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Neues Welterbe Forum auf Zollverein feiert Richtfest

von Redaktion 26. Januar 2026
26. Januar 2026
Neues Welterbe Forum auf Zollverein feiert Richtfest
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Zentraler Treffpunkt zum UNESCO-Welterbetag 2026

Das UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen erhält einen neuen, zukunftsweisenden Anlaufpunkt: Am 7. Juni 2026 öffnet das Welterbe Forum auf Zollverein erstmals seine Türen. Pünktlich zum bundesweiten UNESCO-Welterbetag entsteht damit ein zentraler Ort, der Information, Orientierung und Erlebnis miteinander verbindet. Mehrsprachig, digital, barrierefrei und architektonisch sensibel in das historische Ensemble integriert, wird das Welterbe Forum Besucherinnen und Besucher aus aller Welt ebenso ansprechen wie die Menschen aus der Region. Bereits jetzt markiert das Richtfest am 23. Januar 2026 einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Eröffnung und unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die Weiterentwicklung des Welterbes Zollverein.

Richtfest als symbolischer Höhepunkt eines besonderen Bauprojekts

Mit dem feierlichen Richtfest wurde der erfolgreiche Abschluss des Rohbaus des neuen Welterbe Forums begangen. Bauherr, Architekten, Handwerksbetriebe und Projektbeteiligte kamen zusammen, um diesen traditionellen Moment zu würdigen. Der Richtspruch, gesprochen vom Zimmermeister, und das befestigte Richtbäumchen standen sinnbildlich für handwerkliche Qualität, gemeinschaftliche Leistung und den respektvollen Umgang mit dem historischen Ort. Anwesend waren unter anderem Vertreter der Stiftung Zollverein, die mit dem Neubau einen weiteren wichtigen Schritt in der langfristigen Entwicklung des Areals umsetzen. Das Richtfest machte deutlich, dass hier nicht nur ein Gebäude entsteht, sondern ein Ort mit hoher kultureller, touristischer und gesellschaftlicher Relevanz.

25 Jahre UNESCO-Welterbe Zollverein – ein Jubiläum mit Signalwirkung

Das Jahr 2026 markiert einen besonderen Meilenstein in der Geschichte Zollvereins. Seit 25 Jahren gehören die Schachtanlagen der Zeche Zollverein gemeinsam mit der Kokerei zum UNESCO-Welterbe Zollverein. Dieses Jubiläum steht für ein Vierteljahrhundert erfolgreicher Transformation von einem ehemaligen Industriekomplex zu einem international anerkannten Kultur- und Denkmalstandort. Die Eröffnung des Welterbe Forums am UNESCO-Welterbetag ist daher mehr als ein Termin im Kalender: Sie ist ein bewusst gesetztes Zeichen, das die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Welterbes miteinander verknüpft und den Anspruch unterstreicht, Zollverein auch in den kommenden Jahrzehnten lebendig und relevant zu halten.

Ein zentraler Anlaufpunkt für Gäste aus aller Welt und die Region

Mit dem Welterbe Forum entsteht auf dem Werner-Müller-Platz, direkt unter der Schachthalle von Schacht XII, ein zentraler Treffpunkt für alle, die Zollverein besuchen. Das neue Gebäude wird Besucherinnen und Besucher willkommen heißen, Orientierung bieten und einen kompakten Überblick über das gesamte Gelände vermitteln. Dabei geht es nicht nur um erste Informationen, sondern um ein echtes Ankommen: Das Forum erklärt verständlich und anschaulich, was UNESCO-Welterbe bedeutet, welche Besonderheiten Zollverein auszeichnen und wie sich der Standort im internationalen Vergleich zu anderen Welterbestätten positioniert. Zugleich fungiert das Welterbe Forum als Schaufenster für die vielfältigen Angebote auf Zollverein, von Führungen über Museumsprogramme bis hin zu Veranstaltungen und kulturellen Highlights.

Architektur zwischen Zurückhaltung und moderner Offenheit

Der Entwurf für das Welterbe Forum stammt von Lindner Lohse Architekten BDA und folgt dem Leitgedanken, sich respektvoll in die bestehende Industriearchitektur einzufügen. Mit seinen kompakten Abmessungen von rund 16 mal 13 Metern und einer Höhe von etwa 5,75 Metern bleibt der Neubau bewusst zurückhaltend. Eine große Glasfassade sorgt dennoch für Offenheit und Transparenz und schafft visuelle Bezüge zwischen Innen- und Außenraum. So wird das Forum nicht als Fremdkörper wahrgenommen, sondern als zeitgemäße Ergänzung des denkmalgeschützten Ensembles. Ein Kunst-am-Bau-Projekt in Kooperation mit der Folkwang Universität der Künste verstärkt den kulturellen Anspruch des Gebäudes und verbindet Architektur, Kunst und Vermittlung auf besondere Weise.

Digitale Vermittlung und multimediale Erlebnisse

Im Inneren des Welterbe Forums erwartet die Gäste ein modernes, multimediales Informationsangebot. Herzstück ist eine großformatige LED-Medienwand mit einer Länge von 14,5 Metern, auf der ein eindrucksvoller Film die Geschichte, Bedeutung und Transformation des Welterbes Zollverein erzählt. Ergänzt wird diese mediale Inszenierung durch acht interaktive Stationen, die digitale Inhalte mit realen Exponaten kombinieren. Besucherinnen und Besucher können hier eigenständig in Themen eintauchen, Hintergründe entdecken und Zollverein aus unterschiedlichen Perspektiven erleben. Die digitale Vermittlung ermöglicht es, komplexe Inhalte anschaulich aufzubereiten und sowohl internationale Gäste als auch ein lokales Publikum anzusprechen.

