Veganes Essen in Essen: Ein Besuch im Sattgrün verändert den Blick auf pflanzliche Küche
Veganes Essen war für mich bis zu meinem Besuch im Sattgrün in Essen weitgehend unbekanntes Terrain. Fleischlose Gerichte betrachtete ich eher skeptisch. Zu fad, zu wenig Geschmack und am Ende fehlt doch etwas. So oder so ähnlich lauteten bis dahin meine Vorurteile. Doch diese Einstellung sollte sich schlagartig ändern. Der Besuch im Sattgrün hat meinen Blick auf die pflanzliche Küche grundlegend verändert. Was damals als spontanes kulinarisches Experiment begann, wirkt bis heute nach.
Inzwischen halte ich auf meinen Reisen ganz bewusst Ausschau nach veganen und vegetarischen Restaurants und entdecke dabei immer wieder neue Gerichte und Geschmackskombinationen. Dabei spielt für mich nicht allein die Neugier eine Rolle. Aus gesundheitlichen Gründen muss ich auf laktose- und glutenfreie Speisen achten. Die vegane Küche kommt mir dabei entgegen, weil rein pflanzliche Gerichte grundsätzlich ohne Laktose auskommen. Beim Thema Gluten ist weiterhin ein genauer Blick auf Zutaten und Kennzeichnung notwendig. Mit einer sehr ausführlichen Kennzeichnung aller Allergene ist das Sattgrün in diesem Punkt vorbildlich.
Ein spontaner Abstecher in die Theaterpassage
Nachdem ich die Essener Innenstadt erkundet hatte, meldete sich der Hunger. Einen konkreten Plan für das Mittagessen hatte ich nicht und ließ mich treiben, bis der Blick in der Theaterpassage auf das Sattgrün fiel. Das Restaurant machte von außen einen modernen und einladenden Eindruck. Also ging ich hinein, ohne mich zuvor genauer mit dem gastronomischen Konzept beschäftigt zu haben. Drinnen wurde ich von einem hellen Gastraum und großzügigen Selbstbedienungsbuffets mit zahlreichen kalten und warmen Speisen überrascht. Erst beim genaueren Hinsehen erkannte ich, dass alles rein pflanzlich ist. Zunächst kam die Idee auf, das Restaurant schleunig wieder zu verlassen. Doch der Hunger überwog. Auch sahen die modern in Vitrinen präsentierten Speisen vielversprechend aus. Also beschloss ich, dem Experiment eine Chance zu geben.
Vom Düsseldorfer Restaurant zur veganen Kette
Hinter Sattgrün steckt eine Geschichte, die bereits 2006 begann. Gründer Peter Zodrow absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Hotelfachmann, arbeitete in der Gastronomie, studierte Betriebswirtschaft in den USA und sammelte später Erfahrungen in Werbeagenturen. Schließlich entstand daraus die Idee für ein eigenes Restaurant mit rein pflanzlicher Küche. Das erste Sattgrün eröffnete 2006 am Graf-Adolf-Platz in Düsseldorf. Heute führt Sattgrün Standorte in Düsseldorf, Essen und Köln und bezeichnet sich selbst als Deutschlands erste rein vegane Restaurantkette.
Das Konzept: Teller wählen und selbst zusammenstellen
Das Prinzip ist einfach und unkompliziert. Zunächst entscheidet man sich für eine Tellergröße und bedient sich anschließend an den Buffets. Kalte und warme Gerichte können nach den eigenen Vorlieben frei kombiniert werden. Zusätzlich gehören Suppen, eine Salatbar und selbst gebackener Kuchen zum Konzept. Aktuell kostet der kleine Teller 12,90 EUR, der mittlere 15,90 EUR und der große Teller 17,50 EUR. Von Montag bis Freitag gibt es zwischen 12:00 und 16:00 Uhr zudem einen Mittags-Deal: Zu einem Teller kann eine Apfelschorle oder ein Wasser mit 0,3 Litern für 1,60 EUR bestellt werden. Alle angebotenen Speisen und Getränke sind laut Sattgrün rein pflanzlich. Auf den Buffets treffen Gemüse und Hülsenfrüchte auf frische Kräuter, saisonale Zutaten und unterschiedliche pflanzliche Proteinquellen.
