Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Wernigerode zählen das historische Rathaus, die Fachwerk-Altstadt, Schloss Wernigerode, das Kleinste Haus und das Schiefe Haus. Für Familien lohnen sich außerdem Miniaturenpark, Bürgerpark und Luftfahrtmuseum. Dieser Guide enthält zusätzlich eine Route für einen Tag sowie Tipps für Regen, Parken und ein Wochenende.
Wernigerode: eine Stadt, die man am besten zu Fuß entdeckt
Seit einigen Jahren besuche ich Wernigerode fast jedes Jahr – und trotzdem gibt es bei jedem Aufenthalt neue kleine Details zu entdecken. Ein Besuch im Baumkuchenhaus gehört für mich immer dazu. Auch der Miniaturenpark „Kleiner Harz“ und das Luftfahrtmuseum überraschen mit neuen Eindrücken und sind nicht nur für Familien einen Ausflug wert. Besonders gern schlendere ich ohne festen Plan durch die Innenstadt, stöbere in den kleinen Geschäften und lasse mich durch die verwinkelten Gassen treiben. Rund um den Marktplatz, die Breite Straße und den Klint begegnen einem prachtvolle Fachwerkhäuser, während sich abseits der belebten Einkaufsstraßen romantische Innenhöfe und stille Ecken verbergen. Bei einer Gästeführung lassen sich einige dieser versteckten Höfe und die Geschichten hinter ihren Fassaden besonders gut kennenlernen.
Wernigerode hat zu jeder Jahreszeit seinen eigenen Reiz. Im Frühling und Sommer laden die Altstadt, der Bürgerpark und die Gärten am Schlossberg zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Im Herbst verbinden sich bunt gefärbte Harzwälder mit Veranstaltungen wie dem Schokoladenfestival chocolART. Besonders stimmungsvoll ist die Adventszeit: Dann erstrahlen das historische Rathaus und die Fachwerkfassaden im Lichterglanz, während sich der Weihnachtsmarkt vom Marktplatz über die Breite Straße bis zum Nicolaiplatz erstreckt. Der folgende Reiseguide soll auch anderen Besuchern Lust darauf machen, die Schönheit Wernigerodes selbst zu entdecken. Er zeigt, welche Sehenswürdigkeiten sich in der Altstadt befinden, was rund um das Schloss und außerhalb des Zentrums zu erleben ist und welche Ausflugsziele sich je nach Jahreszeit, Wetter und verfügbarer Zeit besonders empfehlen.
Historische Altstadt von Wernigerode: Fachwerk mit vielen Zeitschichten
Die Geschichte Wernigerodes begann vermutlich im 10. oder 11. Jahrhundert auf einer Rodungsinsel am Klint. 1121 tauchte der Ort erstmals in einer Urkunde auf, am 17. April 1229 erhielt er das Stadtrecht. Der älteste Siedlungskern lag rund um den Klint und die heutige St.-Sylvestri-Kirche. Teile der Altstadt waren schon im 12. Jahrhundert von einem Wall geschützt; später entstand eine steinerne Befestigung mit Toren und Türmen.
Um 1270 wuchs östlich der alten Stadtmauer eine zweite Siedlung heran; 1279 tauchte sie als „nova civitas“, als neue Stadt, in den Quellen auf. Diese Neustadt besaß zeitweise einen eigenen Rat, ein eigenes Marktrecht und sogar eine eigene Befestigung. Erst 1529 wurden Alt- und Neustadt vereinigt. Wer heute durch die Breite Straße oder über den Nicolaiplatz schlendert, nimmt diese alte Trennung kaum noch wahr – beide Viertel gehören längst zum historischen Stadtkern.
Dass die Altstadt heute so geschlossen wirkt, ist keine Selbstverständlichkeit. Mehrere Stadtbrände vernichteten große Teile der ursprünglichen Bebauung. Deshalb stehen hier nicht einfach Häuser aus einer einzigen Epoche nebeneinander. Spätmittelalterliche Grundrisse, Renaissance-Fachwerk, barocke Schnitzereien und Umbauten des 19. Jahrhunderts bilden ein Stadtbild, das über Jahrhunderte gewachsen ist.
Ein Rundgang durch die Altstadt: die beste Route für den ersten Besuch
Der Marktplatz ist der natürliche Ausgangspunkt. Von hier führt der Weg zunächst zum Rathaus und anschließend hinauf auf den Klint. Hinter dem Trubel des Marktes wird es rund um den Oberpfarrkirchhof und die St.-Sylvestri-Kirche überraschend still. In diesem Bereich lag der älteste Siedlungskern Wernigerodes. Vom einstigen Burgareal der Schnakenburg blieb unter anderem das Haus Gadenstedt von 1582 erhalten.
