Reisetipp: Radfernweg Thüringer Städtekette

Radtour durch Thüringen und musikalische Kulturschätze entdecken

Tagsüber durch idyllische Natur radeln, abends ins Theater oder ins Konzert gehen – das ist ein reizvolles Kontrastprogramm. Auf dem 230 Kilometer langen Radfernweg Thüringer Städtekette geht das ohne Umwege. Wie Perlen auf einer Kette reihen sich Stadtschönheiten quer durch die Region. Entdecken Sie in sieben Rad-Etappen Thüringens musikalische Kulturschätze.

Eisenach – zur Wartburg oder ins Theater

In Eisenach startet die etwa einwöchige Radtour. Die Stadt liegt am Rand des Thüringer Waldes und hat eine gemütliche Altstadt. Wer am Vortag früh anreist, der sollte vorab die berühmte Wartburg besichtigen oder das Bachhaus Eisenach besuchen, wo man stündlich Livekonzerte auf historischen Instrumenten erleben kann. Oder man plant gleich einen richtigen Kulturabend und schaut vorab ins Programm des Landestheaters Eisenach. In dem klassizistischen Theaterbau von 1879 gibt es neben Theater auch Sinfoniekonzerte, Musiktheater, Puppenspiel, Kinder- und Jugendtheater sowie Ballettabende.
Gotha und der Klang der Thüringer Philharmonie

Seit 2017 besteht die Thüringer Philharmonie Gotha-Eisenach, die an beiden Standorten ein anspruchsvolles Konzertprogramm auf die Beine stellt. In Gotha lohnt sich für Radler außerdem ein Stopp auf dem schönen Hauptmarkt mit seinen Cafés und Restaurants. Meist findet man dort auch einen mobilen Verkaufsstand für Thüringer Rostbratwürste. Gestärkt kann man dann noch zum imposanten Schloss Friedenstein hinaufspazieren, welches das gefeierte Ekhof-Theater beherbergt.

Erfurt – in der Landeshauptstadt ist was los

Fast zu schade für ein kurzes Radler-Stopover: In der Thüringer Landeshauptstadt könnte man natürlich ganz locker eine ganze Woche Kulturprogramm einplanen. Erfurt hat nämlich viele originale Lutherorte, eine der tollsten Altstädte Deutschlands, dazu die berühmte Krämerbrücke, Festivals und viele weitere Kulturschätze. Einer davon ist zumindest äußerlich ganz modern – es ist das 2003 erbaute Gebäude des Theaters Erfurt, das auch die DomStufen-Festspiele ausrichtet. Geboten werden dort während der Spielzeit Schauspiel, Oper, Konzerte, Ballett und Musicals. Dann verwandeln sich die 70 Stufen des Dombergs zu einer spektakulären OpenAir-Festspielbühne.

In Weimar führen alle Wege zur Kultur

Die Altstadtgassen von Weimar stecken voller Geschichte, Kunst und Literatur, man stolpert eigentlich drüber. Die Dichter Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe wohnten beide hier. Das Weimarer Bauhaus wurde in der Stadt an der Ilm gegründet. Am Theaterplatz wiederum steht nicht nur das Haus der Weimarer Republik, sondern auch das Deutsche Nationaltheater Weimar – eines der wichtigsten Kulturhäuser Deutschlands. Unter seinem Dach residiert auch die Staatskapelle Weimar, die zur absoluten Weltklasse gehört.

Jena: Konzerte an besonderen Orten

Die Jenaer Philharmonie hat seit über 80 Jahren einen festen Platz im Kulturleben der Wissenschaftsstadt – man muss aber etwas Glück haben mit einem Konzerttermin, denn die Musiker sind oft auf Tournee. Spannend: Das Orchester gibt Konzertreihen an ungewöhnlichen Orten in Jena, wie zum Beispiel im Volksbad, einer ehemaligen Badehalle, oder im TRAFO, das einmal eine Trafostation war. Jena ist eine junge Studentenstadt mit netten Kneipengässchen, in denen man den Radtag mit oder ohne Musik gut ausklingen lassen kann.

Ganz viel Theater in Gera

Etwa 140.000 Menschen besuchen jedes Jahr eine Veranstaltung des Theaters Altenburg Gera, zu dem auch das Philharmonische Orchester gehört. Untergebracht ist das Theater in einem schön renovierten Bau vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Fünfspartenhaus gehört mit seinen Besucherzahlen zu den meistbesuchten Theatern in Thüringen. Anschauen sollte man sich in der Stadt an der Weißen Elster außerdem das von dem Bauhaus-Wegbereiter Henry van de Velde entworfene Haus Schulenburg und die Geraer Höhler, in denen früher Bier gelagert wurde.

Altenburg: Konzerte in der Brüderkirche

Das riesige, sehenswerte Residenzschloss steht auf einem Hügel über der schönen Kleinstadt, die am Ziel der Städtekette liegt. Besichtigen sollte man in Altenburg zudem die einzigartige neogotische Brüderkirche mit Jugendstilelementen, die Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde. Dort spielen auch die meisten Altenburger Konzerte des Philharmonischen Orchesters Altenburg Gera, das tonangebend in der Stadt ist.

Über die Thüringer Städtekette

Der Radfernweg verbindet sieben der schönsten Städte Thüringens miteinander und führt dazwischen durch große Naturlandschaften. 230 Kilometer liegen zwischen Eisenach im Westen und der Skatstadt Altenburg im Osten – es geht also einmal quer durch Thüringen, und als Etappenziele bieten sich die Städte mit ihren reichen Kulturschätzen an. Als Teil der D4-Route ist die Thüringer Städtekette zudem an das deutschlandweite Fernradwanderwegenetz angebunden. Alle Städte entlang des Radfernweges – Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena, Gera, Altenburg – sind natürlich auch an das Streckennetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Somit können Teilstrecken auch mit dem Zug zurückgelegt werden.

Routendaten Thüringer Städtekette im Überblick

  • Gesamtlänge: 225 km
  • Länge in Thüringen: 225 km
  • Ausgangspunkt in Thüringen: Eisenach oder Altenburg
  • Endpunkt in Thüringen: Eisenach oder Altenburg
  • Höhenunterschied: 150 bis 360 m über NN
  • : +3055/- 3009 m
  • Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
  • Beschaffenheit des Weges: 199 km Asphalt, 6 km Pflasterstraße, 20 km Wassergebundende Strecke
  • Der Radweg ist für Kulturinteressierte und Tourenradler besonders geeignet
  • Teilstrecke Auf Luthers Spuren: Erfahren Sie auf einer Teilstrecke von rund 50 km die Städte Erfurt, Weimar und Jena und deren Bedeutung für Martin Luther und die Reformation kennen.

Quelle: Pressemitteilung Thüringer Tourismus GmbH vom 20.06.2020
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