(hoga-presse) Zum ersten Mal stiegen die Übernachtungen im Land Bremen über die magische Marke von zwei Millionen pro Jahr. Diese frohe Botschaft konnte Wirtschaftssenator Martin Günthner am Montag (3. März 2014) auf der Jahrespressekonferenz der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) verkünden. Genau 2.061.121 Übernachtungen zählte das Statistische Landesamt von Januar bis Dezember 2013, das ist ein Plus von 7,6 Prozent. In der Stadt Bremen waren es 1.708.711 Übernachtungen (+ 9,8 Prozent) und 957.068 Ankünfte (+ 7,5 Prozent). “Ein gutes Ergebnis mit dem wir sehr zufrieden sind”, sagte der Senator. “Denn steigende Touristenzahlen sind wichtig für Bremen, ist der Tourismus inzwischen doch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Hansestadt geworden, in den viele Investitionen geflossen sind.”

Mehr als 30.000 Menschen bestreiten in der Stadt ihren Lebensunterhalt aus dem Tourismus. Und aus den 1,7 Milliarden Euro Bruttoumsatz verbleiben letztlich über 22 Millionen Euro aus touristisch bedingten Umsätzen im Land Bremen. “Die zahlreichen Investitionen wie zum Beispiel in den Bau der Messehallen, die Entwicklung der Wissenswelten oder die Modernisierung der Innenstadt zahlen sich aus”, so Günthner weiter. Gerade im letzten Jahr hat sich in den verschiedenen touristischen Einrichtungen eine Menge getan. So wurde der Aus- und Umbau von Universum und botanika beschlossen, im Herbst 2014 beginnen die Arbeiten.

Das Thema Fahrradtourismus wird derzeit in einer eigenen Arbeitsgruppe stark vorangetrieben. Drei neue ausgeschilderte Routen stehen Radfreunden ab Frühjahr zur Verfügung, begleitet durch eine Broschüre und eine interaktive App für Smartphones und andere Mobilgeräte. Die Überseestadt wächst ständig weiter und hat mit der Eröffnung des GOP eine neue erfolgreiche Attraktion hinzugewonnen. Auch die touristischen Einrichtungen in Bremen-Nord mit Spicarium und Schulschiff Deutschland an der Maritimen Meile entwickeln sich weiter, das Vollschiff geht im Oktober für einige Wochen in die Werft und wird dort saniert. Ebenso steht der Bunker Valentin nach wie vor im Fokus und soll zur touristischen Einrichtung weiter ausgebaut werden.

Hinzu kommen inzwischen viele private Investitionen, besonders auf dem Hotelmarkt. Bekannte Marken wie Steigenberger, Dorint, B&B, Motel One, die Accor-Gruppe und Budgethotels von Bremer Investoren wie das 7Things oder das Zollhaus bereichern den Markt in der Hansestadt und zeigen, dass Vertrauen in die touristische Entwicklung an der Weser besteht.

Details zu den statistischen Tourismuszahlen erklärte der Leiter des Statischen Landesamtes Bremen, Jürgen Wayand. Erstmals verzeichneten die Hotels und anderen gewerblichen Übernachtungsbetriebe der Hansestadt in jedem Monat des Jahres 2013 mehr als 100.000 Nächtigungen. Herausragend war dabei der Oktober mit 162.651 Übernachtungen. Noch nie übernachteten innerhalb eines Monats so viele Gäste in der Stadt. “Insgesamt kamen gut drei Viertel (76,6 Prozent) der Gäste aus Deutschland. Zu den wichtigsten Auslandsmärkten gehören traditionell Großbritannien (40.640 Übernachtungen, + 18,1 Prozent), die Niederlande (34.963 Übernachtungen, + 9,9 Prozent) und die USA (23.967 Übernachtungen, + 5 Prozent).” Interessant sind auch die Zahlen aus China, die mit 8.874 Übernachtungen ein Plus von 26,4 Prozent aufweisen. Im Schnitt blieben die deutschen Gäste 1,7 Nächte in der Stadt Bremen, die ausländischen Touristen mit zwei Nächten ein wenig länger.

Auch die Bettenauslastung in den Beherbergungsbetrieben entwickelt sich nach oben. 2013 erfasste das Statistische Landesamt 90 Betriebe mit 9.816 Betten. Diese verzeichneten eine Bettenauslastung von 44,7 Prozent. Zum Vergleich: 2003 waren es noch 71 Hotels mit 7.653 Betten. Damals lag die Bettenauslastung bei 40,3 Prozent.

Ursula Carl, Direktorin des Atlantic Grand Hotels und neue Vorsitzende des Verkehrsvereins der Freien Hansestadt Bremen e. V. (BTZ-Gesellschafter) kann die positive Stimmung in der Hotellerie und bei den Verkehrsvereinsmitgliedern bestätigen: “Auch wenn es auf den ersten Blick paradox klingt, aber die steigende Zahl von Hotels erhöht nicht unbedingt den Konkurrenzdruck unter den Häusern, sondern bringt mehr Gäste in die Stadt. Trotz 2.000 Betten mehr in den letzten zehn Jahren stieg die Bettenauslastung. Denn jedes Hotel hat seine Verträge mit großen Geschäftskunden und betreibt sein eigenes Marketing. Ein Gewinn für die Stadt.” Den Aufwärtstrend belegt auch der Konjunkturreport der Handelskammer Bremen: Der Geschäftstrend zeigt im Gastgewerbe nach oben. Hoteliers berichten von gestiegener Zimmerauslastung und verbesserter Ertragslage und weisen insgesamt eine gute Geschäftslage auf. Ebenso gibt es eine leichte Verbesserung in der Gastronomie. Diesen Trend bestätigt auch eine Umfrage unter den Mitgliedern des Verkehrsvereins. Vierzig Prozent der antwortenden Betriebe gehen 2014 von steigenden Besucher- bzw. Gästezahlen sowie einem steigenden Umsatz aus. 44 Prozent sind der Meinung, dass die Zahlen gleich bleiben.

