Wernigerode: Die Bunte Stadt am Harz

Wernigerode ist eine der schönsten Fachwerkstätte am Nordrand des Harzes. Die Kleinstadt, etwa zwölf Kilometer vom Brocken entfernt, hat sich zwischenzeitlich zu einem der Besuchermagnete im Harz gemausert. Für Harz-Besucher führt kein Weg an der Stadt mit ihren vielfältigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Egal zu welcher Jahreszeit, ob im Sommer oder Winter. Wernigerode fasziniert das ganze Jahr. Der historische Weihnachtsmarkt ist jedes Jahr erneut Anziehungspunkt.

Historisches Rathaus Wernigerode
Historisches Rathaus Wernigerode

Die sehenswerten Bereiche der Altstadt liegen zumeist – mit Ausnahme des Schlosses – direkt in der Fußgängerzone. Parkplätze im direkten Innenstadtbereich sind schwer zu finden. Daher sollten Besucher ihr Fahrzeug auf einem der großen Parkplätze am Stadtrand abstellen. Wernigerode verfügt über sechs gebührenpflichtige Zentralen Parkplätze, so u. a. in der  „Johann-Sebastian-Bach Straße“ und Ecke „Schöne Ecke“, an der B 244. Von dort sind es maximal zehn Minuten, um die Innenstadt fußläufig zu erreichen.

Die Top Sehenswürdigkeiten von Wernigerode

Historische Altstadt und Rathaus Wernigerode

Rathausplatz wernigerode, scholokladenfest 2019
Rathausplatz wernigerode, scholokladenfest 2019

Wernigerode besitzt eine gut erhaltene Altstadt mit einer Fülle von Fachwerkhäusern. Besucher, die nur wenig Zeit haben, sollten zumindest dem Rathaus einen Besuch abstatten. Das Rathaus Wernigerode zählt zu den bekanntesten Bauwerken der Harzstadt und befindet sich direkt am Marktplatz. Der bis in die heutige Zeit erhaltene Fachwerkbau spätgotischen Ursprungs entstand im 15. Jahrhundert.

Zur Mitte des 16. Jahrhunderts erhielt das Rathaus Wernigerode seine endgültige Optik. Gäste der Stadt, die heute das Rathaus Wernigerode besuchen, können neben einer beachtenswerten Fachwerkkonstruktion den figürlichen Schmuck bestaunen. Die Holzfiguren präsentieren zum größten Teil Handwerker, Narren und Heilige.

Das Schloss Wernigerode

Ansicht Schloss Wernigerode
Ansicht Schloss Wernigerode

Das Schloss, auf einem Hügel über der Stadt thronend, ist gleichermaßen ein Besuchermagnet der Stadt. Es wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts, zunächst als eine mittelalterliche Höhenburg, errichtet. Im Verlaufe ihrer Geschichte durchlebte sie zahlreiche Veränderungen. Ende des 15. Jahrhunderts erfuhr das heutige Schloss eine Erweiterung im spätgotischen Stil. In der Zeit des 16. Jahrhunderts erlebte das Schloss Wernigerode einen Umbau zur Renaissancefestung, die während des Dreißigjährigen Krieges schwere Schäden erlitt.

Blick vom Schoss-Plateau über Wernigerode
Blick vom Schoss-Plateau über Wernigerode

Graf Ernst zu Stolberg-Wernigerode baute die Burgreste im 17. Jahrhundert barockmäßig zu einem malerischen Residenzschloss um. Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode, stellvertretender preußischer Ministerpräsident, verantwortete den letzte großen Umbau in den Jahren von 1862 bis 1885. Der Schlosshof und die Nebengebäude sind für Besucher frei zugänglich. Besucher des Schlosses erwarten zwei Museumsrundgänge durch mehr als 40 teilweise noch original eingerichtete Räumlichkeiten des deutschen Hochadels. Das Schloss-Plateau bietet einen einzigartigen Blick über die Silhouette von Wernigerode.

Nach einem ausgiebigen Rundgang durch das Schloss lädt das Schloss Café zum Verweilen ein. In der einstigen Wäschekammer von Fürstin Anna zu Stolberg-Wernigerode können Besucher hausgemachten Kuchen und andere harzhafte Speisen zu sich nehmen.

Mit der Pferdekutsche zum Schloss Wernigerode
Mit der Pferdekutsche zum Schloss Wernigerode

Der Aufstieg zum Schloss kann z. B. über das Christianental oder den Agnesberg, der eine reizvolle Aussicht auf die Stadt bietet, erfolgen. Alternativ werden Kutsch- und Planwagenfahrten und Fahrten mit der „Wernigeröder-Bimmelbahn“ angeboten. Die Planwagen mit den jeweils zwei Pferden fahren ohne feste Abfahrtszeiten los. Ab etwa sechs Personen kann eine Fahrt beginnen. Die Fahrt geht durch die Altstadt bis hoch zum Schloss Wernigerode. Dort kann man später dann wieder den Weg herunter mit der Kutsche, oder nach Belieben zu Fuß oder der Bahn. Treffpunkt ist die Haltestelle an der Blumenuhr, hinter dem Rathaus.

Kleinstes Haus

Kleinstes Haus Wernigerode
Kleinstes Haus Wernigerode

Das Kleinste Haus in Wernigerode befindet sich in der Kochstraße. Mitte des 18. Jahrhunderts im barocken Fachwerkstil gebaut, misst es bis zur Dachtraufe 4,20 m, ist 2,95 m breit und hat eine 1,70 m hohe Tür. Die damaligen Bauherren des Kleinsten Hauses sparten sich die Giebelwände und bauten das Gebäude zwischen eine Baulücke. Im Erdgeschoss besteht das Haus aus einem Eingangsbereich und einer Küche. Im ersten Stock befindet sich ein zehn qm großer Raum, die ehemalige Wohnstube. Das Dachgeschoss enthielt den Schlafraum.

