Von der Zielsuche bis zur Restaurantempfehlung
Wer früher Reiseführer wälzte, Hotelbewertungen verglich und sich durch Foren klickte, fragt heute zunehmend eine KI. Sie soll Vorschläge für das passende Reiseziel liefern, Ausflüge planen, Restaurants finden oder Wanderrouten zusammenstellen. Einer aktuellen, repräsentativen Bitkom-Umfrage zufolge ist die Bereitschaft dafür in Deutschland deutlich gestiegen.
Schon bei der Frage, wohin die nächste Reise gehen soll, sind knapp zwei Drittel der Urlauber offen für KI-Unterstützung. 24 Prozent haben sich Reiseziele bereits von einer Anwendung vorschlagen lassen, weitere 41 Prozent können sich das vorstellen. Ähnlich fällt das Bild bei Unterkünften aus: 19 Prozent haben KI-Empfehlungen dafür schon genutzt, 44 Prozent wären künftig dazu bereit.
KI bündelt Informationen und spart Zeit
Die Technik kann dabei vor allem eines: Informationen bündeln. Wer einen Städtetrip mit wenig Budget plant, eine familienfreundliche Unterkunft sucht oder im Urlaub lieber wandert als am Strand liegt, kann seine Wünsche in wenigen Sätzen formulieren. KI-Systeme liefern dann Vorschläge, die sich an Interessen, Preisrahmen und Reiseart orientieren. Das ersetzt keine eigene Recherche, spart aber Zeit.
Weniger verbreitet ist die Nutzung bei der Buchung von Flug- oder Bahntickets. Zwar haben 19 Prozent der Befragten KI bereits dafür eingesetzt, doch nur weitere 22 Prozent können sich das vorstellen. Gerade bei Preisen, Umbuchungsbedingungen und Verbindungen bleibt der direkte Blick auf die Seiten von Bahn, Fluggesellschaften oder Buchungsportalen offenbar wichtig.
Persönliche Empfehlungen am Urlaubsort
Besonders gefragt sind digitale Empfehlungen am Urlaubsort. 17 Prozent haben sich bereits Ausflüge, Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen von einer KI vorschlagen lassen; insgesamt sind 57 Prozent dafür offen. Bei Restaurants liegt die Zustimmung ähnlich hoch: 21 Prozent haben KI-Empfehlungen schon genutzt, weitere 32 Prozent würden dies tun. Auch für Auto-, Fahrrad- oder Wanderrouten ist das Interesse groß. Mehr als die Hälfte der Reisenden kann sich solche Vorschläge vorstellen oder nutzt sie bereits. Gerade in einer fremden Stadt oder Region können solche Hinweise hilfreich sein – etwa, um kurzfristig eine passende Tour oder eine Alternative bei schlechtem Wetter zu finden.
Packlisten, Reisehinweise und Fotos
Praktisch wird KI auch bei den kleineren Aufgaben vor der Abreise. Ein Viertel der Befragten hat mithilfe einer Anwendung schon eine Packliste erstellt oder würde das künftig tun. Informationen zu Reisehinweisen, Impfungen oder kulturellen Besonderheiten am Zielort interessieren sogar 51 Prozent. Hier zeigt sich allerdings auch eine Grenze: Aktuelle Hinweise, Öffnungszeiten oder Verkehrsangaben sollten Reisende nicht ungeprüft übernehmen, sondern mit offiziellen Quellen oder Informationen vor Ort abgleichen.
Beim Umgang mit Urlaubsfotos ist KI längst angekommen. 25 Prozent haben Bilder bereits mit KI bearbeitet, etwa um störende Elemente zu entfernen, Farben anzupassen oder Motive zu verbessern. Weitere 26 Prozent können sich das vorstellen. Damit ist die Bildbearbeitung einer der Bereiche, in denen die Technik im Reisealltag bereits besonders sichtbar ist.
Bei Notfällen bleibt das Vertrauen gering
Deutlich vorsichtiger sind Urlauber, wenn es ernst wird. Bei Notfällen wie Passverlust oder einem Krankenhausaufenthalt haben nur vier Prozent KI bereits genutzt; insgesamt kommt das für 19 Prozent infrage. In solchen Situationen zählen weiterhin Botschaften, Versicherungen, Behörden, Reiseveranstalter und medizinisches Personal – nicht ein Chatfenster.
KI als Werkzeug im Hintergrund
Die Umfrage von Bitkom Research wurde im Frühjahr 2026 telefonisch unter 1.004 Menschen ab 16 Jahren durchgeführt, darunter 930 Personen, die Urlaubsreisen unternehmen. Sie zeigt: KI wird nicht zum Ersatz für das Reisen selbst. Aber sie entwickelt sich für viele zum Werkzeug im Hintergrund – bei der Planung, unterwegs und später beim Sortieren der Erinnerungen.
Quelle und Erhebungen: Bitkom e.V.
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