“Kurzreisen haben in letzter Zeit deutlich an Bedeutung gewonnen”, erklärte Peter Siemering, Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ). Nach der neuesten Deutschen Tourismusanalyse der Hamburger BAT-Stiftung stieg das Interesse an dieser Urlaubsart in den vergangenen 15 Jahren um 12 Prozent auf 33 Prozent. Auch die Reiseintensität der Deutschen hat sich erhöht. Beliebtestes Ferienziel ist und bleibt Deutschland. Eine neue Studie der Uni Mainz zeigt übrigens, dass Kurzurlaub genauso erholsam sein kann wie lange Reisen. Wichtig ist, dass man von der täglichen Arbeit abschalten kann und Kontrolle über die eigene Zeit hat. “Gute Gründe für einen Abstecher nach Bremen”, so Siemering. Denn hier gebe es die unterschiedlichsten Anlässe, auf positive Art und Weise vom Alltag Abstand zu nehmen. “Und diese Anlässe bewerben wir das ganze Jahr über weltweit auf über vierzig Messen, in der internationalen Presse, im Internet oder über direkte Ansprache der Kunden per Newsletter und Außendienst.” So haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BTZ im vergangenen Jahr 130 Reisejournalisten betreut, 150.000 Menschen durch die Stadt geführt, 320.000 Gäste in Tourist-Informationen beraten, 40.000 Anrufe im Service-Center entgegengenommen und 18.000 E-Mail-Anfragen beantwortet. Die Internetseite der BTZ – www.bremen-tourismus.de – verzeichnet jährlich etwa 5,5 Millionen Seitenzugriffe, Tendenz steigend. Hinzu kommen ein eigener Youtube-Kanal, eine Facebook- und Twitter-Präsenz sowie in Kürze ein eigener Bremen-Blog.

Im Dezember 2013 erschien auch wieder der Bremen-Reisekatalog mit mehr als 30 verschiedenen Pauschalreiseangeboten sowie individuell buchbaren Reisebausteinen und einer Vielzahl von Hotels im Angebot.

“In diesem Jahr sind wir besonders stolz darauf”, so der BTZ-Geschäftsführer weiter, “die größte Incoming-Veranstaltung für den Deutschland-Tourismus, den Germany Travel Mart, nach achtzehn Jahren wieder in Bremen zu Gast zu haben und zeigen unsere Stadt von ihrer allerbesten Seite.” 1.200 Touristiker aus der ganzen Welt, darunter 600 Teilnehmer aus 42 Ländern, 120 internationale Journalisten sowie 350 Anbieter aus Deutschland kommen auf Einladung von Bremen, Bremerhaven und der Deutschen Zentrale für Tourismus an die Weser. Am

– Sonnabend, den 10. Mai, werden sie mit einem Pre-Opening-Event im Universum begrüßt.
– Am Sonntag folgen Seminare und erste Pressetouren sowie abends die große Eröffnungsfeier in der Glocke und auf dem Marktplatz.
– Montag, den 12. Mai, beginnt dann der Workshop, gefolgt von einem Gastgeberabend in Bremerhaven.
– Der Dienstag beendet den Workshop mit parallel stattfindenden Journalistentouren und Sightseeing-Programm.

“Die internationale Präsenz der Gastgeberstadt in den Medien ist im Anschluss erfahrungsgemäß sehr hoch und zieht im Nachhinein noch viele Folgebesuche nach sich. Eine tolle Chance für Bremen und Bremerhaven”, freut sich Siemering.

Doch auch der weitere touristische Kalender des Jahres 2014 ist gut gefüllt. “Wichtig ist für uns mindestens eine überregional relevante Veranstaltung pro Monat”, so der BTZ-Geschäftsführer. Für diese Programmfülle sorgen 2014 neben den jährlich stattfindenden Veranstaltungen wie Sixdays, Freimarkt oder Weihnachtsmarkt unter anderem die Picasso-Ausstellung in der Kunsthalle, das Dancing Superstars Festival im Juli, die Mao-Ausstellung im Übersee-Museum oder die Karate-Weltmeisterschaft. Für viele Geschäftsreisende und Kongressbesucher stehen Großveranstaltungen wie der 55. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin im März (zirka 2.000 Teilnehmer), der Deutsche Wund- und 10. Bremer Pflegekongress im Mai (4.500 Teilnehmer) oder die WINDFORCE 2014 (1.000 Konferenzteilnehmer und 6.000 bis 8.000 Messebesucher) im Juni. Im Mai wird darüber hinaus der European Maritime Day / Tag des Meeres mit einem eigenen Bürgerfest entlang der Weser gefeiert.

“Wir gehen davon aus, dass auch das laufende Jahr positiv für den Tourismus ausfallen wird”, sagt Peter Siemering. “Besonders wichtig ist uns dabei die gute Zusammenarbeit aller Bremer Beteiligten, seien es die Kollegen von der Wirtschaftsförderung, die Partner vom Airport Bremen, die Unterstützer aus der Verwaltung und natürlich die 500 Mitglieder des Verkehrsvereins Bremen. Gemeinsam sind wir stark für den Erfolg im Bremen-Tourismus.”

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