Erzgebirger Tradition: Crottendorfer Räucherkerzen

(hoga-presse) Das Crottendorfer Räucherkerzenland im Erzgebirge. Erfahren Sie mehr zur Geschichte und der Herstellung von Räucherkerzen in der kleinen Gemeinde Crottendorf, zwischen Fichtelberg und Scheibenberg gelegen. Anfänglich mühevoll von Hand gefertigt und selbst auf den Märkten angeboten, wurden die “Echten Crottendorfer” bald zu einem Begriff.

Eingang Crottendorfer Räucherkerzenland

Wie entstehen Crottendorfer Räucherkerzen?

Aus Holzkohle, Kartoffelmehl als Bindemittel, Sandelholz, Rotbuchenmehl und einigen anderen Ingredienzien zur leichten Entflammbarkeit wird bei der Herstellung der Räucherkerzen ein Rohbrei gemischt, dem nun noch der Duftstoff beigegeben wird. Neben dem “Königspulver” Weihrauch werden auch andere Stoffe aus fernen, exotischen Ländern dem Kerzenbrei beigemengt, wie z. B. Ambra, Lavendel, Mastix oder Perubalsam. Danach werden aus diesem Rohbrei die Kerzen geformt, anschließend getrocknet und verpackt.

Jahrhundertlange Tradition im Erzgebirge

Der weihnachtliche Brauchtum im Erzgebirge entwickelte sich über viele Jahrhunderte. Die Anfänge sind wohl mit dem sogenannten Berggeschrei, den ersten Silbererzfunden, in Verbindung zu bringen. Das Erzgebirge wurde von vielen Völkerschaften besiedelt. Und so vermischten sich die unterschiedlichsten Sitten und Gebräuche, wobei das Räuchern seinen Ursprung in der tiefen Gläubigkeit der Menschen hatte. Viele Familien stellten Räucherkerzen in Heimarbeit her, um das schmale Einkommen etwas aufzubessern.

Die Herstellung der Räucherkerzen war und ist eine ausgesprochene Dreckarbeit. Händler verkauften diese Räucherkerzen aus dem Crottendorfer Raum weit über die Grenzen des Erzgebirges hinau.

Räucherkerze Crottendorf Räucherkerzenland

Museum und Dokumentationszentrum Crottendorfer Räucherkerze

In einer 15 m hohen und aus Holz errichteten Räucherkerze, die schon von Weitem sichtbar ist, wird auf dem Gelände des Informationszentrums die Herstellung von Räucherkerzen plastisch dokumentiert. So werden die Rohprodukte und die weiteren Arbeitsschritte an Hand von Originalen, insbesondere von historischen Maschinen, gezeigt. Ein wichtiger Beitrag zur Regionalgeschichte.

Interessenten können nach vorheriger Anmeldung auch Räucherkerzen wie vor rund 80 Jahren selbst herstellen: ganz klassisch mit Teig kneten, Duft kreieren und Räucherkerzen selbst abformen, so wie es Firmengründerin Freya Graupner 1936 von Hand in ihrer kleinen Küche tat. Dafür sind mindestens 90 Minuten Zeit einzuplanen.

Café sorgt für Versorgung der Besucher

In dem eigenen Café “Annabella” wird für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. In einem modern eingerichteten Ladenlokal können Gäste sich mit unterschiedlichsten Räucherkerzen eindecken, aber auch Zubehör, wie Räuchermännchen und Räucheröfen, erstehen.

Öffnungszeiten Räucherkerzenland Crottendorf

Das Räucherkerzenland hat täglich von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist kostenlos.

Anschrift Räucherkerzenland Crottendorf

Crottendorfer Räucherkerzen GmbH
Am Gewerbegebiet 11
09474 Crottendorf im Erzgebirge
Telefon: 037344/7234
Telefax: 037344/79108

Quelle: Redaktionsbeitrag.
Bildquelle: Redaktion, Angela & Frank Baranowski