Danach geht es über die Marktstraße zum Kleinsten Haus und weiter zum Schiefen Haus. Über die Breite Straße mit dem Café Wien und dem reich geschnitzten Krummelschen Haus erreicht man den Nicolaiplatz. Wer noch Zeit und Lust hat, folgt der Westernstraße bis zum Westerntorturm, einem erhaltenen Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Für diese Runde sollte man ungefähr zwei Stunden einplanen – mit Museumsbesuch, Kaffee und neugierigen Blicken in die Seitengassen entsprechend länger. Wer die Geschichten hinter den Fassaden hören möchte, kann sich der Führung „1000 Schritte rund ums Rathaus“ anschließen.
Das historische Rathaus: erst Spielhaus, später Amtsstube
Das Rathaus ist der große Blickfang am Markt, doch seine Geschichte beginnt nicht als Verwaltungssitz. 1277 wurde das Gebäude als Spielhaus erwähnt. Hier fanden Gerichtstage, Feste und öffentliche Vergnügungen statt. 1427 schenkte das Wernigeröder Grafenhaus das „Spelhus“ der Stadt.
Zwischen 1494 und 1498 erhielt der Bau seine beiden schlanken Fachwerktürme. Nachdem das damalige Rathaus beim Stadtbrand von 1528 zerstört worden war, baute man das Spielhaus in den folgenden Jahren zum neuen Rathaus um. Seine geschnitzten Figuren zeigen unter anderem Handwerker, Heilige, Narren und Gestalten aus dem Festleben. Insgesamt sitzen 33 Figuren an den hölzernen Trägern der Fassade – Details, die auf dem schnellen Erinnerungsfoto leicht mal untergehen. Ein kleiner Tipp: Das Rathaus nicht nur frontal betrachten. Seitlich und vom Beginn der Marktstraße aus lassen sich die vorspringenden Erker, Balkenköpfe und Schnitzereien besonders gut erkennen.
Häuser mit Haltung, Namen und kleinen Geheimnissen
Direkt am Marktplatz steht das Gothische Haus. Nach dem Stadtbrand von 1528 war der Bau teilweise abgetragen worden; 1540 kaufte Wilhelm Curio von Reifenstein die Ruine und ließ sie wieder herrichten. Heute gehört das Gebäude zu einem Hotel. Der Name bezieht sich übrigens weniger auf einen reinen gotischen Baustil als auf die frühere Bedeutung von „gothisch“ im Sinne von altdeutsch oder mittelalterlich.
In der Breiten Straße lohnt sich ein zweiter Blick auf das Krummelsche Haus. Der Kornhändler Heinrich Krummel ließ es 1674 errichten. Seine Fassade ist vom Straßenniveau bis zur Dachtraufe mit Schnitzereien und Reliefs überzogen. Allegorien der Erdteile, Symbole der Elemente und biblische Motive machen das Haus beinahe zu einem Bilderbuch aus Holz. Nur wenige Schritte entfernt steht das Café Wien in einem Renaissance-Fachwerkhaus von 1583. Seit 1897 befindet sich darin eine Konditorei. Das ist einer dieser Orte, an denen Gebäude und Nutzung ungewöhnlich gut zusammenpassen: erst die alte Fassade ansehen, dann drinnen eine Tasse Kaffee bestellen.
Als wahrscheinlich ältestes erhaltenes Wohnhaus der Stadt gilt ein Bau in der Hinterstraße aus der Zeit um 1400. Er dokumentiert den Übergang von der mittelalterlichen Ständerbauweise zum später verbreiteten Fachwerk. Auch die Alte Münze und der um 1250 errichtete Westerntorturm erzählen von der Stadt vor den großen Bränden. Die alten Kirchen markieren bis heute die einstigen Siedlungskerne. St. Sylvestri steht im ältesten Teil der Stadt, St. Johannis gehörte zur mittelalterlichen Neustadt. Die frühere Liebfrauenkirche wird inzwischen als Konzerthaus genutzt; etwas abseits der großen Einkaufsstraßen liegt die St.-Georgii-Kapelle.
