(hoga-presse) „Barrierefreien Tourismusangeboten gehört die Zukunft. Wenn Infrastruktur und Dienstleistungen auch für Gäste mit Behinderungen nutzbar sind, trägt das zur nachhaltigen Sicherung der touristischen Nachfrage bei.“ Dies sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bei der Eröffnung des hessischen Tourismustages in Wiesbaden. Dort trafen sich am Montag über 150 Tourismusexperten aus ganz Hessen, um Trends und innovative Ansätze zu diskutieren. Die Barrierefreiheit im Tourismus war dabei eines der zentralen Themen. „Durch den demographischen Wandel wird das „Reisen für Alle“ immer wichtiger. Schritt für Schritt soll sich Hessen deshalb zu einem barrierefreien Reiseziel entwickeln“, so Minister Al-Wazir. Hessen setzt in Zukunft das neue bundesweit einheitliche Kennzeichnungssystem für barrierefreie Angebote ein, das eine umfassende Information der Kunden sicherstellt.

Hessen ist als Reiseziel äußerst beliebt. Mit über 31 Millionen Übernachtungen im letzten Jahr sind zum fünften Mal in Folge die Vorjahresergebnisse übertroffen worden. Der Tourismus ist für Hessen ein Wirtschaftszweig mit stetigem Wachstumskurs, dem rund 200.000 Hessinnen und Hessen ihren Arbeitsplatz verdanken. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss sich die Tourismusbranche jedoch ständig weiterentwickeln“, sagte Al-Wazir. „Es sind innovative Ansätze gefragt, um sich von anderen Regionen abzugrenzen und neue Zielgruppen zu erschließen.“ Der Tourismustag bietet den Akteuren der Branche die Gelegenheit, sich auszutauschen und zu informieren. In diesem Jahr standen unter anderem auch die Ergebnisse einer Marktforschungsstudie zu den erfolgversprechendsten Zielgruppen für Hessen und der Umgang mit dem Social Web auf der Agenda. Der Tourismustag Hessen wird alle zwei Jahr vom Hessischen Wirtschaftsministerium, der Hessen Agentur und dem Hessischen Tourismusverband organisiert.

Mohnschnaps und #Grimmheimat

Besonders kreative Ideen zeichnet das Land alle zwei Jahre mit dem Hessischen Tourismuspreis aus, der mit 2.000 Euro dotiert ist. In diesem Jahr überreichte Minister Al-Wazir gemeinsam mit Roland Geiling als Vertreter des ADAC Hessen-Thüringen die Auszeichnung an vier Preisträger. Eingereicht wurden rund 40 Wettbewerbsbeiträge in drei Kategorien.

In der Kategorie „Touristische Innovationen und Marketingprojekte“ siegte der Naturpark Meißner-Kaufunger Wald mit einem Konzept zur touristischen Nutzung des Mohns als alte Kulturpflanze. Das umfassende touristische Angebot reicht von der Pferdekutschenfahrt entlang der blühenden Mohnfelder bis zur Produktvermarktung als Schnaps, Schokolade oder Honig.

Mit einer ganzheitlichen Social-Media Strategie vermarktet die Regionalmanagement Nordhessen GmbH die Region als Heimat der Brüder Grimm. Sie ging als Sieger in der Kategorie „Social-Media Umsetzungen“ hervor. Mit dem Hashtag  #GrimmHeimat ist die Region auf allen Plattformen hervorragend vertreten.

Der Preis in der Kategorie „Barrierefreie Tourismusangebote“ ging nach Fritzlar. Ausgezeichnet wurden die Bemühungen des Stadtmarketings Fritzlar, die mittelalterlich geprägte Kleinstadt für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen erlebbar zu machen. Bislang konzentrierten sich solche Aktivitäten stark auf die größeren hessischen Städte.

Mit einem Sonderpreis der Jury wurden die Arche-Höfe im Taunus ausgezeichnet. Das Projekt befindet sich noch im Aufbau und war ursprünglich nicht für eine touristische Nutzung, sondern zum Erhalt bedrohter Nutztierrassen geplant. Die Jury möchte mit dem Preis den integrierten landtouristischen Ansatz unweit des Ballungsraums Rhein-Main würdigen und fördern.

Minister Al-Wazir zeigte sich angesichts der vielen kreativen Beiträge sehr zuversichtlich hinsichtlich der Entwicklung der Branche: „Hessische Anbieter haben eine gute Chance im Wettbewerb. Marktforscher glauben, dass sich die Übernachtungszahlen in Deutschland bis 2030 verdoppeln könnten. Von dieser Entwicklung wollen wir auch in Hessen profitieren. Die Landesregierung wird daher auch weiterhin innovative Projekte fördern und im Rahmen der aktiven Wirtschaftsförderung die Vermarktung touristischer Angebote unterstützen“, so der Minister.

In der Jury des Hessischen Tourismuspreises sind das Hessischen Wirtschaftsministerium, die Hessen Agentur, mehrere touristische Verbände, die Industrie- und Handelskammern, der ADAC Hessen-Thüringen sowie eine Hochschule vertreten.

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