Hier lassen sich Geschichtliches und Vergnügen für Kinder bestens verbinden

Zeugnisse der Industriegeschichte auf sich wirken lassen

(hoga-presse) Die Geschichte der Industrialisierung kann man an vielen Orten des Landes erleben. Besonders spannend sind die vielfältigen Verflechtungen mit Berlin. Denn ohne Brandenburger Ressourcen wäre einst die rasante Entwicklung Berlins zur Metropole undenkbar gewesen. Heute können die Zeugnisse der Industriegeschichte an zahlreichen Standorten in Brandenburg entdeckt und bestaunt werden.

Ziegeleipark Mildenberg

Das Ziegeleirevier rund um den Ort Zehdenick war einst das größte Europas. Heute ist es mit einem Museumspark mitten in einem idyllischen Naturschutzgebiet ein traumhaftes Naherholungsziel für die ganze Familie. Die Schlote im Ziegeleipark Mildenberg rauchen schon längst nicht mehr. Viele Gleisanlagen sind von Gras überwachsen. Und doch kann man heute noch die bedeutende Industriegeschichte besichtigen, wenn man das Gelände zu Fuß, per Rad oder stilecht mit der Feldbahn erkundet.

Die originalen Ringhöfen sind noch immer erhalten. Ein Teil der alten Technik wird während spannenden Führungen wieder zum Leben erweckt. Auch kann man dort unter Anleitung seinen ganz persönlichen Ziegel aus Ton im traditionellen „Handstrichverfahren“ herstellen. Zwischen all der Geschichte und Geschichten sorgen Fahrrad-, Kanu- und Bootsverleih, Abenteuerspielwiese mit Riesenrutsche, Wasserseilfähre und Kleintierzoo sowie Picknickwiese für ausreichend Abwechslung.

Eberswalde und Finowkanal

Der Finowkanal, der unter anderem durch Eberswalde führt, ist ein Erlebnis der besonderen Art. Es handelt sich dabei um die älteste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Zu seinen Wahrzeichen der Industrielandschaft im Finowtal zählt unter anderem der 1954 errichtete Montagekran „Eber“. Seit Jahrzehnten ist er funktionslos geworden. Er wurde allerdings für die Landesgartenschau Eberswalde saniert und im Jahr 2002 mit einer Aussichtsplattform versehen, der heute im Familiengarten steht. Ein weiterer Höhepunkt für die ganze Familie ist die Erkundung der unterirdischen Betriebsarchen des ehemaligen Walzwerkes mit einem Tretboot: www.familiengarten-eberswalde.de

F60 – der liegende „Eiffelturm“

Das heutige Lausitzer Seenland ist eine Region im Wandel, die rund 150 Jahre lang vom Bergbau und der Gewinnung von Energie geprägt gewesen war. Doch das Quietschen der Förderbrücken im Tagebau ist längst verstummt. Geblieben ist eine weite Landschaft sowie Zeugen aus Stein und Metall wie die F60 – eine der größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt. Das heutige Besucherbergwerk mit seiner Abraumförderbrücke ist ein liegender Gigant aus Metall.

80 Meter hoch, 200 Meter breit und einen halben Kilometer lang. Mit dem 11.000 Tonnen schweren Gerät wurden früher die Erdschichten, die über den Kohleflözen lagen, abtransportiert. Die ehemalige Abraumförderbrücke F60 ist zweifellos das spektakulärste Relikt des Braunkohle-Tagebaus. Und von ganz oben hat man eine grandiose Aussicht über das Lausitzer Seenland. Das Besucherbergwerk F60 liegt übrigens an folgenden Radwegen: Niederlausitzer Bergbautour, Kohle-Wind und Wasser-Tour und Fürst-Pückler-Radweg. www.f60.de

Archäologischer Park Freyenstein

Der Archäologische Park Freyenstein in der Prignitz ist eine der am besten erhaltenen Stadtwüstungen in Mitteleuropa. Moderne Installationen und Präsentationen in Verbindung mit ausgewählten Originalfunden ermöglichen auf dem 25 Hektar großen Gelände eine Zeitreise ins Mittelalter. Das begrünte und großzügig angelegte Areal umfasst darüber hinaus ein kleines Tiergehege sowie einen Garten- und Ackerbereich. Die Stadt Freyenstein war im Zuge des hochmittelalterlichen Landesausbaus eine planmäßige Gründung auf grüner Wiese und entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. www.park-freyenstein.de

Schiffshebewerk Niederfinow

Ein Koloss ganz besonderer Art steht in Niederfinow im Barnimer Land. Das dortige Schiffshebewerk ist aus rund 14.000 Tonnen Stahl gefertigt. Dieser 1934 erbaute Fahrstuhl für Schiffe ist ein einzigartiges ingenieurtechnisches Meisterwerk, das kurz vor dem Oderbruch einen Höhenunterschied von 36 Metern ausgleicht. Damit auch künftig die Wasserstraße von größeren Schiffen genutzt werden kann, ist in den vergangenen Jahren direkt daneben ein zweites Schiffshebewerk entstanden, das 2021 in Betrieb gehen soll. Wenn der gigantische Aufzug für Schiffe sich in Bewegung setzt, ist das ein Ereignis, das gleichermaßen große sowie kleine Besucherinnen und Besucher fasziniert. www.reiseland-brandenburg.de/poi/barnimer-land/industriekultur/schiffshebewerk-niederfinow

Beelitz-Heilstätten mit Baumkronen- und Barfußpark

Dort ist Spannung für die ganze Familie garantiert. Der spektakuläre und barrierefreie Baumkronen- und Zeitreisepfad windet sich über die Ruine des Alpenhauses, das einst ein Teil der Beelitzer Heilstätten gewesen war. Heute kann man von hier oben nicht nur die Kronen der Bäume bestaunen, sondern weite Blicke bis nach Berlin genießen. Neben geschichtlichen Informationen zur einstigen Lungenheilanstalt gibt es hier außerdem einen Spielplatz, so dass die Zeit auch für die kleinen Besucherinnen und Besucher niemals langweilig wird. Direkt daneben liegt zudem der Barfußpark. Auf dem 15 Hektar großen Gelände im Wald kann man auf drei Kilometer Wegstrecken mit mehr als 60 Stationen ohne Schuhe neue Energie tanken. www.baumundzeit.de, https://derbarfusspark.de

Festung Küstrin / Kostrzyn

Einer der interessantesten Orte entlang der Oder ist die einstige Festungsstadt und heutige Grenzstadt Küstrin / Kostrzyn zwischen Brandenburg und Polen. Während des Zweiten Weltkriegs komplett zerstört, lädt die geheimnisvolle Altstadt heute wieder zum Besichtigen und Erkunden ein. Im unterirdischen Teil der Bastion Philip befindet sich ein Museum, das die Geschichte dieses geschichtsträchtigen Ortes dokumentiert. http://muzeum.kostrzyn.pl/de

Weitere historische Orte in Brandenburg

www.industriekultur-brandenburg.de
www.reiseland-brandenburg.de/orte-regionen/top-orte/staedte-mit-historischem-stadtkern

Quelle: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH
Bildquelle: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann