(hoga-presse) „Die Vereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich Weinbau zwischen Rheinland-Pfalz und Burgund ist ein weiterer Schritt regionaler europäischer Zusammenarbeit. So funktioniert Nachbarschaft in Europa“, so Landtagspräsident Joachim Mertes, der heute eine Gemeinsame Erklärung im Bereich Weinbau, zusammen mit Staatsministerin Ulrike Höfken und Vizepräsident Jacques Rebillard für die Region Burgund zwischen Rheinland-Pfalz und Burgund unterzeichnet hat. „Wir wollen nicht nur an die Einheit Europas glauben, sondern sie auch in kleinen Schritten umsetzen“, so Vizepräsident Jacques Rebillard.

„Es gibt schon eine lange Tradition in der Kooperation zwischen Rheinland-Pfalz und Burgund, und wir begrüßen es sehr, dass diese jetzt auf den Weinbau ausgedehnt wird“, freute sich Weinbauministerin Ulrike Höfken. So sei vereinbart worden, dass die Regionen künftig beim Ökoweinbau und beim Rebschutz  intensiv zusammenarbeiten wollen. „Sowohl in Burgund als auch in Rheinland-Pfalz spielt der ökologische Weinbau eine zunehmend wichtige Rolle. Ich wünsche mir, dass die Ökowinzer zum beiderseitigen Nutzen ihre Erfahrungen austauschen“, so die Ministerin. Darüber hinaus sei der Austausch zum  Pflanzenschutz geplant:

„Was Schädlinge und Pilzkrankheiten betrifft, haben wir ähnliche Probleme, das hat aktuell zum Beispiel der Kampf gegen die Kirschessigfliege gezeigt. Hier macht es Sinn, gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten.“ Konkret vereinbarten die Kooperationspartner gemeinsame Versuchsserien und Forschungsprojekte zu Rebkrankheiten, wie dem ESCA-Komplex (holzzerstörende Pilze) und der gefährlichen Flavescence dorée (Vergilbungskrankheit).

„Hier profitieren die Burgunder von unseren Forschungsergebnissen, während wir ihre Erfahrungen zu Reinigungsplätzen für Pflanzenschutz-geräte und Filtersystemen für Pflanzenschutzmittel – haltige Abwässer nutzen können“, stellte die Ministerin fest. Im ökologischen Weinbau stehen die Kupferproblematik, Förderung von Nützlingen, Bodenbewirtschaftungssysteme, Begrünung und die Entwicklung einer ökologischen Jungpflanzen-erzeugung im Vordergrund.

Burgundische Forschungs- und Beratungsinstitutionen werden künftig enger mit den Dienst-leistungszentren Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (Bad Kreuznach und Oppenheim) und Rheinpfalz (Neustadt/Wstr.) kooperieren. Im zweijährigen Turnus sind gemeinsame Symposien geplant.

Ausgangspunkt der Behandlung des Themas Biologischer Weinbau ist die Parlamentarierbegegnung vom 24./25.10.2013 in Burgund zu den Themen Biologischer Weinbau und Nachhaltiger Holzbau sowie hierzu verabschiedete Gemeinsame Empfehlung der Teilnehmer der Begegnung.

Zur Vorbereitung der Parlamentarierbegegnung am 15. und 16. Oktober 2014 hatte es eine Tagung auf Arbeitsebene am 10. und 11.  Juli. 2014 in Burgund mit den Arbeitsschwerpunkten Weiterentwicklung des biologischen Weinbaus, Fragen des Pflanzenschutzes im biologischen Weinbau sowie allgemeine Fragen des Pflanzenschutzes gegeben.

Quelle: mulewf.rlp.de
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