Barrierefreiheit als selbstverständlicher Anspruch

Ein zentrales Anliegen des Welterbe Forums ist die konsequente Barrierefreiheit. Das Gebäude ist vollständig barrierefrei zugänglich und wurde so geplant, dass möglichst viele Menschen unabhängig von körperlichen Einschränkungen, Sprachkenntnissen oder Vorerfahrungen am Angebot teilhaben können. Mehrsprachige Inhalte, intuitive Bedienkonzepte und digitale Unterstützung tragen dazu bei, Zugangsbarrieren abzubauen. Damit setzt das Welterbe Forum ein wichtiges Zeichen für Inklusion und zeigt, dass kulturelle Teilhabe ein wesentlicher Bestandteil moderner Welterbe-Vermittlung ist.

Nachhaltiges Bauen nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip

Auch in ökologischer Hinsicht setzt das Welterbe Forum Maßstäbe. Der Bau folgt überwiegend dem Cradle-to-Cradle-Prinzip, bei dem Materialien so eingesetzt werden, dass sie dauerhaft im Kreislauf bleiben und keinen Abfall erzeugen. Die verwendeten Baustoffe und Bauteile sind so ausgewählt, dass sie bei einem späteren Rückbau oder einer Umnutzung wiederverwendet oder fachgerecht recycelt werden können. Besonders sichtbar wird dieser Ansatz an der Fassade aus carbonatisiertem Holz. Sie nimmt nicht nur Bezug auf die historische Bedeutung von Holz im Bergbau, sondern verweist auch auf den natürlichen Entstehungsprozess von Kohle. Zertifizierte Produkte, etwa bei den Fensterelementen, unterstreichen den hohen Anspruch an Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit des Projekts.

Baufortschritt und nächste Schritte bis zur Eröffnung

Der Baubeginn für das Welterbe Forum erfolgte am 1. Juli 2025, nachdem das Gelände von der RAG nach Abschluss der Rückbauarbeiten der Schachtverfüllung übergeben worden war. Mit dem Richtfest ist nun der Rohbau abgeschlossen. In den kommenden Monaten folgt der Innenausbau, einschließlich der technischen Gebäudeausrüstung. Anschließend werden die Medientechnik installiert und die Ausstellungselemente aufgebaut. Schritt für Schritt nimmt das Welterbe Forum so Gestalt an, bis es am 7. Juni 2026 offiziell eröffnet werden kann. Der klare Zeitplan zeigt, wie sorgfältig das Projekt vorbereitet und umgesetzt wird.

Bedeutung für Tourismus, Bildung und Stadtentwicklung

Das neue Welterbe Forum wird eine zentrale Rolle für die Besucherlenkung und Vermittlung auf Zollverein spielen. Als erster Anlaufpunkt bündelt es Informationen, erleichtert die Orientierung auf dem weitläufigen Gelände und stärkt die Wahrnehmung Zollvereins als zusammenhängendes Welterbe-Ensemble. Für den Tourismus bedeutet dies eine weitere Qualitätssteigerung, für Bildungsangebote neue Möglichkeiten der anschaulichen Wissensvermittlung. Gleichzeitig wirkt das Forum in die Stadt Essen und die Region hinein, indem es den Dialog zwischen lokaler Bevölkerung und internationalem Publikum fördert und Zollverein als identitätsstiftenden Ort weiter verankert.

Öffentliche Förderung als Investition in das kulturelle Erbe

Die Realisierung des Welterbe Forums wird durch die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie durch das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, gefördert. Diese öffentliche Unterstützung unterstreicht den hohen Stellenwert des Projekts und verdeutlicht, dass Investitionen in das kulturelle Erbe zugleich Investitionen in Bildung, Tourismus und nachhaltige Entwicklung sind. Das Welterbe Forum steht damit exemplarisch für eine verantwortungsvolle Kulturpolitik, die den Erhalt historischer Orte mit zeitgemäßer Nutzung verbindet.

Stiftung Zollverein als Motor der Entwicklung

Trägerin des Projekts ist die Stiftung Zollverein, die den Auftrag hat, das UNESCO-Welterbe Zollverein zu bewahren und weiterzuentwickeln. Als Eigentümerin der übertägigen Gebäude und Anlagen sorgt sie dafür, dass die „schönste Zeche der Welt“ nicht nur als Denkmal erhalten bleibt, sondern als lebendiger Kultur- und Wirtschaftsstandort genutzt wird. Mit jährlich rund 1,7 Millionen Besuchen ist Zollverein bereits heute die größte Touristenattraktion im Ruhrgebiet. Das Welterbe Forum wird diese Position weiter stärken und einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Geschichte des Ortes auch für zukünftige Generationen erfahrbar zu machen.

Ein Ort, der Vergangenheit und Zukunft verbindet

Das Welterbe Forum auf Zollverein steht sinnbildlich für den erfolgreichen Strukturwandel des Ruhrgebiets. Wo einst Kohle gefördert wurde, entsteht nun ein Ort der Information, Begegnung und Inspiration. Die Verbindung aus historischer Industriearchitektur, moderner Gestaltung, digitaler Vermittlung und nachhaltigem Bauen macht das Forum zu einem Leuchtturmprojekt, weit über die Region hinaus. Mit der Eröffnung am UNESCO-Welterbetag 2026 erhält Zollverein nicht nur ein neues Gebäude, sondern einen zentralen Treffpunkt, der die Bedeutung des Welterbes sichtbar macht und den Dialog zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft fördert.

Quelle und Bild: Stiftung Zollverein, 28.01.2026

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