Das Haus diente bis 1976 als Wohnhaus und wurde angeblich von bis zu elf Personen bewohnt. Heute gehört es der Stadt Wernigerode. Es befindet sich dort ein kleines Museum zu den früheren Wohnverhältnissen in diesem Haus.

Schiefes Haus Wernigerode

SchiefesHaus Wernigerode
SchiefesHaus Wernigerode

Wäre der Schiefe Turm von Pisa so schräg wie unser “Schiefes Haus” in Wernigerode, würde er schon lange nicht mehr stehen. Das “Schiefe Haus” in Wernigerode hat mit seinen sieben Grad fast eine doppelte Neigung wie der weltberühmte Turm in Pisa. Das Haus wurde 1680 in der heutigen Gestalt gebaut. Allerdings war es damals noch nicht in Schieflage. Das Gebäude wurde als Walkmühle speziell für die Tuchmachergilde errichtet. Die Strömung des damals noch offenen Mühlgrabens umspülte die Grundmauer. Daraufhin senkte sich die Ostfassade des Hauses und somit hatten wir unser “Schiefes Haus” in Wernigerode. Das Haus wird heute als Museum und Galerie genutzt.

Luftfahrtmuseum Wernigerode

Außenansicht Luftfahrtmuseum Wernigerode
Außenansicht Luftfahrtmuseum Wernigerode

Das Luftfahrtmuseum Wernigerode zeigt 50 restaurierte Flugzeuge und Helikopter in vier Hallen auf einer Fläche von ca. 6.000 Quadratmetern. Ausgestellt sind ferner Teile, Geräte und Ausrüstungen darunter Schleudersitze, Cockpits und Navigationsinstrumente, Piloten-Ausrüstungen, Triebwerke und Flugzeugmodelle aus verschiedenen Ländern. Die Ausstellung befasst sich hauptsächlich mit der Fliegerei nach 1945. Zum Bereich Technik gehören auch restaurierte Automobile und ein Tauchgerät. Neben Großexponaten erläutern Schnittmodelle und Funktionserläuterungen die Fliegerei. Insgesamt werden rund 1.000 Ausstellungsstücke gezeigt. Das größte Exponat der Ausstellung wurde im Oktober 2018 begrüßt: die Transall C-160 mit dem Spitznamen “Silberne Gams” thront weithin sichtbar auf dem Dach des Luftfahrtmuseums und ist seit 24. Februar 2019 für Besucher geöffnet.

In der größten Luftfahrtausstellung Mitteldeutschlands kommt man an die Großexponate so nah ran, wie sonst nirgendwo. So haben Besucher die Möglichkeit, einen Blick in das Cockpit eines Starfighters oder einer MIG 21 zu werfen. Um den Besuchern einen tieferen Einblick in die Geschichte der Luftfahrt und die Entstehung des Museums zu geben, wird eine kostenfreie Audioführung auf Deutsch. Englisch und Niederländisch angeboten. Nicht nur für die großen, auch für die kleinen Technikbegeisterten hält das Museum mit der speziellen Kinder-Audioführung faszinierende Zusatzinformationen bereit. Kinder werden von der gewitzten Fliege „Fanny“ durch die Ausstellung geführt und können in einem Quiz ihr erlerntes Wissen unter Beweis stellen. Nach einem Rundgang durch die verschiedenen Hallen des Luftfahrtmuseums lädt eine CafetAIRia mit dem Museumsshop zum Verweilen ein.

Das Krummelsche Haus

Holzfigur Krummelsche Haus
Holzfigur Krummelsche Haus

Es befindet sich in der Breiten Straße 72. Vom Kornhändler Heinrich Krummel 1674 erbaut, ist es das am meisten bewunderte Haus der Stadt. Die Front des Hauses ist lückenlos mit einer geschnitzten Holzfassade bedeckt, nach Vorlage von Kupferstichen. Die Balkenköpfe sind mit als Fratzen dargestellten Gesichtsmasken, die Füllhölzer als Stäbe gestaltet. Die Fassade ist reich verziert. Im obersten Geschoss befinden sich die Darstellungen der Kontinente Europa und Asien sowie die Elemente Luft und Erde.

Wildpark Christianental

Der im Christianental gelegene familienfreundliche Wildpark ist ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste und Bewohner der Stadt Wernigerode. Auf einem etwa acht Hektar großen Gelände sind viele einheimische Tiere des Harzes zu finden. Die Auswahl an gezeigten Tieren ist groß: Rot-, Dam-, Muffel- und Schwarzwild, Greifvögel, Wildkatzen, Marder, Luchse, Waschbären und Haustiere im Streichelgehege sind zu sehen.

Auf dem Gelände des Wildparks sind auch botanische Besonderheiten wie Riesen-Mammutbäume, ein Urwaldmammutbaum, ein Vogelkrallenahorn und Eiben zu sehen. Im oberen Bereich des Tierparks befindet sich das Waldgasthaus und die Pension Christianental. Während sich die Eltern auf der Freiterrasse beim einen Kaffee und Kuchen entspannen können, dürfen die “Kleinen” sich auf dem nahe liegendem Spielplatz austoben. Ein ideales Ausflugsziel für Familien im Harz.

Tourist-Information Wernigerode

Marktplatz 10
38855 Wernigerode
Telefon: 03943 5537835
info@wernigerode-tourismus.de
www.wernigerode-tourismus.de