(hoga-presse) Nutzungskonflikte zwischen Club- und Kneipenkultur und (neuen) Nachbarn. Im Viertel lässt sich seit längerem die Entwicklung von einem ehemals durchmischten Wohngebiet mit einer gewachsenen urbanen Lebenskultur zu einem Touristenmagneten und beliebten Wohngebiet für Besserverdienende beobachten. Dieser Wandel führt auch zu Konflikten zwischen Anwohner*innen, Gewerbetreibenden und Nachtschwärmern. Dies ist nicht überraschend, sondern entspricht den Erfahrungen mit sog. Gentrifizierung und kapitalistischer Stadtteilerschließung in vergleichbaren Quartieren in Berlin oder Hamburg.

Zur aktuellen Auseinandersetzung um Bremens Club- und Kneipenkultur erklärt Peter Erlanson, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE: „Kulturpolitisch gibt es ein Interesse daran, dass sich Kneipen und Clubs in den Quartieren für Musik, Theater, Kleinkunst und Events öffnen. Kultureller Dialog durch Abbildung verschiedener Lebens-welten in Gastronomie und Kneipe ist gut für den sozialen Zusammenhalt der Stadt. Da die profitorientierten Gentrifizierungsprozesse gleichzeitig voranschreiten, treffen – wie jetzt im Viertel – die unterschiedlichen Interessen der reichen Neubewohner und eben Gastronomen immer wieder aufeinander. Aus Sicht der LINKEN ist das Stadtamt mit seinen formalen Konsequenzen bei der Vermittlung dieser verschiedenen Nutzungsinteressen überfordert. Wir schlagen daher die Einrichtung einer Schlichtungsstelle zum lokalpolitischen Interessensausgleich in den Stadtteilen vor. Die Schlichtungsstelle sollte zusätzlich zum Stadtamt mit kultur- und stadtentwicklungspolitischem Sachverstand ausgestattet sein.“

Die Fraktion DIE LINKE hat zur nächsten Sitzung der Stadtbürgerschaft eine Frage zur Fragestunde eingereicht, um zu erfahren, wie der Senat mit den sich zuspitzenden Konflikten umgehen will, und welche Maßnahmen eine Verdrängung von Clubs und Gastronomie abwenden können.

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