Das Kleinste Haus und das Schiefe Haus
Das Kleinste Haus in der Kochstraße wurde 1792 in eine nur 2,95 Meter breite Lücke gebaut. Die Tür ist gerade einmal 1,70 Meter hoch. Bis zu zehn Menschen sollen zeitweise in dem winzigen Gebäude gelebt haben. Heute ist es ein Museum – und ein ziemlich eindrücklicher Gegenentwurf zu modernen Vorstellungen von Wohnfläche. Beim Schiefen Haus gerät nicht nur die Kamera aus dem Lot. Das Gebäude entstand 1680 als Walkmühle für die Tuchmachergilde. Der damals offene Mühlgraben umspülte die Grundmauern, die Ostseite sackte ab. Inzwischen beträgt die Neigung rund sieben Grad und ist damit fast doppelt so stark wie beim Schiefen Turm von Pisa. Im Inneren befinden sich heute ein kleines Museum und eine Galerie.
Schloss Wernigerode: der Blick über die Dächer
Das Schloss Wernigerode gehört zum Stadtbild wie die Fachwerkhäuser. Es entstand aus einer mittelalterlichen Burg, wurde zur barocken Residenz umgebaut und im 19. Jahrhundert zu einem repräsentativen Schloss im historistischen Stil erweitert. Heute führen Museumsrundgänge durch Wohn- und Festräume, die viel über die Grafen und Fürsten zu Stolberg-Wernigerode erzählen. Selbst ohne langen Museumsbesuch lohnt sich der Weg nach oben. Von der Schlossterrasse reicht der Blick über die Altstadt bis ins Harzvorland. Zu Fuß ist der Anstieg gut zu schaffen; bequemer geht es mit der Schlossbahn. Aktuelle Öffnungszeiten finden Besucher auf der Website von Schloss Wernigerode.
Museen, die nicht nach Pflichtprogramm klingen
In Wernigerode liegen viele Ausstellungen direkt am Weg. Das Harzmuseum widmet sich der Natur- und Stadtgeschichte, dem Bergbau, den Mineralien sowie dem traditionellen Handwerk. Das Luftfahrtmuseum setzt auf größere Dimensionen: Flugzeuge, Hubschrauber und Technik lassen sich aus kurzer Distanz betrachten. Schon die Transall auf dem Hallendach verrät, dass hier kein gewöhnliches Heimatmuseum wartet. Dazu kommen das Feuerwehrmuseum, das Harzplanetarium, die Ausstellung „Form Gestaltung in der DDR“, der Museumshof Silstedt und das Stammhaus Schierker Feuerstein.
Harz im Kleinformat: Bürgerpark und Miniaturenpark
Im Miniaturenpark „Kleiner Harz“ schrumpft die Region auf Spaziergangsgröße. Rund 60 Modelle zeigen bekannte Bauwerke wie die Kaiserpfalz Goslar, den Halberstädter Dom, die Stiftskirche Quedlinburg und natürlich Schloss Wernigerode. Dazwischen fährt eine Miniatur-Schmalspurbahn bis zum Brocken. Direkt daneben liegt der Bürgerpark mit Themengärten, Teichen, Spielplätzen und Aussichtspunkten. Die Anlage ging aus der Landesgartenschau 2006 hervor und ist vor allem für Familien eine gute Ergänzung zum Altstadtprogramm. Nach Fachwerk und Museum gibt es hier Platz zum Rennen, Spielen oder schlicht für eine Pause im Grünen.
Wildpark Christianental und die Gärten am Schlossberg
Im Christianental leben heimische Wildtiere in einem bewaldeten Tal unterhalb des Schlosses. Der Wildpark lässt sich gut mit einem Spaziergang verbinden und bietet Familien eine ruhige Alternative zum klassischen Besichtigungsprogramm. Auch der Schlossberg selbst ist mehr als nur der Weg zum Schloss. Terrassengärten, Lustgarten und Fürstlicher Tiergarten gehören zum Netzwerk „Gartenträume Sachsen-Anhalt“. Besonders der Lustgarten eignet sich für eine Verschnaufpause: nah an der Altstadt, aber deutlich leiser als der Marktplatz.
Mit Dampf in den Harz
Wernigerode ist einer der wichtigsten Ausgangspunkte der Harzer Schmalspurbahnen. Vom Bahnhof fahren dampfbespannte Züge durch das Gebirge; über Drei Annen Hohne geht es weiter in Richtung Brocken, mit 1.142 Metern die höchste Erhebung des Harzes. Die Fahrt ist nicht nur Transport, sondern Teil des Ausflugs – Kohlegeruch, Pfeifen und das langsame Arbeiten der Lokomotive gehören dazu. Für ein Wochenende bietet sich eine einfache Aufteilung an: ein Tag für Altstadt und Schloss, ein weiterer für die Schmalspurbahn oder eine Wanderung im Nationalpark Harz. Fahrpläne und mögliche Einschränkungen sollte man vorab direkt bei den Harzer Schmalspurbahnen prüfen.
