Evangelische Kirche in Dingsleben erhält Bronze – Heftiger Schaden blieb zunächst unentdeckt.

DSD stellt 20.000 Euro zur Verfügung

Dank einer Nachlass-Spende und den Erträgen der treuhänderischen Lies-Roosen-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) konnte die DSD der evangelischen Kirchgemeinde in Dingsleben 20.000 Euro für die Instandsetzung der Dachkonstruktion zur Verfügung stellen. Nun erhält Pfarrer Dietmar Schwesig in diesen Tagen eine Bronzetafel der Stiftung mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz“. Dadurch bleibt das Engagement der privaten Förderer der Denkmalstiftung auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten sichtbar und kann zu weiterer Unterstützung motivieren.

St. Nikolaus-Margareten-Kirche aus dem 18. Jahrhundert

Aus den Steinen einer 1740 abgerissenen Kirche wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Dingsleben die neue St. Nikolaus-Margareten-Kirche errichtet. Die verputzte Saalkirche ist von Nord nach Süd ausgerichtet. Hohe, von Natursteingewänden gerahmte Rechteckfenster mit darüber liegenden quadratischen Fenstern gliedern die Fassaden, die Eckquaderungen betonen. Ein Satteldach deckt den Bau. Ein zweiflügeliges geschwungenes Portal dient im quadratischen, eingezogenen Westturm als Eingang.

Bemerkenswert ist die einheitliche, bauzeitliche Raumausstattung mit dreiseitig umlaufenden Doppelemporen, beschnitztem Kanzelaltar und der von Johann-Georg Henne aus Hildburghausen 1770/1771 geschaffenen Orgel. Der spätgotische Taufstein stammt vermutlich aus der Vorgängerkirche. Der Altarraum ist durch verzierte Chorschranken mit zwei niedrigen Türen vom übrigen Kirchenraum getrennt. Die dazu passend gestaltete Lesekanzel steht in der Mitte zwischen den Schranken. Die Volutendecke ist mit Kartuschen und floralen Motiven bemalt.

Restaurierung bereits in den 90er Jahren

Das Innere der Kirche wurde bereits in den 1990er Jahren restauriert. Auch die Dotzauer-Orgel hat man 2009 instandgesetzt. Dabei blieb der marode Zustand des Daches unbemerkt. Aufgrund von Rissen und Fehlstellen in der Ziegeldeckung konnte Wasser in den Dachraum eindringen und die Decke schädigen, so dass die bereits restaurierte Orgel gefährdet war. Die sehr engagierte Gemeinde nutzt die Kirche häufig für Orgelkonzerte.

Die evangelische Kirche in Dingsleben, die aufgrund ihrer einheitlichen barocken Gestaltung in Außenbau und Ausstattung besondere kunsthistorische und lokalgeschichtliche Bedeutung besitzt, ist eines von über 460 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der Glücks-Spirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Thüringen fördern konnte.

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Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 17. August 2018.
Bildquelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz