist ein Thema, das viele Menschen verunsichert, weil sie Angst haben, einem hinterlistigen Täter wehrlos ausgeliefert zu sein. Eine Modellkampagne des Frauennotrufs Aachen bietet Hilfe und Rat.

Die Meldungen über den Einsatz von sogenannten K.O.-Tropfen kommen in Wellen an die Öffentlichkeit. Dienten Knock-out (K.O.)-Mittel in einschlägigen Etablissements oder in Gaststätten früher vorrangig dazu, die Opfer in Ruhe „ausnehmen“ zu können, werden heute im Discotheken- und Rave-Umfeld immer öfter Sexualstraftaten gemeldet, bei denen Drogen zum Einsatz kommen, um Menschen willenlos zu machen.

Der Nachweis, dass K.O.-Tropfen eingesetzt wurden, ist meist schwierig. Denn die Opfer können sich nach einer längeren Bewusstlosigkeit nicht mehr genau erinnern, was passiert ist. Auch die Phase vor der Ohnmacht wird häufig nur bruchstückhaft rekapituliert. Deshalb suchen Betroffene die Polizei oder eine Arztpraxis oft sehr spät auf, so dass sich Spuren möglicherweise verwendeter Drogen nicht mehr oder nur noch sehr schwer im Blut oder im Urin finden lassen. Häufig haben die Betroffenen, die nicht selten bereits alkoholisiert sind, das Mittel, das meist geruch-, farb- und geschmackslos ist, gar nicht bemerkt.

Dennoch, Frauen und Männer, die den Verdacht haben, mit K.O.-Tropfen betäubt worden zu sein, sollten so schnell wie möglich eine Arztpraxis oder ein Rechtsmedizinisches Institut aufsuchen, rät Susanne Schmitz von der Dienststelle für Kriminalprävention und Opferschutz beim Landeskriminalamt (LKA) NRW. Denn um die Schuldigen später wegen einer Raub- oder Sexualstraftat überführen zu können, ist der Nachweis der Droge im Blut ein wichtiges Indiz. Um auch den psychologischen Bedürfnissen der Opfer gerecht zu werden, ist die Polizei in NRW im Bereich Prävention und Opferschutz eng mit Beratungsstellen vernetzt. Mögliche Opfer von K.O.-Tropfen finden häufig dort Hilfe und Unterstützung. Der Frauennotruf Aachen hat zu diesem Thema eine eigene Modell-Kampagne ins Leben gerufen: K.O.cktail? Fiese Drogen im Glas.

Quelle: justiz.nrw.de