Essen in Wernigerode: vom Kaffeehaus bis zur Spitzenküche
Nach einem langen Stadtrundgang darf es deftig, süß oder sehr fein werden. In der Innenstadt gibt es klassische Harzer Küche, moderne Restaurants, Cafés und Biergärten. Drei Adressen stehen für besonders unterschiedliche Seiten der Stadt.
Café Wien: Kaffeepause im Renaissancehaus
Das Café Wien liegt mitten in der Breiten Straße. Das Haus wurde 1583 erbaut, seit 1897 werden hier Gäste bewirtet. Für eine Pause während des Altstadtrundgangs könnte die Lage kaum besser sein. Wer einen Platz am Fenster bekommt, kann beim Kuchen gleich das Treiben auf der Straße beobachten.
Baumkuchenhaus: Schicht für Schicht Wernigeröder Tradition
Baumkuchen gehört in Wernigerode nicht nur in die Auslage einer Konditorei. Bereits 1749 stellte Hermann Schröder hier Baumkuchen her. Nach mehreren Unterbrechungen wurde die örtliche Tradition 1992 wiederbelebt; seit 2008 gibt es das Harzer Baumkuchenhaus am Stadtrand. Im Café wird Baumkuchen in verschiedenen Varianten serviert, eine kleine Ausstellung erzählt von seiner Geschichte. Besonders spannend ist das Schaubacken: Dabei entsteht der Kuchen Schicht für Schicht auf einer sich drehenden Walze. Wer zusehen möchte, sollte die aktuellen Zeiten vor dem Besuch prüfen. Mehr zur Herstellung und zur Wernigeröder Tradition steht im Beitrag über das Harzer Baumkuchenhaus und das Schaubacken; aktuelle Hinweise veröffentlicht außerdem das Baumkuchenhaus.
Pietsch: ein besonderer Abend
Das Restaurant Pietsch von Robin Pietsch steht für eine moderne, asiatisch inspirierte Küche und ein festes Menü am Tresen. Im Guide Michelin Deutschland 2026 wird es mit zwei Sternen geführt. Ein Besuch ist weniger spontaner Tagesabschluss als ein eigener Programmpunkt – entsprechend früh sollte man reservieren. Die aktuelle Auszeichnung und Restaurantinformationen sind im Guide Michelin zu finden.
Schokolade im Herbst, Lichter im Advent
Wernigerode hat 2026 zwei große Genuss- und Wintertermine, die häufig miteinander verwechselt werden. Die chocolART findet Ende Oktober statt; der Weihnachtsmarkt beginnt erst knapp drei Wochen später.
chocolART 2026: fünf Tage Schokolade in der Altstadt
Vom 28. Oktober bis 1. November 2026 wird die historische Altstadt zur Schokoladenmeile. Auf dem Marktplatz, Nicolaiplatz, Kohlmarkt und in der Breiten Straße präsentieren Chocolatiers, Konditoreien und Schokoladenproduzenten ihre Kreationen. Neben Pralinen, Tafelschokolade und heißer Schokolade gehören Kurse und Vorführungen zum Programm. Der chocoMARKT ist bei freiem Eintritt geöffnet; einzelne Kurse oder Sonderangebote können kostenpflichtig sein. Termine und Programmänderungen veröffentlicht Wernigerode Tourismus zur chocolART 2026.
Weihnachtsmarkt Wernigerode 2026
Der Weihnachtsmarkt öffnet am 20. November 2026 und läuft bis zum 22. Dezember 2026. Mehr als 60 Händler und Gastronomen verteilen sich auf Marktplatz, Breite Straße und Nicolaiplatz. Vor dem Rathaus gibt es Musik, in den Gassen leuchten Herrnhuter Sterne, und rund um die St.-Sylvestri-Kirche sorgen Lichtinstallationen für eine besondere Stimmung. Nach dem Weihnachtsmarkt folgt vom 23. Dezember 2026 bis 6. Januar 2027 ein Wintermarkt.
Übernachten: lieber mittendrin oder mit mehr Ruhe?
Für den ersten Aufenthalt ist eine Unterkunft in oder nahe der Altstadt praktisch. Rathaus, Schlossaufstieg, Cafés und Restaurants liegen dann vor der Haustür. Direkt am Marktplatz befinden sich unter anderem der Weiße Hirsch, dessen Geschichte mindestens bis 1717 zurückreicht, und das Gothische Haus. In den umliegenden Gassen gibt es außerdem kleinere Pensionen und Ferienwohnungen. Familien und Reisende, die länger bleiben, schätzen oft ein Apartment mit eigener Küche. Wer abends gern ohne Umwege essen geht und morgens direkt durch die Altstadt spazieren möchte, ist mit einem zentralen Hotel gut beraten. Ruhiger wohnt es sich etwas außerhalb; dank Busverbindungen bleibt die Innenstadt trotzdem gut erreichbar.
