(hoga-presse) Wilhelmshöhe als UNESCO-Welterbe stärkt Deutschland als Kulturtourismusland. Kulturelle und einzigartige Vielfalt unseres Landes unterstrichen. In der Nacht zum Sonntag fiel die Entscheidung des Welterbe-Komitees, den Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe in das UNESCO-Verzeichnis der Welterbestätten aufzunehmen.

Gesamtkunstwerk Bergpark Wilhelmshöhe seit 23.06.2013 Weltkulturerbe

Das Gesamtkunstwerk Bergpark Wilhelmshöhe wurde am 23. Juni 2013 vom Welterbekomitee der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Dazu erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen (Bönstrup): „Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion freut sich über diese Entscheidung und gratuliert der Stadt Kassel, die sich nun in die Welterbeliste der universell kulturell bedeutsamen Kulturstätten wie dem Schloss von Versailles und der Chinesischen Mauer einreiht.

Mit dem Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe erhält Deutschland den 38. Welterbestättentitel und liegt  damit – hinter China und Italien – weltweit auf Platz drei. Diese Entscheidung unterstreicht nicht nur die kulturelle und einzigartige Vielfalt unseres Landes, sondern stärkt weiterhin den Kulturtourismus. Deutschland hat sich ein herausragendes Kulturimage erworben und ist in Europa – nach Frankreich – das zweitbeliebteste Kulturreiseland. Jeder siebte ausländische Tourist reist inzwischen aus kulturellem Interesse nach Deutschland. Die gesamten Konsumausgaben der Deutschlandtouristen belaufen sich auf 280 Milliarden Euro jährlich. Der Kulturtourismus hat sich mit fast drei Millionen Erwerbstätigen und einem jährlichen Bruttoumsatz von 97 Milliarden Euro jährlich auch zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig etabliert.

Mit 80 Millionen Kulturausflügen jährlich unternimmt im Durchschnitt jeder Bundesbürger einmal im Jahr eine Kulturreise. In den kommenden Jahren sollte die jetzige Entscheidung auch für viele Deutsche ein Anlass sein, Kassel nicht nur alle fünf Jahre im Rahmen der dokumenta zu besuchen. Kassel hat noch mehr zu bieten.“

Quelle: cducsu.de

Über den Bergpark Wilhelmshöhe

Mit seinen monumentalen Wasserspielen und der von weither sichtbaren Herkulesstatue ist der Bergpark Wilhelmshöhe ein eindrucksvolles Beispiel für die Landschaftsarchitektur des Europäischen Absolutismus. Er ist ein einzigartiges barockes Gesamtkunstwerk, in dem unterschiedliche Strömungen der Gartenarchitektur, der Kunstgeschichte und Technikgeschichte bis heute unverfälscht nachvollziehbar sind.

Entstanden ist der Bergpark Wilhelmshöhe ab 1696 nach einer Idee des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel, um die Stellung der Kasseler Fürsten im Absolutismus gegenüber anderen Herrscherhäusern in Europa aufzuwerten. Im Jahr 2013 wurde die über 300 Jahre alte Kulturlandschaft, die mit 240 Hektar der größte Bergpark Europas ist, in die Welterbeliste der UNESCO eingeschrieben.

Ab 1689 gestaltete Landgraf Carl von Hessen-Kassel, inspiriert von der dramatischen Topographie des Standortes, diesen barocken Bergpark. In einem gewaltigen Schauspiel stürzen mehr als 750.000 Liter Wasser vom Oktagon, auf dem die gigantische Herkules-Statue steht, über künstliche Felsformationen, Steintreppen, Kaskaden und Aquädukte in rund 80 Meter Tiefe. Am Ende steigt das Wasser in einer 50 Meter hohen Fontäne über dem Schlossteich empor. Dieser Springbrunnen war zum Zeitpunkt seiner Erbauung im Jahre 1767 der weltweit größte. Die innovative Technik der Wasserführung, die das natürliche Gefälle des Bergparks nutzt, war seinerzeit einzigartig. Ergänzt wurde dieses Wasserschauspiel durch den Enkel Carls, den Kurfürsten Wilhelm I., welcher im unteren Teil des Bergparks wilde Wasserfälle aus der Romantik, Stromschnellen und Katarakte anlegen ließ. Die gesamte Komposition zeigt in herausragender Art und Weise die technische und künstlerische Beherrschung des Wassers in einer gestalteten Landschaft. Die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe sind mit der Höhe und Größe der künstlichen Wasserfälle weltweit einzigartig. Das gesamte Ensemble ist einmalig in der Gartenkunst des Barocks und der Romantik (Aufnahmekriterium iv).

Die Herkules-Statue ist sowohl technisch als auch künstlerisch die raffinierteste und kolossalste Staute der frühen Moderne (Aufnahmekriterium iv). Sie wurde zwischen 1713 und 1717 vom Augsburger Goldschmied Johann Jakob Anthoni geschaffen. Die 11,5 Meter hohe, aus Kupferplatten getriebene Statue, wurde auf einem rund 70 Meter hohen Sockel errichtet. Die Statue des antiken Halbgottes Herkules sollte weithin sichtbar die Tugenden eines gerechten und weisen Herrschers und die Allmacht des Landgrafen Carl versinnbildlichen. Gemeinsam mit den Wasserspielen ist sie ein außergewöhnliches Symbol der Zeit des Europäischen Absolutismus.

Quelle: Webseite Deutsche UNESCO-Kommission.