(hoga-presse) Vom sowjetischen Militärstützpunkt zur komfortablen Raststation an der Elbe: Lutherstandbild als Wegweiser. Man traut den Augen kaum. Ein Lutherstandbild ganz in Pink empfängt am Marina-Camp Elbe in Wittenberg die Freizeitkapitäne. Aninan Brisolla hatte ihren “Religious Rebel” 2003 für eine Kunstaktion geschaffen. Danach war die Kopie des altehrwürdigen Denkmals des Reformators, das vor dem Rathaus der Stadt steht, nutzlos geworden und im Depot gelandet. Ein paar Jahre später holte sie Familie Schult, die das Camp seit 2001 betreibt, zurück und fand einen nahezu idealen Platz für die Ikone.

In der Lutherstadt Wittenberg hat sich der so genannte Brückenkopf gemausert. Renate und Gerhard Schult gestalteten das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von sowjetischem Militär genutzte Areal an der Elbe komplett um. Inzwischen findet sich dort ihr Marina-Camp, eine fast einmalige Mischung aus Hotel, Campingplatz und Yachthafen. Beide Betreiber bereiten inzwischen ihren Ruhestand vor. Die Nachfolge ist gesichert, denn die Söhne Christian und Haiko stehen bereit in die Fußstapfen der Eltern zu treten.

Zur Jahrtausendwende waren die Leipziger auf der Suche nach einem Grundstück. In das alte Militärgelände mit seinem besonderen Charme verliebten sie sich in wenigen Sekunden. Gastronomie und Handel waren für das Ehepaar kein Buch mit sieben Siegeln. Kurz vor der Wende hatte es das erste private Fischrestaurant in ihrer Heimatstadt eröffnet. Diese Erfahrungen machten die Verwirklichung des immensen Projektes leichter.

Wer Hinterlassenschaften der Sowjetarmee kennt, kann sich die Sisyphusarbeit vorstellen. Der uralte Festungsturm aus dem 19. Jahrhundert mit seinen 1,50 Meter dicken Mauern und die Nebengebäude waren mehr als sanierungsbedürftig. Denkmalspfleger forderten ein sensibles Eingehen auf die Baussubstanz. Bereits 2003 konnte der Campingplatz genutzt werden. Heute ist er mit fünf Sternen geschmückt. Später folgten die anderen Einrichtungen. Das Hotel mit 34 Zimmern entwickelt sich gut. “Einige Jahre reisten wir viel durch ganz Europa. Von diesem dabei gesammelten Wissen haben wir profitiert”, sagt Gerhard Schult. “Immer wieder verzichteten wir auf private Dinge und putzten unseren Edelstein”, ergänzt seine Ehefrau.

Der “Brückenkopf” gilt inzwischen etwas in Touristenkreisen. Gäste kommen aus den alten Bundesländern, Skandinavien, der Schweiz, Österreich oder den Niederlanden. Für die Sportboote zählt der Rundumservice. Zwischen Magdeburg und Dresden ist die Wittenberger Anlage die Einzige, die das volle “Entsorgungsprogramm” und eine richtige Tankstelle bieten kann, sagt Christian Schult. Der gelernte Kaufmann hat sich in seine Rolle als künftiger “Chef” längst hineingefunden.

Für die Camping- und Bootsgäste gibt es jeden Morgen die frischen Brötchen direkt an den Steg oder die Tür des Wohnwagens. Für Kinder gibt es nicht nur einen Spielplatz, für sie gibt es Enten, Gänse und Hühner, die Highland-Rinder mit ihren Kälbchen grasen in Sichtweide. Solche kleinen Extras zählen. Das Marina-Camp setzt auf Wiederholungstäter und Mund-zu-Mund-Propaganda. Es sei der Wohlfühlfaktor, der Gäste zum Wiederkommen bewege, versichert Christian Schult. Natürlich zähle die Landschaft direkt auf Fluss mit dem Blick auf die Wittenberger Altstadt mit der überragenden Schlosskirche.

“Das Sommerhochwasser haben wir überstanden”, versichert Christian Schult. Die letzten Spuren würden bald verschwunden sein. Die beste Unterstützung für das Haus seien nun Touristen, die die zahlreichen Stornierungen der vergangenen Wochen wieder ausgleichen. Die Marina sei problemlos erreichbar, der Elberadweg, eines der Zugpferde der Region, könne bis auf kleine Umleitungen komplett genutzt werden, Zurückhaltung habe keine Berechtigung mehr. Und auf Luthers Spuren lasse es sich völlig “normal” wandeln.

Weitere Informationen und Reisetipps hat die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) unter www.sachsen-anhalt-tourismus.de zusammengestellt.

Kontakt:
MCE Marina-Camp Elbe
Brückenkopf-Hotel
Brückenkopf 1
06886 Lutherstadt Wittenberg
Telefon: 03491-4540
E-Mail: info@marina-camp-elbe.de
www.marina-camp-elbe.de

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