Wernigerode mit Kindern
Die kurzen Wege sind ein großer Vorteil. Vormittags das Kleinste Haus und das Schloss, nachmittags das Luftfahrtmuseum oder der Bürgerpark – dafür braucht es keinen komplizierten Fahrplan. Miniaturenpark, Wildpark Christianental und Schmalspurbahn funktionieren auch bei unterschiedlichen Altersgruppen gut. Für einen entspannten Familientag sollte das Programm trotzdem nicht zu voll werden. Eine große Attraktion, ein Rundgang durch die Altstadt und genügend Zeit für Spielplatz oder Kuchen reichen meist völlig aus. Das Schloss lässt sich bei Bedarf mit der Schlossbahn erreichen; im Kleinsten und im Schiefen Haus sind die Treppen dagegen eng und steil.
Drei Vorschläge für die Reiseplanung
Ein Tag in Wernigerode
Am Vormittag geht es vom Marktplatz über Rathaus, Klint, Schiefes Haus und Kleinstes Haus durch die Altstadt. Nach der Mittagspause folgt der Aufstieg zum Schloss. Den späten Nachmittag verbringt man im Café oder im Lustgarten.
Ein Wochenende
Der erste Tag gehört Altstadt, Rathaus, Schloss und einem Museum. Am zweiten Tag bietet sich die Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn, der Miniaturenpark oder eine Wanderung rund um Schierke an. Abends bleibt Zeit für regionale Küche oder ein reserviertes Menü im Pietsch.
Wernigerode bei Regen
Luftfahrtmuseum, Harzmuseum, Schloss und Baumkuchenhaus lassen sich zu einem abwechslungsreichen Schlechtwetterprogramm verbinden. Dazwischen bleibt immer noch genug Zeit für einen kurzen Spaziergang unter den vorspringenden Fachwerkgeschossen der Altstadt.
Gästekarte, Busse und Schmalspurbahn
Kurtaxpflichtige Übernachtungsgäste erhalten in Wernigerode und den teilnehmenden Ortsteilen die Gästekarte mit integriertem HATIX-Ticket. Damit können fast alle öffentlichen Busse im Harz ohne zusätzlichen Fahrschein genutzt werden. Das ist beispielsweise für Fahrten nach Schierke, Quedlinburg, Thale oder Halberstadt praktisch. Wichtig: Die Züge der Harzer Schmalspurbahnen sind im HATIX-Ticket nicht enthalten. Details zu Geltungsbereich und teilnehmenden Verkehrsunternehmen gibt es auf der Seite zum Harzer Urlaubs-Ticket HATIX.
Parken in Wernigerode
Aus eigener Erfahrung sind Parkplätze in der historischen Altstadt naturgemäß knapp. Ausgeschilderte Flächen wie „Historische Altstadt/Schloss“, der Parkplatz Feldstraße und das Parkhaus Altstadt liegen in Gehweite des Zentrums. Für den Schlossbesuch kommt außerdem der Bereich am Anger infrage. Vor allem an Wochenenden, während der chocolART und in der Adventszeit lohnt es sich, früh anzureisen oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Warum sich mehr als ein Tagesausflug lohnt
Wernigerode ist überschaubar, aber nicht in zwei Stunden erledigt. Die Altstadt erzählt ihre Geschichte in Details: in einer schiefen Hauskante, einer geschnitzten Figur, einem alten Tor oder einem stillen Kirchhof hinter dem Marktplatz. Dazu kommen Schloss, Harzer Natur, Museen und eine Küche, die vom Baumkuchen bis zum Zwei-Sterne-Menü reicht. Wer über Nacht bleibt, erlebt die Stadt außerhalb der besucherstarken Stunden. Morgens gehören die Gassen den Lieferwagen und den ersten Kaffeegästen, abends liegt das beleuchtete Rathaus fast bühnenreif am Markt. Dann zeigt Wernigerode seine angenehmste Seite: bunt, geschichtsbewusst und trotzdem ganz gegenwärtig.
Praktische Informationen
Tourist-Information Wernigerode
Marktplatz 10
38855 Wernigerode
www.wernigerode-tourismus.de
Autor: Frank Baranowski, veröffentlicht am 03.11.2019, aktualisiert am 17.08.2026
Bilder: Redaktion