Von ungarischem Gulasch bis thailändischem Curry
Besonders spannend ist die internationale Ausrichtung des Buffets. Die Auswahl beschränkt sich keineswegs auf Salat und Gemüse. Ungarisch inspiriertes Gulasch gehört ebenso zum Konzept wie italienische Pasta oder thailändisches Curry. Ebenso gehören zum Angebot wechselnde warme Gerichte, Salate, Suppen und verschiedene Beilagen. Mit meinem Teller ausgestattet begab ich mich auf eine kleine kulinarische Entdeckungsreise und nahm von möglichst vielen Speisen eine Kostprobe. Bei Sonnenschein fand ich einen freien Platz auf der Terrasse. Schon nach dem ersten Bissen begannen meine Vorurteile zu bröckeln. Statt der erwarteten geschmacklichen Eintönigkeit erlebte ich sehr unterschiedliche Aromen, Gewürze und Konsistenzen. Manche Speisen waren kräftig und herzhaft, andere frisch oder pikant. Besonders überraschten mich die Gerichte, bei denen ich normalerweise eine Fleischkomponente erwartet hätte. Nicht unbedingt, weil sie Fleisch täuschend echt imitierten, sondern weil mir beim Essen schlicht nichts fehlte.
Ein Buffet, das zum Probieren einlädt
Gerade für Menschen, die mit veganer Ernährung bislang wenig anfangen konnten, hat das Buffetkonzept einen Vorteil: Man muss sich nicht für ein einziges unbekanntes Gericht entscheiden. Stattdessen lässt sich von vielem eine kleine Portion probieren. Gefällt etwas besonders gut, landet beim nächsten Besuch eben mehr davon auf dem Teller. So wird aus dem Restaurantbesuch beinahe nebenbei eine kulinarische Entdeckungsreise. Für mich war genau das der entscheidende Punkt. Bis dahin hatte ich vegane Ernährung hauptsächlich mit Verzicht verbunden. Im Sattgrün entstand ein anderes Bild: Pflanzliche Küche kann auch bedeuten, bekannte Lebensmittel neu zu kombinieren und Geschmacksrichtungen auszuprobieren, mit denen man sich zuvor kaum beschäftigt hat. Natürlich kann ein einzelner Restaurantbesuch kein abschließendes Urteil über vegane Ernährung liefern. Er kann aber Vorurteile beseitigen. Genau das ist an diesem Nachmittag passiert.
Fazit: Aus Skepsis wurde Neugier
Mein spontaner Besuch im Sattgrün entwickelte sich zu einem unerwartet interessanten kulinarischen Experiment. Vor allem die Vielfalt des Buffets und die Möglichkeit, viele unterschiedliche Gerichte zu kombinieren, machten den Einstieg in die vegane Küche leicht. Am Ende war der Teller leer und meine anfänglichen Bedenken verflogen. Lediglich für den selbst gebackenen Kuchen war kein Platz mehr, den ich ebenfalls noch gerne probiert hätte. Aus Skepsis gegenüber veganem Essen wurde Neugier. Das beste Fazit, das ein Restaurantbesuch hinterlassen kann.
Sattgrün Essen: Adresse, Preise und Öffnungszeiten
Sattgrün Essen – Theaterpassage
Rathenaustraße 2 / Hirschlandplatz
45127 Essen
Telefon: 0201 899 481 81
Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag: 12:00 bis 22:00 Uhr
An Feiertagen geschlossen
Reservierungen sind möglich.
Buffetpreise:
Kleiner Teller: 12,90 Euro
Mittlerer Teller: 15,90 Euro
Großer Teller: 17,50 Euro
Quelle und Bilder: Redaktion, Preise aktualisiert und angepasst am 07.08.2026