(hoga-presse) Land Brandenburg legt Förderung für Fernradweg-Modernisierung auf. Landestourismusverband Brandenburg ruft Landkreise auf, zügig Projekte anzuschieben.

Brandenburg ist ein bundesweit bekanntes und hoch geschätztes Paradies für Radfahrer. Ein Viertel aller Urlaubsgäste und mehr als 10 Prozent aller Tagesausflügler in Brandenburg fahren mit dem Rad, damit liegt das Land bundesweit an der Spitze. Mit einem jährlichen Gesamtumsatz von 850 Millionen Euro macht der Radtourismus immerhin rund 25 Prozent des gesamttouristischen Umsatzes im Land aus. Über 11.000 Kilometer meist asphaltierte Radrouten, darunter 28 Radfernwege und rund 30 Regionale Routen, durchziehen die Mark. Brandenburgs Radwege, Rückgrat des Radtourismus, sind gleichwohl hier und da in die Jahre gekommen und müssen teilweise dringend auf einen modernen Stand gebracht werden. Die Modernisierung insbesondere der Fernradwege wird für die betroffenen Kommunen und Landkreise nun erheblich leichter. Anfang November trat eine neue Förderrichtlinie des Wirtschaftsministeriums in Kraft, die einen Landeszuschuss von bis zu 80 Prozent für die Radwegmodernisierung vorsieht. Erklärte Absicht des Landes ist es, über fünf Jahre verteilt insgesamt mindestens 40 Millionen Euro allein für die Fernradwege bereit zu stellen. Befristet wird das Förderprogramm bis Ende 2020.

Der Landestourismusverband Brandenburg (LTV) ruft daher die Landkreise dazu auf, überzeugende und nachhaltige Konzepte für die Modernisierung und Instandhaltung der Fernradwege auf den Tisch zu legen und die neuen Fördermöglichkeiten abzurufen. „Hier sollten alle Beteiligten schnell handeln, schließlich sind moderne Radwege immens wichtig für Brandenburgs Tourismus. Außerdem bezuschusst das Land nach der neuen Richtlinie auch zahlreiche andere Infrastrukturmaßnahmen“, so Peter Krause, Geschäftsführer des LTV.

Eine bloße Sanierung der Radwege fördert das Land mit der neuen Richtlinie allerdings nicht. Die von der Landesinvestitionsbank Brandenburg (LIB) ausgereichten Zuschüsse müssen für Maßnahmen ausgegeben werden, die innovativen und modernisierenden Charakter haben. Bezuschusst werden beispielsweise Wurzelsperren inklusive einer Oberflächenerneuerung, zusätzliche Rastplätze und Informationstafeln, die aktuellen Anforderungen und Qualitätsstandards entsprechen, Knotenpunktwegweiser, aber auch Lückenschlüsse, Verlegungen und Verbreiterungen der Radwege. Wichtige Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Landkreise in Partnerschaft mit den zuständigen Kommunen Instandhaltungskonzepte für die Zeit nach der Modernisierung vorlegen können und für mindestens 15 Jahre dafür auch gerade stehen.

„Unsere Radwege entsprechen vielerorts nicht mehr den aktuellen Qualitätsanforderungen. Teilweise haben Wurzelaufbrüche die Fahrbahndecken zu einer Holperpiste werden lassen“, weiß Dana Klaus, beim Tourismusverband Dahme-Seen e.V. zuständig für Infrastruktur und Qualitätsmanagement. Sie ist froh über den neuen Fördertopf. „Wir begrüßen die Landeshilfen für die Qualitätsverbesserung unserer für den Tourismus immens wichtigen Radrouten. Mit den Fördergeldern können die Verantwortlichen in den Kommunen, Landkreisen und Regionen dafür sorgen, dass Brandenburg seine deutschlandweit führende Position im Radtourismus sichert und weiter ausbaut.“

Sechzehn Fernradwege mit strategischer Bedeutung will das Land bezuschussen. Die Auflistung sieht der LTV mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Seit langem haben wir eine Landesförderung zur Modernisierung der Radwege angemahnt. Auch, dass jetzt die Landkreise als große Gebietskörperschaften, ob einzeln oder im Verbund, zu den Hauptverantwortlichen für die Fernradwege gemacht werden, begrüßen wir ausdrücklich. Allerdings gibt es über die Modernisierung der imageträchtigen sechzehn Routen hinaus wesentlich mehr Radwege zu modernisieren. Schließlich vermarkten wir gemeinsam mit den regionalen Tourismusverbänden insgesamt 28 Fernradwege“, so Krause weiter.

Die anstehende Modernisierungswelle bei den Radfernwegen korrespondiert mit dem neuen landesweiten Qualitätsmanagement für Brandenburgs Radwege von LTV, den regionalen Tourismusverbänden und der TMB Tourismus – Marketing Brandenburg GmbH. Das sogenannte Radwege-Monitoring, soll kompatibel mit den Geo-Informationssystemen der Landkreise und Kommunen gestaltet werden, und den offiziellen Radwege-Inspektoren und allen anderen Radfahrern (egal ob Tourist oder Anwohner) gleichermaßen ermöglichen, Mängel via Smartphone online zu melden. Für die erfolgreiche Umsetzung ist eine Allianz vieler verschiedener Partner im Land notwendig. „Brandenburgs hohes Niveau bei der Radweginfrastruktur muss gehegt und gepflegt werden. Der LTV wird sich dafür mit allen Beteiligten weiter engagiert einsetzen und auch über die Erfolge dabei berichten“, bekräftigt Peter Krause abschließend. „Im April 2016, können Sie sich selbst von der Qualität unserer Produkte während der bekannten Fahrradmesse VELO Berlin überzeugen. Hier ist Brandenburg erneut Partnerland.“

Über den LTV Brandenburg: Der Landestourismusverband Brandenburg (LTV) mit Sitz in Potsdam ist ein Zusammenschluss aus touristischen Regional- und Fachverbänden und agiert als Interessen-vertretung, Lobbyorganisation, “Sprachrohr”, Informationspool sowie Dialog-Plattform für den Tourismus in Brandenburg. In enger Zusammenarbeit mit der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB) und den regionalen Tourismusorganisationen, deren Dachverband er zugleich ist, fördert der LTV mit allen in der Branche Tätigen die weitere Expansion des Tourismus in Brandenburg. Er unterstützt die Entwicklung touristischer Produkte in landesweiten Netzwerken und hilft bei der Entwicklung und Realisierung von Tourismus-Projekten. Der Verband berät die Ressorts der Landesregierung, Behörden, Verbände und andere Organisationen bei allen den Tourismus betreffenden Maßnahmen und Entscheidungen und fördert den Erfahrungsaustausch in touristischen Angelegenheiten. Der LTV fördert die Verständig ung und Zusammenarbeit im internationalen Tourismus und bekennt sich zu den Grundsätzen einer umweltverträglichen Tourismusentwicklung.

Quelle: Pressemitteilung Medienkontor vom 01.02.2016.